Robotik als Standbein Schaeffler will Hunderte humanoide Roboter einsetzen

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Schaeffler bindet das britische Unternehmen Humanoid enger an sich: Der Zulieferer will künftig Aktoren für humanoide Roboter liefern und zugleich selbst zum Großanwender werden. In den nächsten fünf Jahren sollen mehrere hundert Systeme in Schaefflers weltweitem Fertigungsnetz anlaufen.

Schaeffler wird humanoide Roboter von Humanoid in sein globales Fertigungsnetzwerk integrieren.(Bild:  Schaeffler)
Schaeffler wird humanoide Roboter von Humanoid in sein globales Fertigungsnetzwerk integrieren.
(Bild: Schaeffler)

Die Partnerschaft ist als Technologie-Deal angelegt und umfasst zwei Seiten: Schaeffler entwickelt und liefert Schlüsselkomponenten, Humanoid liefert Roboter für den Einsatz in Schaefflers Produktion. Beide Unternehmen wollen dabei roboterspezifische und anwendungsbezogene Daten erfassen, um KI-Modelle zu trainieren und die Performance im Feld schrittweise nachzuschärfen.

Aktorik als Eintrittskarte

Im Zentrum stehen Gelenk-Aktoren. Für radgestützte Humanoid-Systeme wird Schaeffler nach eigenen Angaben „bevorzugter Lieferant von Aktoren“. Außerdem geht es um Wellgetriebeaktoren, die vor allem im Oberkörper, in Schultern und Armen arbeiten.

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Schaeffler beschreibt den Bau dieser Aktoren als Industrialisierungsaufgabe: Bei der Fertigung kommen Wickelungs-, Bestückungs- und Zerspanungstechnologien sowie Montage- und Prüfschritte zum Einsatz. Konstruktion und Packaging zielen auf Serienfertigung, nicht auf Einzelstücke aus dem Labor. Technisch nennt Schaeffler unter anderem ein hohes Gewichts-Drehmoment-Verhältnis, eine große Hohlwelle für interne Verkabelung sowie spielfreies Verhalten und geringe Reibung.

Vom Proof-of-Concept zur Linie

Dass Schaeffler bei Humanoiden nicht bei Folien bleibt, deutete sich bereits 2025 an: Humanoid und Schaeffler testeten einen Bin-Picking-Ansatz in produktionsnaher Umgebung. Der Roboter griff dabei metallische Lagerringe aus Kisten, übergab sie an eine Pufferstation und bewegte sich zwischen Stationen. Solche Aufgaben gelten als guter Stresstest, weil Greifen, Lageerkennung und Prozessstabilität zusammenkommen.

Die Kooperation mit Humanoid ist zudem nicht Schaefflers erste Wette auf Humanoide. Anfang November 2025 hatte der Konzern bereits eine Partnerschaft mit Neura Robotics bekanntgegeben. Das Muster bleibt ähnlich: Schaeffler will Komponenten liefern, Fertigungskompetenz in Stückzahlen ausspielen und gleichzeitig Erfahrungen als Betreiber sammeln. (mc)

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