Kunststoff-Rekord Plastik fantastik? Knapp 6 g PET für knapp 600 ml Fassungsvermögen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Nachhaltigkeit hat auch etwas mit einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen zu tun, und deswegen werfen wir einen Blick über den Tellerrand und lassen uns inspirieren. Die KHS Gruppe hat nämlich eine superleichte PET-Flaschen für stille Getränke entworfen, für deren Produktion wenige Gramm PET ausreichen.

Von der Preform über den fertig geblasenen PET- Behälter bis hin zur gefüllten, etikettierten und verschlossenen Flasche.(Bild:  KHS Group)
Von der Preform über den fertig geblasenen PET- Behälter bis hin zur gefüllten, etikettierten und verschlossenen Flasche.
(Bild: KHS Group)

In der Elektronikentwicklung geht der Trend seit geraumer Zeit zur Miniaturisierung: Komplexe Baugruppen und Bauteile müssen auf möglichst kleinem Raum untergebracht werden. Einerseits können dadurch Effizienz- und Leistungssteigerungen erzielt werden, andererseits spielt auch die Einsparung von Ressourcen eine wichtige Rolle. Und aus dem letztgenannten Grund lohnt sich gelegentlich auch einmal der Blick über den Tellerrand, um sich die eine oder andere Inspiration für die Neuschöpfung eines bekannten Objekts zu holen.

In diesem Fall geht es darum, wie die KHS Gruppe in Zusammenarbeit mit Husky Technologies mit der Entwicklung „Faktor 101“ neue Standards im Hinblick auf Materialeffizienz setzt. Aus einem Materialeinsatz von 5,89 Gramm recycelten PET (rPET) wurde eine Flasche für stille Getränke erschaffen, die bis zu 591 Milliliter fasst. Die Flasche lässt sich mit 100 Prozent recyceltem PET umsetzen und kommt mit 30 Prozent weniger Material als gängige Flaschen aus. Das allein ist schon beeindruckend genug, doch wie das so oft ist, kam mit dieser Leistung auch ein Umdenken beim bisherigen Flaschendesign einher.

Flaschen- und Preformdesign

So wurde das Schulterdesign verändert und der Flaschenkörper mit funktionalen Stegen versehen, wie im Bild deutlich zu sehen ist. „Zudem haben Verpackungsentwickler Fabian Osterhold und seine Kollegen ein Bodendesign mit einem Pop-in-Effekt entwickelt. Dieser sorgt beim Topload für ein definiertes Einsinken des Bodens und erhöht so den Innendruck und damit die Stabilität der Flasche“, wird mitgeteilt.

Beim Neudesign einer Flasche muss genauso viel bedacht werden, wie an den PET-Preform-Spritzgusssystemen, die ebenfalls angepasst wurden. Da kommt die Hilfe von Husky Technologies ins Spiel. „Ein gängiger Topload-Grenzwert in der Industrie beträgt 200 Newton. Mit 220 Newton liegt „Faktor 101“ darüber. Um bei einer PET-Flasche für stilles Wasser diesen hohen Wert zu erzielen, bedurfte es allerdings mehr als einer reinen Anpassung der Behälterform. Auch das Preformdesign musste weiterentwickelt werden.“

Die Optimierung der Preformdimensionen und der Streckfaktoren von Rohling zu Flasche rückten damit in den Fokus. Besonders wichtig waren die genaue Profilierung der Preformen und die Temperaturkontrolle beim Herstellungsvorgang, um den Materialverbrauch zu reduzieren. Zudem wurde die Flaschengeometrie so gestaltet, dass sie auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 90.000 Flaschen pro Stunde problemlos transportiert, etikettiert und verpackt werden kann. Definitiv ein spannender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft, und das wünschen wir uns schließlich für jede Branche. (sb)

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