Bootloader Raspberry Pi 3 von USB-Stick oder SSD starten

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Entwickler des Raspberry Pi haben ihre Ankündigung wahr gemacht und haben für die neueste Variante des Einplatinenrechners einen experimentellen Bootloader veröffentlicht. Damit kann ein Raspberry Pi 3 nun neben microSD-Karte auch von USB-Stick oder SSD gebootet werden.

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Der Raspberry Pi 3 lässt sich jetzt auch von USB oder SSD booten
Der Raspberry Pi 3 lässt sich jetzt auch von USB oder SSD booten
(Bild: HUW JOHN, CARDIFF 2016)

Wie das Raspi-Team auf dem offiziellen Entwicklerblog mitteilt, steht nun die erste öffentliche Beta-Version des neuen Bootloaders zur Verfügung. Damit kann der Einplatinenrechner Raspberry Pi 3 fortan auch von USB-Sticks oder SSD-Festplatten gestartet werden. Ab dem nächsten Release von Raspbian soll dieser dann auch fester Bestandteil des Standardbetriebssystems werden. Für ältere Raspberry Pi Modelle steht der Bootloader allerdings nicht zur Verfügung.

Will ein Anwender den Bootvorgang von einem USB-Gerät aus starten, muss er zuvor raspi-config starten. Dort kann die USB-Unterstützung aktiviert und – während eines Neustart des Rechners – der aktualisierte Bootloader eingespielt werden. Die Entwickler halten auf Ihrer Webseite eine detaillierte Anleitung online parat.

Da es sich bei dem Bootloader noch um eine Beta handelt, hakt es bei einigen Flashspeichern noch ein wenig mit der Unterstützung. Bestimmte USB-Sticks, wie etwa der Kingston Data Traveller 100 G3 32G, verwenden Protokolle, die das Raspberry Pi bzw. die Raspbian-Distribution aktuell noch nicht voll unterstützen. Bei anderen Sticks kann es zu Geschwindigkeitsproblemen und damit zu einem gestörten Bootvorgang kommen. USB-Sticks, bei denen der Bootvorgang laut Rasbperry Pi Foundation sicher funktioniert, sind beispielsweise die Sandislk-Modelle Sandisk Cruzer Fit 16GByte und Cruzer Blade 16GByte, der Samsung 32GByte USB 3.0 drive oder der MeCo 16GByte USB 3.0.

Theoretisch können auch externe HDDs per USB angeschlossen und per Bootloader genutzt werden. Allerdings kann es hier zu Timingproblemen kommen, warnen die Entwickler: Ist die Festplatte nicht innerhalb von zwei Sekunden bereit, berücksichtigt sie der Bootloader nicht. Zwar könne diese Zeitspanne in Einzelfällen auch auf bis zu fünf Sekunden ausgeweitet werden, allerdings verweigern manche Festplatten auch dann noch den Dienst.

Wie Heise Online bestätigt, bootet der Raspberry Pi Model 3 mit dem neuen Bootloader auch von SSD-Festplatten, die mittels eines USB-SATA-Adapter an den Einplatinenrechner angeschlossen sind. Dazu genüge es sogar, entgegen der Anleitung der Raspi-Entwickler ein Raspbian-Image einfach wie es ist auf das per USB angeschlossene Laufwerk zu übertragen. Dazu ist allerdings einiges an Feintuning notwendig. Das Heiseteam hat hierfür eine genauere Anleitung erarbeitet.

Bislang konnte ein Raspberry Pi grundsätzlich nur von microSD-Karte gestartet werden. Auch wenn die kleinen Flashspeicher einen Platzvorteil bieten, sind die Datenträger anfällig für gelegentliche Wackelkontakte und Zugriffsprobleme. Die Raspberry Pi Foundation hatte schon lange versprochen, diese Schwachstelle zu adressieren und alternative Bootmethoden einzuführen.

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