Anbieter zum Thema
Die QM-Software verändert die Abläufe
Ihlemann startete mit dem CAQ-System in den Bereichen Wareneingang (einschließlich Lieferantenmanagement), Warenausgang, interne QS-Prüfungen, Reklamationsbearbeitung und einem Modul für allgemeines Maßnahmenmanagement. Alle QS-Daten wurden in eine gemeinsame Datenbank integriert und eine Schnittstelle zum ERP-System aktiviert, sodass die Stammdaten immer aktuell aus diesem System abgerufen werden können.
Mit dem Umstieg auf das neue Qualitätsmanagementsystem haben sich die Abläufe bei Ihlemann deutlich verändert. Ein Beispiel macht dies deutlich. Ein Hersteller von Medizinprodukten, der die elektrische Prüfung der bei Ihlemann gefertigten Baugruppen selbst vornimmt, hatte in einer Stichprobe einen Fehler gefunden. Er reklamierte das gesamte Fertigungslos und lieferte dieses zurück.
Für die Bearbeitung von Reklamationen gibt es bei Ihlemann festgelegte Verfahrensabläufe. Das neue CAQ-System schreibt dieses Vorgehen jetzt als Standardmaßnahme verpflichtend vor. Dazu gehören etwa das Erfassen der beigefügten Dokumente, das Prüfen der Liefermenge sowie das Aufnehmen und Analysieren des Reklamationsgrunds.
Im CAQ-System sind die Basisdaten der Reklamation wie die Ansprechpartner beim Kunden sowie die jeweiligen internen Mitarbeiter automatisch hinterlegt. Die gefertigte Charge und die verarbeiteten Bauteile sind über die Schnittstelle zum ERP-System verfügbar. Diese Angaben muss der Bearbeiter nicht mehr manuell eingeben.
Beim nächsten Schritt analysiert der Bearbeiter im Reklamationsservice den genauen Fehler. Dabei stellt er fest, dass ein bestücktes Bauteil nicht den vorgegebenen Spezifikationen entspricht. Da es sich um eine sicherheitsrelevante Komponente eines Medizinprodukts handelt, ist dies ein eindeutiger Fehler.
Das QS-System begleitet jetzt die interne Ursachenforschung. Anhand der im Wareneingang dokumentierten Bauteillieferungen und der Zuordnung zur fehlerhaften Fertigungscharge werden die Verpackungseinheit und die Liefermenge ermittelt. Der Bearbeiter erkennt anhand der Fehlerbeschreibung und seiner Bauteilprüfung, dass statt der bestellten speziellen C-Type eines Bauteils fälschlicherweise der A-Typ geliefert worden war.
Da bei Ihlemann die Bezeichnungen auf der Verpackung beim Wareneingang fotografiert werden, war ersichtlich, dass der Hersteller die Lieferung dennoch als C-Type etikettiert hatte. Aufgrund des falschen Labels waren die Komponenten im Wareneingang nicht aufgefallen und wurden weiter verarbeitet.
Das CAQ-System unterstützt Verfahrensabläufe
Das CAQ-System unterstützt auch das Vorgehen zur Fehlerbeseitigung. Der im System hinterlegte Mitarbeiter im Wareneingang erhält automatisch eine Mail, um die jetzt erforderlichen nächsten Schritte umzusetzen. Das System führt den Mitarbeiter durch die nächsten Maßnahmen und protokolliert die Termine für die Erledigung. Für das vom Lieferanten falsch gelieferte Bauteil soll zunächst eine Mängelrüge erstellt werden.
(ID:43034026)