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Aufwandsschätzung durchführen
Der Zusammenhang zwischen Größenschätzung und dem daraus resultierenden Aufwand wurde bereits erläutert. Im einfachsten Fall lässt sich der Aufwand proportional zur zugrunde liegenden Größenschätzung ableiten. Es wäre aber fahrlässig, sich auf nur diesen einen Zusammenhang zu verlassen; stattdessen sind die Vielzahl der bereits genannten Einflussfaktoren zu berücksichtigen.
Aber es gibt noch weitere Fallen in der Aufwandsschätzung: zum Beispiel der Irrglaube, dass die Wiederverwendung von Arbeitsergebnissen (es muss sich hierbei nicht notwendigerweise nur um Software Code handeln) nichts kosten würde. Voraussetzung ist natürlich, dass das wiederzuverwendende Arbeitsergebnis eine solch gute Struktur und Qualität besitzt, dass es sich grundsätzlich wiederverwenden lässt.
Bereits um das zu gewährleisten, muss bei der Erstellung des Arbeitsproduktes ein gewisser Mehraufwand investiert werden. Doch selbst dann kann die Wiederverwendung eines Arbeitsergebnisses durchaus bis zu 25% des ursprünglichen Erstellungsaufwandes bedeuten. Gründe hierfür sind zum Beispiel der Aufwand für die Einarbeitung in das bereits bestehende Arbeitsergebnis oder auch schlicht seine Anpassung an die aktuelle Projektsituation.
Zur Schätzung selbst müssen unbedingt mehr als nur ein Experte befragt werden. Dabei kann man entweder in einem Workshop mehrere Fachleute bitten, sich auf Schätzwerte zu einigen (Delphi-Methode), oder man lässt sich von jedem Experten drei Schätzwerte geben, die jeweils einen optimistischen, einen realistischen und einen pessimistischen Fall widerspiegeln (Drei-Punkt-Schätzung). Gemäß Beta-Verteilung werden diese zu einem Schätzwert verrechnet: (optimistisch + 4 * realistisch + pessimistisch) / 6.
An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass gerade bei kleineren Projekten die Informelle Expertenschätzung zum Zuge kommt. Das bedeutet nichts anderes als eine kurze und knappe Frage an mehrere Experten nach ihrer Aufwandsprognose oder einfach das Review einer Aufwandsprognose durch eine zweite Person.
Gerade bei der Aufwandsschätzung werden unklare Anforderungen häufig erkannt. Das kann bedeuten, dass hier zunächst eine Klärung der Anforderungen mit dem Auftraggeber im Vordergrund steht. Als Alternative können bei unklaren Anforderungen mehrere Szenarien entworfen werden, indem die Experten für die Schätzung die unklaren Anforderungen entsprechend in verschiedene Richtungen konkretisieren und dafür ihre Schätzungen abgeben. Die Dokumentation der Szenarien (das sind Randbedingungen der Schätzungen) müssen natürlich dokumentiert und kommuniziert werden.
Kostenschätzung durchführen
Neben der Größen- und Aufwandsschätzung ist dies in der durchzuführenden Reihenfolge der Aktivitäten die dritte Schätzart, aber gleichzeitig meist auch die einfachste. Personalkosten werden aus den bereits ermittelten Aufwandszahlen und den typischerweise bekannten Personalstundensätzen berechnet. Bei der Kostenschätzung müssen schließlich noch weitere Kostenarten berücksichtigt werden, wie Reisekosten, Fortbildungskosten, Kosten für Werkzeuge bzw. Ausrüstungsgegenstände, Lizenzen etc.
Aktivitätenzeitplan erstellen
Die Schätzung ist bereits abgeschlossen, jetzt gilt es den Terminplan aufzustellen.
Kostenplanung erstellen
Aus Projekt-Managementsicht ist es nicht nur interessant, wann welche Aktivität von wem durchgeführt werden muss (Ergebnis der Erstellung des Aktivitätenzeitplanes), sondern auch wann welche Kosten anfallen und damit wann vom Unternehmen welche Liquidität vorgehalten werden muss.
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