Verarbeitendes Gewerbe in Deutschland Rekord! So viele Beschäftigte in der Elektro- und Digitalindustrie gab’s seit 1995 nicht mehr

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Fachkräfte werden in vielen Branchen händeringend gesucht; bedeutet, dass auch stetig viele neue Stellen entstehen. Das zeigt sich unter anderem an den Beschäftigtenzahlen in der Elektro- und Digitalindustrie zum Ende des Jahres 2023. Es gibt einen Rekord zu vermelden!

Mit mehr als 900.000 Beschäftigten ist die Elektro- und Digitalindustrie die zweitgrößte Branche im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Mit mehr als 900.000 Beschäftigten ist die Elektro- und Digitalindustrie die zweitgrößte Branche im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Fachkräftemangel bleibt seit Jahren ein zentrales Thema in den Schlagzeilen, bedingt durch verschiedene Faktoren. Dazu zählen die demografische Entwicklung mit einer alternden Bevölkerung und einem geringeren Anteil an Arbeitskräften und der Bedarf an spezialisierten Fachkräften in wissens- und technologieintensiven Branchen.

Wenig hilfreich ist es da, wenn diese Faktoren zusätzlich noch verschärft werden, und zwar durch strukturelle Probleme in Bildungs- und Ausbildungssystemen, die nicht immer den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen. Globalisierung und Digitalisierung, die zu neuen Arbeitsprofilen und einem verstärkten Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte führen, sind da nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Der VDI etwa vermeldete zum Jahreswechsel über 170.000 offene Ingenieur- und Informatikerstellen, und es ist nicht damit zu rechnen, dass sich diese Zahl kurzfristig spürbar verringern wird – sondern womöglich noch vergrößern. Immerhin, so meldet es nun der ZVEI, ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche zum Ende des Jahres 2023 die höchste seit fast 30 Jahren. Insgesamt 908.000 Menschen arbeiten für die Elektro- und Digitalindustrie.

Demografische Entwicklung bleibt eine große Herausforderung

Im Vergleich zum Dezember 2022 sind die Beschäftigtenzahlen in der Branche im Dezember 2023 um 1,1 Prozent oder 10.000 Menschen gestiegen. Nach Köpfen ist die Elektro- und Digitalindustrie die zweitgrößte Branche des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland, hält ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andres Gontermann fest. Dass die Branche so groß ist, sei allerdings keine Selbstverständlichkeit. Denn mit dem Platzen der Dotcom-Blase in den frühen 2000er-Jahren hatte die Branche bis 2005 eher mit dem Abbau zahlreicher Stellen zu kämpfen. „Seitdem hat die Branche – von konjunkturellen Schwankungen abgesehen – bis Ende 2023 kontinuierlich neue Arbeitsplätze aufgebaut. Der Zuwachs seit 2005 summiert sich bis heute auf 108.000 zusätzlich geschaffene Stellen“, schreibt der ZVEI.

Der demografische Wandel wird die Branche allerdings noch vor eine große Herausforderung stellen. Laut Angaben des ZVEI sind die Altersgruppen 55 bis 57 Jahre personell am stärksten besetzt. „Insgesamt sind mehr als ein Viertel der Mitarbeitenden (26 %) älter als 55. Wenn diese Personen in den nächsten zehn Jahren absehbar in den Ruhestand eintreten, müssten allein dadurch sukzessive mehr als 230.000 Beschäftigte ersetzt werden“, so der ZVEI.

Kurz- und mittelfristig gesehen gibt sich die Branche Mühen, fehlende Arbeitskräfte durch die Automatisierung und den Einsatz von Technologien wie KI und maschinelles Lernen abzufangen. (sb)

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