Roboter in der Landwirtschaft Roboter übernimmt ungeliebte Pflückarbeiten im Gewächshaus

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Oft werden Roboter als hilfreiche Werkzeuge angesehen, um uns anstrengende oder gar gefährliche Arbeiten abzunehmen. Gleiches gilt für einen Agrarroboter vom ETH-Spin-off Floating Robotics. Der übernimmt die zeitintensive und anstrengende Pflückarbeiten in einem Gewächshaus, die sonst kaum jemand erledigen möchte.

Der Pflückroboter von der ETH Zürich kann sowohl ernten als auch entlauben.(Bild:  ETH Zürich)
Der Pflückroboter von der ETH Zürich kann sowohl ernten als auch entlauben.
(Bild: ETH Zürich)

Der Einsatz von Robotern spielt eine zunehmend bedeutende Rolle in verschiedenen Bereichen unseres Lebens und der Gesellschaft. Die Technologie bietet nicht nur effizientere und präzisere Lösungen für repetitive Aufgaben, sondern trägt auch dazu bei, menschliche Arbeitskraft freizusetzen, die dann für kreativere und anspruchsvollere Tätigkeiten genutzt werden kann.

In der Industrie ermöglichen Roboter eine Steigerung der Produktionseffizienz und tragen zur Verbesserung der Produktqualität bei. Ebenso sind sie in der Medizinbranche als chirurgische Assistenten präsent oder finden einen Einsatz in gefährlichen Umgebungen wie Raumfahrt, Bergbau oder bei der Katastrophenbewältigung.

Landwirtschaft im Autopilot

In autonomer Landwirtschaft kommen inzwischen Technologien wie Drohnen, selbstfahrende Traktoren, Sensoren und Datenanalyse-Software zum Einsatz. Das ist nun nicht verwunderlich, wenn insbesondere in der Landwirtschaft gibt es viele Arbeiten, für die sich nur kaum menschliche Arbeitskräfte finden lassen. Das gilt etwa für die Arbeit in einem Gewächshaus, in dem zwar für die Pflanzen optimale Verhältnisse herrschen – allerdings nicht zwangsläufig für die Arbeitenden.

Das betrifft etwa den Bereich, in dem der Pflückroboter des ETH-Spin-offs Floating Robotics eingesetzt wird. Der Roboter, der im Rahmen einer Pilotphase im Gewächshaus der Beerstecher AG in der schweizerischen Gemeinde Hinwil getestet wird, arbeitet bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und einer Temperatur von bis zu 35 Grad Celsius im Sommer.

Dem Familienunternehmen ist es in der Vergangenheit unter den Bedingungen schwergefallen, Arbeitskräfte zu finden beziehungsweise sie zu halten. Da ist es gut, wenn einem Roboter diese Umstände gleich sind.

Vorteile eines künstlichen Helfers

Zudem arbeitet der Roboter, der von Ingenieuren und Studierenden des Robotic Systems Lab der ETH entwickelt wurde, nicht nur unter äußeren Einflüssen, die dem Menschen zu schaffen machen, sondern kann auch in der Nacht eingesetzt werden. Was genau aber macht die Maschine?

„Der Roboter beobachtet die Pflanzen mit seinen Kameras“, so Salman Faraji von der ETH Zürich, „und kann die Perspektive verlagern, um aus verschiedenen Winkeln zu sehen.“ Der eingebaute Computer analysiert die gesammelten Daten und befiehlt dem Arm, in welcher Position das Gemüse präzise gegriffen beziehungsweise wie eine Pflanze entlaubt werden soll.

„Der Roboter öffnet die Box und füllt sie mit dem, was er gerade an Feldfrüchten erntet“, erklärt Faraji. „Dann wartet der Roboter, bis das Boxsystem diese volle Box gegen die nächste Leere austauscht.“

Im Video ist zu sehen, dass das komplette System schmal ausgelegt und deswegen für die schmalen Reihen in einem Gewächshaus deswegen gut geeignet ist. Dazu kann die Konstruktion überaus lang ausfallen; je nachdem, wie viele Kisten der Roboter zu füllen hat.

Werden so Arbeitsplätze eingespart?

Wenn es um Roboter oder KI geht, die Menschen Arbeiten abnehmen oder zumindest erleichtern sollen, steht oft die Frage im Raum, ob der Roboter menschliche Arbeiter ersetzt. Die ehemalige ETH-Studierende Bianca Curcio, die inzwischen für die Produktionsleistung im Gewächshaus von Beerstecher verantwortlich ist, sieht die Vorteile durch den Einsatz des Roboters.

„Wir haben so viele standardisierte Prozesse und so viel manuelle Arbeit“, sagt Curcio. „Während der Saison Arbeiter zu finden, kann manchmal schwer sein. Ich glaube, letztlich ersetzt der Roboter den Mensch nicht wirklich. Aber so brauche ich weniger Leute für die gleiche Arbeit. Sie können besseren Jobs nachgehen als dem Ernten oder harter Arbeit. Für mich ist das auch ein geringeres Risiko: Wenn wir während der Saison wenig Leute haben, kann ich ihnen Arbeiten geben, die ein Roboter nicht – oder noch nicht – erledigen kann.“ (sb)

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