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Digitalisierung eröffnet neue Chancen für den Arbeitsmarkt

Das starke Wachstum hängt auch mit den aktiven Trends der Digitalisierung und der Umstellung auf Industrie 4.0 zusammen. Dr. Norbert Stein betonte hierbei, dass Digitalisierung und Automatisierung Schlüsselelemente seien, um auch in Zukunft Produktivität und Arbeitsplätze zu erhalten. Er nahm dabei deutlich Stellung gegen Meldungen aus den vergangenen Jahren, demzufolge die Automatisierung Arbeitsplätze überflüssig machen und Jobs abbauen würde. Auch andere Digitalisierungsthemen wie Big Date müssten daher weiter mit vorangetrieben werden, um das weitere Wachstum der Branche auch in Zukunft zu garantieren.
Der VDMA vertritt eine gegenteilige Ansicht: Das Arbeitskräfteangebot in Deutschland wird sich natürlich bedingt bis 2040 stark verringern. Während die Babyboomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsalter herauswachsen und in Rente gehen, rücken geburtenschwache Jahrgänge nach. In Zahlen ausgedrückt schrumpft das Erwerbspotential in Deutschland bis 2040 um 10 Millionen Menschen. Digitalisierung könnte diesem schrumpfenden Arbeitskräftepotenzial entgegenwirken und einen neuen Produktivitätsschub auslösen.
„Die wenigsten Studien ziehen in Betracht, dass durch neue Technologien auch wiederum neue Arbeitsplätze entstehen", fügte Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation, hinzu. Es hätte schließlich in der Vergangenheit bereits Automatisierungswellen in der Gesellschaft stattgefunden - etwa die auf breiter Ebene erfolgte Einführung von PCs an Arbeitsplätzen - bei denen ebenfalls solche Schreckensszenarien gezeichnet worden waren, ohne dass diese eingetreten seien. Ebenso würde in solchen Studien meist unterstellt, dass Automation grundsätzlich besser sei als der Mensch, menschliche Arbeit komplett ersetzt würde und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer solchen Ersetzung außer Acht gelassen. Auf menschliche Intuition und Kreativität könne man auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt nicht verzichten, merkte auch Dr. Stein an: Mensch und Maschine dürfen nicht gegeneinander anrennen, sondern müssen miteinander rennen, Hand in Hand arbeiten.
„Level Playing Field“ mit China gefordert
Angesprochen auf das enorme Wachstum der Automatisierungsbranche in China und die Investitionen chinesischer Firmen sprach der VDMA auch seine Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation aus. Deutsche Firmen hätten es gegenwärtig deutlich schwerer, Zugang zum chinesischen Markt zu erhalten, als chinesische Firmen in Deutschland. Der VDMA fordert daher einen leichteren Zugang zu chinesischen Märkten. Der Verband befindet sich diesbezüglich auch in Gesprächen mit der deutschen Regierung, um zu erreichen, dass sich hier etwas ändern muss, wie Patrick Schwarzkopf bestätigte.
„Wir fordern dabei keinen Schutz vor chinesischen Investitionen in Deutschland,“ stellte dabei Holger Paul, VDMA Kommunikation, nachdrücklich klar. Investitionen ausländischer Firmen seien nichts grundsätzlich verderbliches und förderten den Wettbewerb. Vielmehr gehe es darum, klarzustellen, dass auch deutsche Firmen auf dem chinesischen Markt die gleichen Möglichkeiten erhalten. „Es muss sich in China etwas ändern, weniger in Deutschland.“ so Paul.
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