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Quarze & Oszillatoren – oft verkannt, aber unverzichtbar

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Tools und Informationen helfen dem Entwickler

Anonyme Hilfe bietet Geyer an, wie Jürgen Reichmann erklärt: „Wir bieten eine kostenlose App an, die dem Kunden genau sagt, wie seine Schaltung optimiert werden kann – sowohl, was die Lastkapazität anbelangt als auch die nötigen Kondensatoren und andere Werte. Dieses Angebot kommt sehr gut an, ist aber leider noch nicht so verbreitet, wie ich es gerne hätte. Auch daran erkenne ich, dass der Kunde noch nicht die Notwendigkeit sieht. Und das wird sicher noch eine ganze Zeit dauern, bis sich das ein bisschen mehr durchsetzt. Je komplexer die Anwendungen werden, desto häufiger wird der Kunde vor der Frage stehen: Mach ich das alles richtig?“

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Aber Geyer bietet seinen Kunden noch mehr Unterstützung, so Reichmann weiter: „Wir haben nicht nur dieses Tool, sondern wir machen auch Referenzdesigns für den Kunden. Und wir nehmen zum Beispiel einfach einen bestimmten Kapazitätswert und testen in unserem eigenen Design Center, was wir an Quarz-Parametern anbieten können. Das veröffentlichen wir dann auf unserer Web­site und der Kunde kann darauf zugreifen.“

„Ja, das ist ein interessanter Punkt. Aber da setzen Sie voraus, dass der Kunde das Pro­blem erkennt“, wirft Christian Dunger ein. „Die Kunden sind ja oft in diesem Vorstadium, in dem alles anonym abläuft. Und deswegen sind solche Tools genau das Richtige, weil sie der Entwickler eben anonym nutzen kann. Wenn dann der Kunde schon bereit ist, mit ihnen in medias res zu gehen, was das Produkt, eine Board-Evaluation, etc. betrifft, dann hat er diesen Lernprozess bereits hinter sich. Dann ist er an einem Punkt angelangt, wo er Unterstützung benötigt und sich deshalb auch preisgibt.

Der Kunde befindet sich aber eben sehr häufig an einem Punkt, wo er meint, alles zu wissen und dass keinesfalls bekannt werden darf, dass er Wissenslücke hat. Aus diesem Grund sind solche Webtools so wichtig, da sie eben ermöglichen, Entwickler in dieser Grauzone mit Wissen zu versorgen. Entscheidend ist: jede Maßnahme, die den Entwickler in dieser Situation bildet, ist für alle Beteiligten von Vorteil. Deswegen ist so ein Tool auch genau richtig, da es eben in dieser Grauzone schon wirkt – ähnlich wie eben der Quarzfinder, den wir ja haben – ebenfalls so ein Grauzonenprodukt: Der Entwickler kann sich umschauen und gibt sich aber nicht sofort zu erkennen – ein ganz wichtiger Aspekt.“

Neben Online-Tools und Apps gibt es auch andere Möglichkeiten, wie sich ein Entwickler informieren kann. Christian Dunger hat ein Beispiel: „Wir bieten online einen Tipp an zur Lastkapazität. Das ist der Tipp, der bei uns am meisten heruntergeladen wird. Er erklärt, was eine Lastkapazität eigentlich ist und was man damit macht. Kein Entwickler würde sich im Gespräch trauen, danach zu fragen. Wir sehen an den vielen Downloads dieses Praxistipps, dass da ein Riesenbedarf besteht. Es traut sich eben niemand, nachzufragen, da das so banal ist. Wer doch fragt, würde sich outen.“

Neben der Quarz-App von Geyer und dem Quarzfinder von WDI gibt es natürlich auch von anderen Unternehmen nützliche Tools und Informationen, die für den Entwickler hilfreich sind.

Quarze und Oszillatoren werden auch in Zukunft gebraucht

„Wir sind eine sehr innovative Branche, die letztendlich durch das ganze Thema Wireless ja auch im letzten Jahr ex­trem gestärkt worden ist“, erklärt Christian Dunger. „Also industriell sind wir eigentlich ein Wachstumsmarkt. Und das wird komplett vergessen, weil sich die starken Wortführer, also die Halbleiteranbieter und -hersteller sowie die Broadline-Distribution mit diesem Thema überhaupt nicht auseinandersetzen. Das ist das eigentliche Problem.“

Und Jürgen Reichmann ergänzt abschließend: „Deshalb sehe ich auch für die Zukunft unserer Branche absolut kein Problem. Es wird natürlich auch immer Unternehmen geben, die wegbrechen, aber das sind dann die, die nicht über das entsprechende Knowhow verfügen.“

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