Rettungsplan für Varta Sanierungskonzept für Varta steht und sieht Porsche als Gesellschafter vor

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Verantwortlichen des angeschlagenen Energiespeicher-Herstellers Varta haben sich mit nahezu allen Konsortialkreditgebern sowie gewissen Schuldscheindarlehensgläubigern und strategischen Investoren auf die wesentlichen Eckpunkte eines langfristigen Sanierungskonzepts geeinigt.

Easy Block und Easy Blade von Varta sind serienmäßig verfügbare smarte und modulare Batterien in 24 V und 48 V, die vor allem in kleinen und mittelgroßen Fahrzeugen sowie in fahrerlosen Transportsystemen eingesetzt werden können.(Bild:  VARTA AG)
Easy Block und Easy Blade von Varta sind serienmäßig verfügbare smarte und modulare Batterien in 24 V und 48 V, die vor allem in kleinen und mittelgroßen Fahrzeugen sowie in fahrerlosen Transportsystemen eingesetzt werden können.
(Bild: VARTA AG)

Der Energiespeicher-Hersteller Varta versucht sich, nach Gesprächen mit nahezu allen Konsortialkreditgebern sowie gewissen Schuldscheindarlehensgläubigern und strategischen Investoren aus der wirtschaftlichen Misere der jüngeren Vergangenheit zu befreien. Am 17. August 2024 wurde ein Sanierungskonzept vorgestellt, dessen Eckpunkte von den meisten Beteiligten für die kommenden Jahre gebilligt und getragen werden sollen.

Zunächst wird ein Schuldenschnitt veranlasst. Im Rahmen dessen werden die bisherigen Finanzverbindlichkeiten der Varta AG um mehr als die Hälfte reduziert; von 485 Millionen auf 200 Millionen Euro. Um das Unternehmen finanziell zu stabilisieren und gleichzeitig neues Kapital zu gewinnen, folgt anschließend ein Kapitalschnitt. Zuerst wird das Grundkapital der Varta AG auf null herabgesetzt, dann folgt eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro über Eigenkapital. Weitere 60 Millionen Euro werden über ein vorrangig besichertes Darlehen zur Verfügung gestellt.

Michael Tojner und Porsche als Gesellschafter

Die Kapitalerhöhung wird zunächst von einer Gesellschaft von Mehrheitsaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Tojner und einer Beteiligungsgesellschaft von Porsche gezeichnet, die jeweils 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. „Die neue Erstrangfinanzierung von 60 Mio. € stellen bestehende Finanzgebern zur Verfügung. Diese partizipieren künftig zudem über eine virtuelle Beteiligung zu 36 Prozent am wirtschaftlichen Eigenkapital der VARTA AG, die übrigen 64 Prozent teilen sich mit jeweils 32 Prozent MT InvestCo und Porsche“, teilte Varta am 17. August 2024 fest.

Über die beschriebenen Maßnahmen möchte sich das Unternehmen langfristig entschulden. Bestehende und neue Finanzverbindlichkeiten haben vorerst eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Porsche hatte gleichzeitig mitgeteilt, dass man, wie bereits seit einigen Wochen geplant, eine Mehrheitsbeteiligung an der V4Drive Battery GmbH eingegangen wird. „In dieser Gesellschaft bündelt Varta das Geschäft für großformatige Lithium-Ionen-Rundzellen, welche im Performance-Hybrid-Antrieb des Porsche 911 Carrera GTS zum Einsatz kommen“, teilt Porsche mit. Man wolle mit dem Bau der auf den Weg gebrachten Produktionsanlage für Booster-Zellen in Nördlingen fortfahren und mit V4Drive künftig auch Kunden abseits von Porsche ansprechen. Für die Mehrheitsübernahme von V4Drive sind noch kartellrechtliche Freigaben sowie die erfolgreiche Umsetzung des Sanierungsverfahrens der Varta AG notwendig. (sb)

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