Renesas will eine integrierte und offene Plattform für das Design und Lifecycle-Management von Elektronikprodukten auf Systemebene schaffen. Dafür nutzt der Chiphersteller offiziell seit Mitte 2023 die Cloud-Plattform Altium 365. Nun übernimmt er Hersteller Altium gleich ganz. Vor gut drei Jahren war Autodesk mit dem Kauf der Firma gescheitert.
Das Design von Leiterplatten ist komplex und erfordert hochspezialisierte Tools. Renesas will eine Cloud-basierte offene Plattform schaffen, die Entwicklern einen holistischen Ansatz für das Design und Lifecycle-Management von Elektronikprodukten auf Systemebene anbietet. Die Basis dafür ist Altium 365 – dessen Hersteller Renesas nun übernehmen will.
Hidetoshi Shibata, CEO von Renesas, und Aram Mirkazemi, CEO von Altium. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen, Mitte 2023 hat Renesas offiziell die Cloud-Plattform Altium 365 eingeführt.
(Bild: Renesas Electronics)
Für umgerechnet rund 5,55 Milliarden Euro will der japanische Mikrocontroller-Marktführer und Chiphersteller Renesas Electronics Corporation (Renesas) das Unternehmen Altium kaufen. Altium ist ein weltweit bedeutender Anbieter für Leiterplatten-(PCB-)Designsoftware und der Cloud-Entwicklungsplattform Altium 365. Das Unternehmen mit Hauptsitz in den USA ist in Australien börsennotiert und machte im vergangenen Geschäftsjahr bis Juni 2023 einen Umsatz von umgerechnet etwa 245 Millionen Euro. Die Führungen beider Konzerne haben der Übernahme bereits zugestimmt. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte 2024 abgeschlossen sein.
Demnach wird Renesas im Rahmen der Transaktion alle ausstehenden Aktien von Altium zu einem Barpreis von 68,50 A$ (Australische Dollar) pro Aktie erwerben. Dies entspricht einem Eigenkapitalwert von ca. 9,1 Milliarden A$ (ca. 887,9 Milliarden Yen oder 5,55 Milliarden Euro) und einem Unternehmenswert von 8,8 Milliarden A$ (ca. 859,3 Milliarden Yen).
Mit den Produkten von Altium will Renesas eine integrierte und offene Cloud-Plattform für das Design und das Lifecycle-Management von Elektroniksystemen schaffen, die eine Zusammenarbeit auf Komponenten-, Subsystem- und Systemebene ermöglicht. Nach eigenen Angaben steht die Transaktion „im Einklang mit der Digitalisierungsstrategie von Renesas und stellt den ersten bedeutenden Schritt des Unternehmens dar, um den Entwicklern von Elektroniksystemen eine verbesserte Benutzererfahrung und Innovationen auf Systemebene zu ermöglichen“.
Ziel: Cloud-Lösung für immer komplizierte Entwicklungsprozesse
Hintergrund ist, dass das Design und die Integration von elektronischen Systemen immer komplexer wird. Das Entwickeln von Elektroniksystemen ist bislang ein komplizierter und iterativer Prozess, an dem mehrere Akteure aus unterschiedlichen Teams und etliche Designschritte beteiligt sind – von der Komponentenauswahl und -bewertung bis hin zur Simulation und dem physischen PCB-Design. Auch die Anforderungen an die fertigen Produkte steigen: Ingenieure müssen in der Lage sein, Systeme zu entwerfen, die nicht nur funktional, sondern auch effizient und kostengünstig sind, und das bei verkürzten Entwicklungszyklen. Hinzu kommt, dass die Produkte auch immer strengere Richtlinien und Gesetze einhalten müssen.
Renesas und Altium haben sich zum Ziel gesetzt, eine integrierte und offene Plattform für das Design und das Lifecycle Management von Elektroniksystemen zu entwickeln, die diese Schritte auf Systemebene vereinheitlicht. Dazu sollen das Embedded-Portfolio von Renesas – das Hochleistungsprozessoren, Analogtechnik, Stromversorgungs- und Konnektivitätslösungen umfasst – in die Cloud-Plattform von Altium integriert werden. Renesas will letztlich alle ECAD-Bibliotheken seiner Produkte im Altium Public Vault veröffentlichen.
