Power-Tipps von TI, Teil 4

Praktische Verfahren zum Kontrollieren der Eingangsimpedanz

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Würde statt des Widerstands ein Kurzschluss gewählt, wäre die Resonanzfrequenz durch die Parallelschaltung der beiden Kondensatoren und der Induktivität festgelegt. Die grüne Kurve entspricht dem Optimalwert der Dämpfung. Dieser Wert lässt sich leicht mit numerischen Verfahren [1] ermitteln, die hierfür eine geschlossene Lösung enthalten.

Bild 3: Nach Auswahl von Lo und Co können Sie Cd und Rd anhand der maximal zulässigen Quellimpedanz auswählen
Bild 3: Nach Auswahl von Lo und Co können Sie Cd und Rd anhand der maximal zulässigen Quellimpedanz auswählen
(Bild: Texas Instruments)

Bild 3 kann bei der Auswahl der Dämpfungsbauelemente hilfreich sein. Dieses Diagramm wurde aus der geschlossenen Lösung abgeleitet, die von R.D. Middlebrook entwickelt wurde. Auf der Abszisse ist das Verhältnis der Ausgangsimpedanz des gedämpften Filters zur charakteristischen Impedanz des ungedämpften Filters (Zo = (Lo/Co)1/2) aufgetragen.

Ordinatenwerte sind Verhältnis von Dämpfungskondensators zum Filterkondensator

Die beiden Ordinatenwerte sind das Verhältnis des Dämpfungskondensators zum Filterkondensator (N) und das Verhältnis des Dämpfungswiderstands zur charakteristischen Impedanz. Wenn Sie nach diesem Diagramm vorgehen möchten, wählen Sie anhand der Anforderungen für die Schaltung zunächst Lo und Co, um Zo festzulegen.

Legen Sie dann Ihre maximale Eingangfilter-Quellimpedanz fest, indem Sie die minimale Stromversorgungs-Eingangsimpedanz durch 2 dividieren (was einer Dämpfung um 6 dB entspricht). Die minimale Stromversorgungs-Eingangsimpedanz ist gleich Vinmin2/Pmax. Hieraus können Sie einen Abszissenwert berechnen.

Anschließend können Sie einfach das Verhältnis vom Dämpfungskondensator zum Filterkondensator und das Verhältnis des Dämpfungswiderstands zur charakteristischen Impedanz ablesen.

Robert Kollman, Texas Instruments, blickt auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Leistungselektronik zurück
Robert Kollman, Texas Instruments, blickt auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Leistungselektronik zurück
(Bild: Robert Kollman, Texas Instruments)

Beispielsweise hat ein Filter mit einer Induktivität von 10 µH und einem Kondensator von 10 µF eine charakteristische Impedanz von Zo = (10 µH/10 µF)1/2 = 1 Ohm. Würde es zum Filtern einer 12-W-Stromversorgung mit einer Mindesteingangsspannung von 12 V eingesetzt, dann würde die Stromversorgungs-Eingangsimpedanz Z = V2/P = 122/12 = 12 Ohm betragen.

Die maximale Quellimpedanz sollte dann halb so groß sein, also 6 Ohm. Gehen Sie nun im Diagramm auf der Z-Achse nach 6/1 = 6. Anschließend lesen Sie ab: Cd/Co = 0,1 oder 1 µF und Rd/Zo = 3 oder 3 Ohm.

Im Power-Tipp Nr. 5 werden wir uns mit dem Einsatz eines Abwärtsreglers in einem Abwärts-/Aufwärts-Schaltregler beschäftigen.

Ergänzendes zum Thema
30 Jahre in der Leistungselektronik

Der Autor dieser Power-Tipp-Serie Robert Kollman ist Senior Applications Manager und Distinguished Member of Technical Staff bei Texas Instruments. Er kann auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Leistungselektronik zurückblicken und hat Lösungen für leistungselektronische Systeme entwickelt, die Leistungen von unter einem Watt bis in den Sub-Megawatt-Bereich liefern und mit Betriebsfrequenzen bis in den MHz-Bereich hinein arbeiten. Kollman erwarb seinen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik (BSEE) an der Texas A&M University und besitzt einen Master in Elektrotechnik (MSEE) der Southern Methodist University.

Robert Kollman ist per E-Mail unter

powertips@list.ti.com zu erreichen.

* *Robert Kollman ist Senior Applications Manager und Distinguished Member of Technical Staff bei Texas Instruments.

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