E-Paper-Displays Chinesischer Anbieter Seekink will auf den europäischen Markt

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Das Geschäft mit den elektronischem Papier (E-Ink) wird weltweit von einigen Akteuren vorangetrieben. Seit 2015 ist das chinesische Unternehmen Seekink Inc. auf dem Markt, das sich auf die Entwicklung und Produktion von E-Paper-Displays spezialisiert hat. Forschung und Entwicklung spielen eine bedeutende Rolle. Jetzt wollen die Chinesen nach Europa.

Seit 2015 ist der chinesische E-Paper-Anbieter Seekink auf dem Markt. Im Raum EMEA will Seekink Europe unter der Leitung von Thomas de Laar den europäischen Raum erobern. Das Bild zeigt einen Vergleich zwischen einem E-Ink-Display mit einem TFT-Display.(Bild:  Seekink)
Seit 2015 ist der chinesische E-Paper-Anbieter Seekink auf dem Markt. Im Raum EMEA will Seekink Europe unter der Leitung von Thomas de Laar den europäischen Raum erobern. Das Bild zeigt einen Vergleich zwischen einem E-Ink-Display mit einem TFT-Display.
(Bild: Seekink)

E-Paper-Displays basieren auf der Elektrophorese-Technologie, bei der Mikrokapseln oder Mikrobecher als Anzeigeelemente verwendet werden. Das Funktionsprinzip beruht auf geladenen Partikeln, die in einer klaren Flüssigkeit suspendiert sind und sich unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes zu den Seiten der Mikrokapseln oder Mikrobecher bewegen. Diese Partikel reflektieren das Umgebungslicht, wodurch die Mikrokapseln sichtbar werden, ähnlich wie bei bedrucktem Papier.

Displays nach dem E-Paper-Prinzip zeigen Bilder und Texte bei hellem Licht und im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung. Sie sind hochreflektierend und benötigen keine Hintergrundbeleuchtung. Die Displays bieten einen weiten Betrachtungswinkel von bis zu 180° und sind augenfreundlich. Aufgrund des papierähnlichen Effekts und der guten Ablesbarkeit werden sie typischerweise als E-Reader und elektronische Preisschilder eingesetzt. Verschiedene Farboptionen und flexible Displays sind möglich.

Seit 2015 strategische Partnerschaft mit E-Ink

Unter dem Motto „More than paper, for a smart world“ hat das asiatische Unternehmen Seekink Inc. seit 2015 zahlreiche E-Paper-Display-Technologien entwickelt. Mit Niederlassungen auf der ganzen Welt hat sich das Unternehmen zu einem der größten Hersteller von E-Paper entwickelt und bietet nicht nur klassische E-Paper-Displays (EPDs) an, sondern auch komplette Anwendungen, die auf aktuellen Technologien wie NFC, WLAN und Bluetooth basieren. Das Unternehmen arbeitet mit verschiedenen internationalen Partnern zusammen, um seine Produkte weltweit zu vertreiben. Die wichtigsten Märkte sind die USA, Europa und Asien.

Der Umsatz des Unternehmens stieg von 24 Mio. US-Dollar im Jahr 2017 auf 154 Mio. US-Dollar im Jahr 2022. Im Jahr 2018 stieg der Umsatz um weitere 50 Mio. US-Dollar. Im Jahr 2021 ging das Umsatzwachstum aufgrund der Pandemie zurück. Das Geschäft und der Umsatz des Unternehmens erholten sich 2022 nach der weltweiten Corona-Krise relativ schnell.

Nach der Gründung des Unternehmens im Jahr 2015 und dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit E-Ink belegte das Unternehmen bereits im Jahr 2016 den ersten Platz in der Branche bei den Auslieferungen. 2017 schloss man eine strategische Partnerschaft mit den drei größten Kunden auf dem Weltmarkt und es erfolgte die Markteinführung neuer 3-Farb-Display-Modelle. Die Inbetriebnahme weiterer EPD-Produktionslinien und die Entwicklung von TFT Arrays und Treiber-ICs erfolgte 2018.

E-Ink-Telefon und Display mit Tastatur

Weitere Entwicklungen waren das erste E-Ink-Telefon und ein ePaper-Display mit Tastatur. Die Gesamtjahreslieferungen beliefen sich auf 15 Mio. Einheiten. Bereits im Jahre 2019 betrug der internationale Anteil 70 Prozent des Gesamtumsatzes. Seekink führte großformatige und vollfarbige E-Paper-Produkte ein. Die Auslieferungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 200 Prozent und erreichten 30 Mio. Einheiten. 2020 folgte die Einführung von EIA (Environmental Impact Assessment) und in Kooperation mit BOE beginnt die Entwicklung von E-Reader-Produkten.

Im Jahre 2021 führte die Zusammenarbeit mit Tencent zur Entwicklung von Produkten für die Bildung wie interaktive Whiteboards. Im Jahre 2022 erreichte die Gesamtauslieferung über 60 Mio. Einheiten und 2023 haben die Anwendungsprodukte weitere Branchen abgedeckt, darunter das Smart Office, das Gesundheitswesen und das Transportwesen.

Die Produktpalette von Seekink

Die Produktpalette von Seekink umfasst verschieden Größen von 1 bis 42 Zoll in den Farbvarianten BW, BWR, BWY, BWRY, N-Farbe und Vollfarbe sowie in vielen Auflösungsvarianten. Für den Innenbereich gibt es beispielsweise ein 23,5 oder 28 Zoll-Full-Color-Display oder ein 42-Zoll-Digital-Whiteboard. Für den Außeneinsatz sind monochrome Displays in den Größen von 13,3; 28 und 31,2 Zoll erhältlich. Displays in den Größen 10,1 und 10,8 Zoll eignen sich für E-Notebooks und E-Reader.

Für Anwendungen bei elektronischen Etiketten, Smart Wear, Smart Home, Smart Retail, Smart Storage und Smart Logistics arbeitet Seekink mit strategischen Kooperationspartnern zusammen. Problematisch sind noch Vergilbungen auf dem Modul, kurze optische Weglängen in der Lichtleiterplatte und die Verkürzung der 8-mm-Einfassungen auf 5,8 mm.

Mögliche Antworten darauf sind UV-Blocker wie OCA (Optically Clear Adhesives). Sie verhindern, dass ultraviolette Strahlen die Glasschicht erreichen. Die UV-Transferdrucktechnik wird angewandt, um die Größe der Punkte auf der Lichtleiterplatte zu verringern. Ein vielversprechendes UV-Transferdruckverfahren wurde eingesetzt, um eine größere Anzeigefläche zu erzielen.

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Unter der Leitung von Thomas de Laar wird in diesem Jahr Seekink Europe gegründet. Damit ist eine sehr gute und persönliche Betreuung der Kunden im EMEA-Raum gewährleistet. De Laar, CEO von Holitech Europe, erklärt: „Wir konzentrieren unser Kerngeschäft auf E-Paper, um unsere Kunden gezielter beraten zu können und unser bisher eher global ausgerichtetes Display-Geschäft stärker auf die neuen Technologien auszurichten“. (heh)

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