Robotics Institute Germany Deutschland auf dem Weg in die Weltspitze der Robotik

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 4 min Lesedauer

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Mit einer Investition von 20 Mio. Euro über vier Jahre soll das Robotics Institute Germany einen neuen Meilenstein in der KI-basierten Robotik in Deutschland setzen. Es vereint führende deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen, um die Robotik voranzutreiben und mit der Weltspitze Schritt zu halten.

Prof. Angela Schoellig (links), Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Prof. Tamim Asfour vom KIT).(Bild:  BMBF)
Prof. Angela Schoellig (links), Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Prof. Tamim Asfour vom KIT).
(Bild: BMBF)

Roboter verändern nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Leben der Gesellschaft. Sie beeinflussen das Gesundheitswesen, die Bildung, Mobilitätslösungen und den Umweltsektor gleichermaßen. Doch bislang kommt die Roboter-Spitzenforschung aus den USA, Japan, Südkorea oder China. Nun will auch Deutschland in der Weltspitze der Robotik mitspielen. Mit der Gründung des Robotics Institute Germany (RIG) verfolgen die Technische Universität München (TUM) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Ziel, mit der Robotik an die Innovationen in Chemie, Pharmazie und Automobilindustrie anzuknüpfen, die Deutschland in der Vergangenheit als Industrienation etabliert und über Jahrzehnte Wohlstand und Wachstum gesichert haben.

„Deutschland hat das Potenzial, eine Vorreiterrolle in der verkörperten KI einzunehmen“, erklärt RIG-Koordinatorin und Konsortialführer TUM Prof. Angela Schoellig. „Intelligente Roboter könnten der nächste große Exportschlager 'Made in Germany' werden.“ Der Start des Projekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zunächst für vier Jahre mit 20 Mio. Euro gefördert wird, ist für den 1. Juli 2024 geplant.

Gute Ausgangsbedienungen für Robotertechnik

Die Ausgangsbedingungen sind gut: Erfahrene Robotiker in Deutschland gehören zur internationalen Spitze in der KI-basierten Robotik und haben wesentliche Beiträge zur globalen Robotiklandschaft geleistet.

„Allerdings fehlt in Deutschland bislang ein strategischer Ansatz, der die vorhandenen Potenziale bündelt und synergetisch nutzt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern und Exzellenz und Wirtschaftswachstum zu fördern. Wir werden das Robotics Institute Germany als national anerkanntes und international einzigartiges Institut etablieren, das Spitzenforschung, Ausbildung und Innovation in der KI-basierten Robotik gestaltet und auf die Bedürfnisse Deutschlands ausrichtet“, erklärt RIG-Sprecher Prof. Tamim Asfour vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Intelligente Roboter könnten der nächste große Exportschlager 'Made in Germany' werden.

Prof. Angela Schoellig, TUM

Robotik-Spitzenforschung aus Deutschland

Mit dabei sind neben der TUM und dem KIT über ganz Deutschland verteilt acht weitere Universitäten, die Universität Bonn, die Technische Universität Berlin, die Technische Universität Darmstadt, die Universität Bremen, die Universität Stuttgart, die RWTH Aachen, die Technische Universität Dresden und die Technische Universität Nürnberg.

Hinzu kommen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, drei Fraunhofer-Institute (IPA, IOSB und IML) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie 19 assoziierte Partner. Eine Zusammenarbeit mit weiteren (auch internationalen) Partnern etwa aus der Industrie ist geplant.

Die fünf strategischen Ziele

Forschung soll weltweit wettbewerbsfähig werden: Ziele des Robotics Institute Germany sind die Förderung von Kooperationen zwischen Robotikstandorten sowie die Etablierung von Forschungsclustern zu Schlüsseltechnologien in Deutschland. Es soll eine weltweit wettbewerbsfähige Forschung für KI-basierte Robotik in Deutschland entstehen – mit einem klaren Fokus auf Innovationen. Dazu soll das Robotik-Institut die konkreten Herausforderungen in Deutschland im Blick haben und mit missionsorientierter Forschung vorantreiben.

Infrastruktur und Ressourcen gemeinsam nutzen: Die Partner des RIG werden ihre Infrastruktur und Ressourcen für gemeinsame Forschungen nutzen. Dazu gehören physische und virtuelle Labore sowie etwa Software und Forschungsdaten. In einem dynamischen, offenen Ökosystem werden Daten und Software gemeinsam nutzbar sein.

Talente fördern und Training für die Robotik anbieten: Talente entwickeln und finden steht im Mittelpunkt des RIG-Talentprogramms. So sollen ein RIG-Curriculum zur forschungsorientierten Lehre für KI-basierte Robotik, ein einheitlicher Bachelor-Einführungskurs und neue englischsprachige Masterprogramme sowie ein RIG-Doktoranden-Programm für die Robotik entstehen. Um Talente zu gewinnen, setzt das RIG schon in Schulen an: Für die gymnasiale Oberstufe sollen Kurse in Robotik und KI entwickelt und begabte Schülerinnen und Schüler gefördert werden.

Robotikforschung vergleichbar machen mit Benchmarking und Wettbewerben: RIG-Robotik-Benchmarks werden in eigenen Laboren entwickelt, um Fähigkeiten wie die Objektmanipulation, Navigation in schwierigem Gelände oder die Mensch-Roboter-Interaktion standardisiert testen zu können. Mit diesen Benchmarks setzt das RIG neue Maßstäbe für die Bewertung von Robotersystemen in Bereichen wie persönliche Assistenz, flexible Produktion oder Logistik. Zudem sollen Wettbewerbe wie die Autonomous Racing Challenge, der RoboCupHumanoid Soccer oder der RoboCupRescue für Such- und Rettungsroboter künftig eine noch größere Rolle spielen und eine eigene RIG-Challenge entwickelt werden.

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Den Transfer von Forschungsergebnissen für die Industrie vereinfachen: Um Forschung in wettbewerbsfähige Produkte umzumünzen, müssen Forschung und Industrie eng zusammenarbeiten. Deshalb sieht das RIG-Innovationsprogramm vor, technische Bedürfnisse der Industrie aufzuspüren und den „Technology Readiness Level“ zu erhöhen. Das RIG will die Start-up-Kultur fördern und zudem die Forschenden besonders dazu motivieren, neue Anwendungsfelder für die Robotik zu entwickeln. Das Maß aller Dinge: Anzahl und Größe von neuen Startups, Anzahl von Patenten und der Umfang direkter Finanzierungen durch die Industrie werden Jahr für Jahr überprüft. (heh)

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