Rehabilitation von Schlaganfallpatienten Selbststabilisierendes Exoskelett ermöglicht „Hands-Free“ Bewegung

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Nach einem Schlaganfall ist die Mobilität des Patienten meist sehr stark beeinträchtigt. Ein selbststabilisierendes Exoskelett verbessert die Rehabilitationschancen und ermöglicht ein frühzeitiges, intensives Gangtraining.

Selbststabilisiert: Mit dem Atalante-Exoskeletts können sich Schlaganfallpatienten ohne Hilfsmittel in mehrere Richtungen bewegen.(Bild:  Wandercraft)
Selbststabilisiert: Mit dem Atalante-Exoskeletts können sich Schlaganfallpatienten ohne Hilfsmittel in mehrere Richtungen bewegen.
(Bild: Wandercraft)

Zahlen von 2017 zeigen, dass in Europa jedes Jahr mehr als eine Million Menschen einen Schlaganfall erleiden, knapp eine halbe Million der Betroffenen überlebt den Schlaganfall nicht. Vor allem wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung rechnen Gesundheitsexperten bis 2035 mit einem Anstieg dieser Zahlen um etwa ein Drittel.

Nach einem Schlaganfall kämpfen Überlebende meist mit ernsthaften neurologischen Ausfällen und Lähmungen, besonders die Extremitäten sind oft betroffen. Hier setzen Exoskelette an, mit deren Hilfe Schlaganfallpatienten Bewegungen trotz dauerhafter Lähmung ausführen können. Auch bei einer möglichen Rehabilitation können Exoskelette entscheidend unterstützen.

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Der französische Hersteller Wandercraft hat Anfang des Jahres von der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) die Zulassung für den Einsatz seines selbststabilisierenden Gangtraining-Exoskeletts Atalante X in der Schlaganfall-Rehabilitation erhalten. Dieses Exoskelett ermöglicht es Patienten mit schweren Gehbehinderungen, einschließlich solcher mit Funktionsstörungen der oberen Extremitäten oder kognitiven Einschränkungen, aufzustehen und zu gehen – und dies sogar „Hands-Free“, also ohne Steuerung durch die Hände.

Stabilität für optimales Gangtraining

Dank seiner innovativen Technologie zur Selbststabilisierung ermöglicht Atalante X die Durchführung vielfältiger Aufgaben und fördert gleichzeitig die kognitive Beteiligung in jeder Einheit. Das Exoskelett wurde mit dem Ziel entwickelt, das Gleichgewicht Ihrer Patienten in aufrechter Position zu halten und Übungen zur Stärkung der unteren Gliedmaßen, des Rumpfes und der oberen Gliedmaßen sicher durchzuführen.

Seit 2020 hat das französische Unternehmen bereits 22 Exemplare seines Exoskeletts in klinischen Einrichtungen und fünf weitere in anderen Forschungseinrichtungen eingesetzt. Das Jahr 2022 brachte ein großes Wachstum für die Technologie mit sich: Wandercraft berichtet von mehr als 330 behandelten Patienten und zwölf eingesetzten Exoskeletten – mehr Einsätze als zuvor in der gesamten Geschichte des Unternehmens.

FDA-Zulassung ist wichtiger Meilenstein

„Mehr als die Hälfte der Schlaganfall-Überlebenden ab 65 Jahren haben mit beeinträchtigter Mobilität zu kämpfen“, sagt Matthieu Masselin, CEO von Wandercraft. „Basierend auf dem Input vieler Gesundheitsteams auf der ganzen Welt hat Wandercraft ein selbstbalancierendes, multidirektionales Gang-Exoskelett der nächsten Generation entwickelt, um ein intensives, frühzeitiges und spezifisches Gangtraining für die Neurorehabilitationstherapie zu ermöglichen und die Genesung von Schlaganfallpatienten zu verbessern, insbesondere bei Patienten mit einer erheblichen Beteiligung der oberen Extremitäten." Laut Masselin ist die FDA-Zulassung ein bedeutender Meilenstein für das Unternehmen, aber auch erst der Anfang, denn man arbeite an weiteren Indikationen.

Seit 2019 trägt das Atalante-Exoskelett die CE-Kennzeichnung und wurde bereits in mehreren europäischen Rehabilitationskliniken zur Behandlung von Hunderten von Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Durch seine einzigartige Selbststabilisierungsfunktion können sich Patienten ohne Hilfsmittel in mehrere Richtungen zu bewegen. Sie bietet zudem einen dynamischen Gleichgewichtsmodus, der auf dem Markt sonst nicht verfügbar ist.

Das Exoskelett fördert die frühzeitige Behandlung von Patienten mit schweren Gehstörungen und begleitet sie bei ihren ersten Schritten mit einem selbststabilisierenden und individuell anpassbaren Gehmuster. Bei den ersten Anwendungen beginnen die Patienten mit einem Gang mit kleinen Schritten und fühlen bekommen dadurch die nötige Sicherheit, im Laufe der Zeit ein natürlicheres Gehmuster zu entwickeln. (cg)

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