Funkidentifikation RFID-Mülltonne ertappt Recycling-Sünder

Redakteur: Peter Koller

Mit Hilfe von RFID-Chips in Mülltonnen will die Stadt Cleveland im US-Bundesstaat Ohio ihr Müllproblem besser in den Griff bekommen. Die Funk-Tags sollen Recycling-Sünder entlarven.

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Die Stadtverwaltung von Cleveland hat grünes Licht gegeben, jährlich 25.000 Mülltonnen mit den RFID-Tags auszustatten, bis alle 150.000 Einwohner damit versorgt sind. Die Aktion wird rund 2,5 Millionen Dollar kosten. Das Ziel ist es, einen Anteil an recyclebarem Abfall von mehr als zehn Prozent in den Restmülltonnen zu verhindern.

Da die Funktags nicht zwischen Restmüll und Glas oder Papier unterscheiden können, wird statt dessen über den RFID-Chip erfasst, wie häufig welche Tonnen zur Leerung an die Straße gestellt werden. Gibt es ein deutliches Missverhältnis zu Ungunsten der Recycling-Tonnen, wird der Restmüll des Sünders von Hand durchsucht.

Bei einem Recycling-Anteil von mehr als zehn Prozent wird eine Geldbuße von rund 100 Dollar fällig. Nicht nur aus diesem Grund dürfte sich die Investition in die RFID-Mülltonnen lohnen. Für eine Tonne Restmüll zahlt Cleveland eine Entsorgungsgebühr von 30 Dollar, eine Tonne Recycling-Abfall bringt dagegen 26 Dollar ein.

Darüber hinaus erleichtert der RFID-Funk-Tag die Automatisierung der Abfallentsorgung. Cleveland setzt immer mehr Müllautos ein, bei denen die Mülltonne automatisiert über einen Greifarm ins Fahrzeug entleert wird, ohne dass der Fahrer aussteigen muss. Ronnie Owens, Chef der Müllabfuhr: „Wir versuchen unser System so weit als möglich zu automatisieren, um die Effizienz zu steigern.“

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