Leiterplatten mit der Mausefalle verdrahten Push-X-Technik für den schnellen Direktanschluss

Von Jörg Lampe* 3 min Lesedauer

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Effizienz ist in allen Fertigungsprozessen enorm wichtig. Deshalb hat sich die Anschlusstechnik für die Verkabelung von Leiterplatten stetig weiterentwickelt. Push-in- und Hebel-Push-in-Anschlüsse sind bereits werkzeuglos und einfach zu bedienen. Darauf baut die Push-X-Technik nach dem Prinzip der Mausefalle auf.

Push-X: 
Schneller Anschluss aller Leiterarten mit und auch ohne Aderendhülse.(Bild:  Phoenix Contact)
Push-X: 
Schneller Anschluss aller Leiterarten mit und auch ohne Aderendhülse.
(Bild: Phoenix Contact)

Aus allen Bereichen des Lebens ist die Elektrifizierung nicht mehr wegzudenken. Die dafür notwendigen Komponenten mit ihren integrierten Leiterplatten müssen einfach und sicher verbunden werden. Bei der Verdrahtung hilft eine anwendungsfreundliche Leiteranschlusstechnik. Dazu zählt der Push-in-Federanschluss, bei dem starre oder flexible Leiter mit Aderendhülse werkzeuglos in den Anschlussraum geschoben werden. Bei flexiblen Leiterenden ist allerdings ein Öffnen der Klemmfeder erforderlich. Dieser Vorgang ist mit zwei Händen nicht ganz einfach auszuführen. Damit wurde die Idee für die Push-X-Technik von Phoenix Contact geboren.

Flexible Leiter einfach und werkzeuglos anschließen

Die Steckverbinder XPC 1,5 sind die ersten Leiterplatten-Komponenten mit dem Push-X-Anschluss. Flexible Leiter der Klasse 5 von 0,5 bis 1,5 mm² können ohne Aderendhülse direkt eingesteckt werden. Das hilft besonders bei der Verdrahtung im Feld, wenn die richtige Crimpzange für die Aderendhülse nicht zur Hand ist. Der Anschluss von starren und flexiblen Leitern mit Aderendhülse ist auch weiterhin möglich. Beim ersten Einführen der Leiter überrascht der geringe Kraftaufwand, der für den Anschluss notwendig ist.

Bildergalerie

Wie unterscheiden sich Push-X und Push-in?

Der prinzipielle Aufbau von Push-X und Push-in ist sehr ähnlich. Bei beiden Anschlussarten sind Buchsenkontakte, Schenkelfedern zur Leiterklemmung und Betätigungselemente verbaut. Der Auslieferungszustand der Schenkelfeder ist bei Push-in-Produkten jedoch geschlossen. Somit muss der Leiter bei Push-in die Feder erst nach oben drücken, was höhere Einführkräfte verursacht. Bei Push-X ist der Klemmraum bei Auslieferung geöffnet. Ein zusätzliches Halteelement bei Push-X sorgt für die Fixierung der geöffneten Feder (Bild 1).

Kraft- und werkzeuglose Direktstecktechnik

Der Push-X-Anschluss beruht auf dem Prinzip der Mausefalle. Die Schenkelfeder ist geöffnet und der Leiter wird eingeführt. Dieser trifft auf das empfindliche Auslöseelement, das daraufhin die vorgespannte Schenkelfeder freigibt. Die Feder schnappt unter einem akustischen Signal zu und presst den Leiter fest gegen den Strombalken des Steckerverbinders für eine langzeitstabile Verbindung. Gleichzeitig schwenkt das orange Betätigungselement nach oben und signalisiert den geschlossenen Klemmraum (Bild 2).

Auslösemechanismus: Sensibel und sicher

Um zu verhindern, dass die Mausefalle bei Erschütterungen ungewollt auslöst, musste bei der Konstruktion der richtige Kompromiss gefunden werden. Auf der einen Seite soll die Auslösung sehr sensibel sein, um den Anschluss von sehr kleinen Leiterquerschnitten zu ermöglichen und um die Bedienkräfte niedrig zu halten. Auf der anderen Seite stehen die Umgebungs- und Transportbedingungen, die keine ungewollten Auslösungen der Schenkelfeder hervorrufen sollen.

Die Steckverbinder XPC 1,5 wurden ausgiebigen Klima-, Vibrations- und Falltests unterzogen, um sicherzustellen, dass sie mit geöffneten Klemmräumen beim Anwender ankommen und die Sicherheitsanforderungen der IEC 61984 erfüllen. VDE- und UL-1059-Zulassungen bescheinigen das Qualitätsniveau dieses Produkts.

Häufiges Anschließen des Leiters bestätigt

Die DIN EN 60999-1 fordert fünfmaliges und die UL 1059 zehnmaliges Anschließen und Lösen des größten Leiterquerschnitts. Auch nach 25 Beschaltungsvorgängen wurde im Labor keine Verschlechterung festgestellt.

Das Öffnen des Klemmraums erfolgt durch Herunterdrücken des orangenen Betätigungselements, bis es in der unteren Position einrastet. Damit ist die Schenkelfeder automatisch für den nächsten Anschlussvorgang vorbereitet.

Die Serie XPC 1,5 ist kompatibel mit dem bestehenden Produktprogramm im Raster 3,5 mm des Herstellers aus Blomberg. Dabei kann der XPC-Steckverbinder mit einer bestehenden horizontalen und vertikalen Grundleiste kombiniert werden. Mit der Serie XPC 2,5 sollen noch in diesem Jahr weitere Produkte mit Push-X-Technik für größere Leiterquerschnitte (Bild 3) folgen.

Elektrische Funktionsprüfung in der Applikation

Neben der Push-X-Technik überzeugen die Leiterplattensteckverbinder mit weiteren praktischen Vorteilen. So ist der Steckverbinder XPC 1,5 z. B. mit Prüföffnungen auf der Oberseite ausgestattet, die eine elektrische Funktionsprüfung in der Applikation ermöglichen. Mit 1-mm-Prüfspitzen kann direkt auf dem Strombalken der jeweiligen Pole kontaktiert werden (Bild 4).

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Fazit Push-X: Komfort und Schnelligkeit

Die Push-X-Technik bringt Komfort und Schnelligkeit in die Installation: Geringe Leiteranschlusskräfte begeistern die Anwender. Der Leiteranschluss wird optisch und akustisch bestätigt. Leiter können ohne Aderendhülse direkt gesteckt werden.

Das spart Zeit und Geld und ist so einfach, dass die Vorgänge problemlos automatisierbar sind.

Eine Videoanimation für den Push-X-Anschluss kann unter www.phoenixcontact.com mit dem Webcode #3261 aufgerufen werden. (kr)

* Jörg Lampe ist Product Manager PCB Connectors bei Phoenix Contact in Blomberg.

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