OLED-Flächenleuchte Pixel-Array im Q3 mit 216 Segmenten in Echtzeit steuern

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Im Jahr 2026 wird Audi im Q3 OLED-Flächenlicht in den Rückleuchten einsetzen. Die Ansteuerelektronik spielt dabei eine entscheidende Rolle. Aus statischen werden dynamische Signaturen, die sich aus insgesamt 216 Segmenten zusammensetzen.

Im Q3 von Audi kommen OLED-Panels von OLEDWorks zum Einsatz. Das Besondere daran sind 216 voneinander isolierte Segmente, die sich über ein internes Bussystem einzeln ansteuern lassen.(Bild:  Audi)
Im Q3 von Audi kommen OLED-Panels von OLEDWorks zum Einsatz. Das Besondere daran sind 216 voneinander isolierte Segmente, die sich über ein internes Bussystem einzeln ansteuern lassen.
(Bild: Audi)

Die Einführung der digitalen OLED-Technologie als optionale Ausstattung in der Rückleuchte des neuen Audi Q3 SUV im Modelljahr 2026 stellt einen entscheidenden Paradigmenwechsel dar: Die Lichtquelle wird von einem passiven Element zu einem programmierbaren Exterieur-Display. Dabei ist es nicht allein die OLED-Komponente selbst das entscheidende Bauteil, sondern die hochkomplexe Ansteuerung und deren Integration in die Fahrzeugelektronik.

Vom Flächenstrahler zum Pixel-Array

Die von OLEDWorks gelieferten OLED-Paneele (Atala-Technologie) sind als Flächenlichtquellen dünn und homogen. Der Die Bezeichnung digital ist jedoch keine Eigenschaft des Leuchtmittels, sondern beschreibt das System-Design:

  • 1. Extreme Segmentierung: Die Hardware besteht aus sechs digitalen OLED-Modulen pro Leuchte, die in insgesamt 216 feine, voneinander isolierte Segmente (6 x 36) unterteilt sind. Dies transformiert die großflächige OLED in ein hochauflösendes Pixel-Array.
  • 2. Einzeladressierbarkeit (Digitalisierung): Im Gegensatz zu älteren OLED-Leuchten mit statischen Signaturen oder gröberen Segmenten muss jedes dieser 216 Segmente einzeln und in Echtzeit über ein internes Bussystem angesteuert werden. Dies erfordert spezielle Driver-ICs mit hoher Kanaldichte und einem dedizierten OLED-Steuergerät (ECU). Dieses ECU ist die Brücke zwischen der Fahrzeugsoftware und der physischen Hardware.

Anspruchsvolle Hardware in der digitalen Architektur

Die Umsetzung der digitalen Funktionen erfordert anspruchsvolle Lösungen auf der Hardware-Seite:

  • Ansteuerung und Bandbreite: Die Animationen (dynamisches Blinken, Coming/Leaving Home) und die schnellen Umschaltvorgänge für die Gefahrenwarnungen erfordern eine sehr hohe serielle Bandbreite zwischen dem ECU und den Treiber-ICs, um die Helligkeit und den Zustand von 216 Segmenten flüssig zu aktualisieren. Die Ansteuerungsfrequenz muss dabei so hoch sein, dass kein Flackern wahrnehmbar ist.
  • Funktionale Sicherheit (ISO 26262): Als sicherheitsrelevantes Bauteil muss die Elektronik die Einhaltung der strengen ASIL-Anforderungen gewährleisten. Die Ansteuerhardware muss redundant ausgelegt und permanent überwacht werden, um Ausfälle einzelner Segmente (Kurzschluss, offene Last) schnell zu erkennen und eine definierte Notfunktion zu aktivieren.
  • Wärmemanagement der Segmente: Die präzise Ansteuerung und Leistungsabgabe der vielen aktiven Segmente erfordert ein sorgfältiges Wärmeabfuhr-Design. Die thermische Last ist zwar geringer als bei Punkt-LEDs, muss aber homogen über das Paneel abgeleitet werden, um die Lebensdauer und Farbhomogenität der organischen Schichten zu garantieren.

Der Mehrwert der Digitalisierung liegt in der Kommunikation

Die Digitalisierung ermöglicht es dem Q3, durch das Licht aktiv mit der Umwelt zu kommunizieren – der finale Schritt weg von der reinen Beleuchtung hin zum Car-to-X-Display:

  • Personalisierung: Die Wahl der vier Lichtsignaturen geschieht durch das Laden einer spezifischen Software-Mapping-Datei im OLED-ECU, welche die 216 Segmente zu unterschiedlichen Mustern gruppiert.
  • Situative Adaption: Die Annäherungserkennung ist ein klassisches Beispiel für die Interaktion von Sensordaten (Parksensorik) und digitaler Ansteuerung: Die Hardware wird vom zentralen Bussystem angewiesen, alle 216 Segmente bei Unterschreitung einer Distanz von 2 Metern zu gleichzeitig zu aktivieren, um eine Warnung zu senden.

Die digitale OLED-Technologie ist somit ein komplexes Zusammenspiel aus innovativer Flächenlicht-Hardware, hochintegrierten Ansteuer-ICs und hochentwickelter Software-Logik, die das Licht in eine intelligente, vernetzte Schnittstelle verwandelt. (heh)

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