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Lötverfahren und deren Besonderheiten
Durch die Wahl eines bestimmten Lötverfahrens lässt sich das Entstehen von Schadstoffen erheblich reduzieren. Das Hochtemperaturlöten arbeitet beispielsweise ohne Flussmittel unter Luftabschluss. Vollstickstoffmaschinen verhindern auf diese Weise zwar Reaktionen mit der Luftfeuchtigkeit und dem Luftsauerstoff, doch auch hier müssen die Flussmittel- und Lösemitteldämpfe abgefangen werden.

Andere Lötverfahren hingegen stellen sehr spezielle Anforderungen an die Filtertechnik und den Aufbau der Absauganlagen. Beim Handlöten beispielsweise werden häufig keine Filteranlagen eingesetzt, da Absaugrohre oft als störend empfunden werden. Jedoch besteht hier eine besonders große Belastung durch Stäube und Dämpfe, da meist unmittelbar über die Lötstellen gebeugt gearbeitet wird. Die gesundheitsschädlichen Flussmittel befinden sich direkt im Lötdraht, verdampfen beim Erhitzen mit dem Lötkolben. Deshalb sollte hier in jedem Fall gewissenhaft abgesaugt werden (Bild 1).

Beim Weichlöten entsteht besonders viel Krätzestaub. Auf dem Lötbad, wie es zum Beispiel beim Wellenlöten (Bild 2) verwendet wird, setzt er sich in Form von Schlacke ab und kann abgeschöpft werden. Doch eine nicht unerhebliche Menge verteilt sich auch in der Luft.

Das Hartlöten wird meist bei hohen Ansprüchen an die Belastbarkeit und Bruchfestigkeit der Baugruppen angewandt. Hier werden häufig ätzende Flussmittel eingesetzt, wie z.B. das sogenannte Königswasser, die besonders gefährlich sind. In manchen Branchen wie der Militär- und Medizintechnik darf wie erwähnt noch mit Bleiloten gearbeitet werden, da bleihaltige Lötstellen dauerhafter sind. Allerdings ist der entstehende Lötrauch aufgrund des enthaltenen Bleis extrem giftig und muss ebenfalls abgesaugt werden (Bild 3).
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