Leistungselektronik & Photovoltaik

Power Devices und Photovoltaik erobern den Weltraum

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1996 entsteht die Ausgründung solarnova

Als Ausgründung der AEG-Solartechnik entsteht Mitte 1996 die solarnova; die Modulfertigung in Wedel turbulente Jahre hinter sich: AEG wurde zunächst von Daimler-Benz übernommen, dann war die Deutsche Aerospace (DASA) und später die A.S.E. (Angewandte Solarenergie, ein Gemeinschaftsunternehmen von DASA und RWE) für das Geschäft mit der Sonnenenergie verantwortlich.

Kerngeschäft wurde der Bau kundenspezifischer Module, die sämtliche architektonischen Aspekte erfüllen. Maßgenau nach Vorgaben von Planern und Bauherren konzipiert, waren die Glaselemente vor allem für den Einsatz in Fassaden und Lichtdächern gedacht.

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Aus dem Weltraum auf das Hausdach

Mit Unterstützung der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) wurden die in Wedel zur Produktion benötigten Maschinen von den Unternehmensgründern selbst entwickelt. Die Maschinen produzieren Solarmodule in Verbundglastechnik, die auch im planerisch hochsensiblen Überkopfbereich eingesetzt werden können.

1990 wurden insgesamt 6 MW Solarleistung auf rund 2500 Dächer installiert. 2004 schafft solarnova Maschinen für eine zweite Fertigungslinie an und erweitert die Produktionskapazität auf 16 MW/Jahr.

Hintergrund war die Entwicklung einer eigenen PV-Standardmodul-Linie, die ab Mai 2004 ausgeliefert wurde. Mit ihr sollten Kunden unter anderem von der EEG-Vergütung profitieren können: Die Einspeisevergütung für PV-Strom beträgt 0,57 €/kWh, ein kWp kostet zu diesem Zeitpunkt rund 5.300 €.

Deutschland entwickelt sich zum größten Photovoltaik-Markt – die Umsätze steigen, die Konkurrenz nimmt zu. Im Jahr 2009 sind die kWp-Kosten für Dachanlagen bereits auf 3400 € gesunken, im Jahr 2010 haben sich die Preise im Vergleich zu 1989 um knapp 80% reduziert. Konträr entwickelte sich der Wirkungsgrad von Solarzellen: Von rund 5% im Jahr 1954 auf bis zu 16% im Jahr 2009. Inzwischen werden Werte von 18% und weit darüber erreicht.

Das jüngste Vorzeigeprojekt solarnovas entsteht derzeit in Frankfurt am Main: dort hat solarnova 348 maßgefertigte BIPV-Module für die Fassadenintegration an die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG geliefert. Sie wird mit ihrem Aktiv-Stadthaus in der Speicherstrasse das von Eigenheimen bekannte EnergiePlus-Konzept auf ein 74-Wohneinheiten umfassendes, hochmodernes Innenstadt-Gebäude übertragen.

Das Aktiv-Stadthaus ist energetischer Selbstversorger, erzeugt durch die Kombination von PV-Aufdach- und -Fassadenmodulen sogar einen Stromüberschuss, der in einer Batterie gespeichert wird und unter anderem für die Betankung von E-Mobilen genutzt werden kann. Das Gebäude hat europaweit Beispielcharakter und bringt den Vorteil von BIPV auf den Punkt: Solarmodule ersetzen kostspielige andere Außenfassaden-Bausteine und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu Energieeffizienz und individueller Bauästhetik. In Frankfurt entschied man sich für tiefschwarze Glas-Glas-Module mit ebensolchen Zellen.

Nach Berechnungen des BSW Solar konnten im Jahr 2014 durch Photovoltaik rund 24 Mio. t CO2 vermieden werden. Die in Deutschland installierten PV-Anlagen produzierten allein im vergangenen Jahr 34,9 TWh an Leistung, ihr Anteil am deutschen Bruttostromverbrauch liegt bei rund 6%. Bis zum Jahr 2020 soll dieser Wert auf 8% bis 10% steigen, was auch die Entwicklung der Baubranche untermauert: Gefragt sind Gebäude ohne Fremdenergiebedarf und ohne CO2-Emissionen.

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