Ohne Frage steht dem Unternehmen einiges an Arbeit bevor: In den vergangenen Jahren hatte Renesas mehrere Firmen übernommen, die oft eigene PCB-Design-Tools für ihre Lösungen eingesetzt haben. Die Funktionen müssen in die Cloud integriert werden.
Auch Lösungen von Drittanbietern aus dem gesamten Ökosystem sollen in die Plattform integriert werden, um alle Schritte des Elektronikdesigns nahtlos in der Cloud ausführen zu können. „Die Plattform für das Design und das Lifecycle-Management von Elektroniksystemen wird die Integration und Standardisierung verschiedener elektronischer Designdaten und -funktionen sowie ein verbessertes Lifecycle-Management von Komponenten ermöglichen und gleichzeitig eine nahtlose digitale Iteration von Designprozessen zur Steigerung der Gesamtproduktivität schaffen“, erklärt Renesas. Dies soll zu deutlich schnelleren Innovationen führen und die Einstiegshürden für Systementwickler senken, „da Entwicklungsressourcen und Ineffizienzen reduziert werden“.
„Mit unserem Ziel ‚To Make Our Lifes Easier‘ im Hinterkopf ist es unsere Vision, Elektronikdesign für den breiten Markt zugänglich zu machen, um mehr Innovationen durch eine Cloud-basierte Plattform zu ermöglichen“, sagte Hidetoshi Shibata, CEO von Renesas. Durch die Übernahme von Altium könne man eine integrierte und offene Entwicklungsplattform anbieten, die es Unternehmen aller Größen und Branchen erleichtert, Systeme zu entwickeln und zu skalieren. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Elektronik die wichtigste Branche für den Aufbau einer intelligenten und nachhaltigen Welt ist. Die visionäre Führung und das Engagement von Renesas, Elektronik für alle zugänglich zu machen, findet bei Altium großen Anklang“, sagte Aram Mirkazemi, CEO von Altium.
Stand: 08.12.2025
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Altium hat 1985 in Australien begonnen, als einer der weltweit ersten Anbieter PCB-Design-Tools zu entwickeln. Mittlerweile gilt das Unternehmen als einer der globalen Marktführer auf diesem Gebiet. Seine Software-Tools ermöglichen es PCB-Designern, Bauteillieferanten und Herstellern nach eigenen Aussagen, Elektronikprodukte schneller und effizienter zu entwickeln und herzustellen. Mit der weltweit ersten digitalen Plattform für das Design und die Realisierung von Elektronikhardware, Altium 365, ermöglicht die PCB-Designsoftware von Altium laut Mitteilung eine nahtlose Zusammenarbeit über den gesamten PCB-Designprozess hinweg.
Im Juni 2023 gab Renesas bekannt, dass das Unternehmen die gesamte Entwicklung des PCB-Designs auf der cloudbasierten Plattform Altium 365 von Altium standardisiert hat. Renesas hat mit Altium zusammengearbeitet, um alle ECAD-Bibliotheken seiner Produkte im Altium Public Vault zu veröffentlichen. Mit Funktionen wie der Suche nach Herstellerteilen auf Altium 365 können Kunden Renesas-Bauteile direkt aus der Altium-Bibliothek auswählen.
Transaktion muss noch einige Hürden nehmen
Die Transaktion wurde von den Verwaltungsräten beider Unternehmen einstimmig genehmigt und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 abgeschlossen. Der Abschluss der Transaktion unterliegt der Zustimmung der Altium-Aktionäre, der Genehmigung durch ein australisches Gericht sowie der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und anderer üblicher Abschlussbedingungen.
Der Altium-Vorstand empfiehlt den Altium-Aktionären einstimmig, für das Programm zu stimmen, sofern es keinen besseren Vorschlag gibt und der unabhängige Experte zu dem Schluss kommt (und weiterhin zu dem Schluss kommt), dass das Programm im besten Interesse der Altium-Aktionäre ist. Unter diesen Voraussetzungen beabsichtigt jedes Altium-Direktoriumsmitglied, für alle Altium-Aktien, die sich in seinem Besitz befinden oder von ihm kontrolliert werden, zugunsten des Programms zu stimmen bzw. abstimmen zu lassen. Altium wird als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Renesas weiterhin von CEO Aram Mirkazemi geleitet werden. (me)