Umsatz schwindet, Mitarbeitende bleiben Pilz verzeichnet Umsatzrückgang und investiert in zukunftsweisende Märkte und Serviceangebote

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Pilz muss für 2024 einen Umsatzrückgang von 21 Prozent hinnehmen. Trotz schwierigem Marktumfeld setzt das Automatisierungsunternehmen auf Kundennähe und sieht Chancen in Zukunftsmärkten wie Asien, Südamerika und dem Wasserstoffsektor.

Das Automatisierungsunternehmen Pilz entwickelt am Stammsitz Ostfildern Technologien für die Sicherheit von Menschen und Maschinen. Dazu zählen auch Sensoren, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Menschen und Gegenstände unterscheiden.(Bild:  Pilz GmbH & Co. KG)
Das Automatisierungsunternehmen Pilz entwickelt am Stammsitz Ostfildern Technologien für die Sicherheit von Menschen und Maschinen. Dazu zählen auch Sensoren, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Menschen und Gegenstände unterscheiden.
(Bild: Pilz GmbH & Co. KG)

Der Wind weht rauer für die Automatisierungstechnik. Auch Pilz aus Ostfildern spürt das: Nach drei Jahren Wachstum schrumpfte der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 auf 341 Millionen Euro – ein Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund ist die schwache Nachfrage nach Investitionsgütern, vor allem in Europa und besonders in Deutschland. Trotzdem zeigt sich die Geschäftsführung kämpferisch.

„Die Welt verändert sich, wir bleiben uns treu und wandeln uns ebenfalls“, sagt Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin. Sie fordert zugleich eine Rückbesinnung der Branche: „Bei allen Diskussionen um Strukturwandel, Digitalisierungsstrategien oder Überbürokratisierung muss unsere Industrie aufpassen, dass sie den Kunden und seine Bedürfnisse nicht aus den Augen verliert.“

Kundennähe als Unternehmensprinzip

Für Pilz bedeutet Kundenorientierung mehr als nur ein gutes Produktportfolio. Beratung, Schulungen und Präsenz vor Ort sieht das Unternehmen als Grundpfeiler seines Geschäftsmodells. Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Personalentwicklung wider: Die Mitarbeiterzahl stieg leicht, weltweit auf 2.504, in Deutschland auf 1.032 Beschäftigte.

Während der Umsatz in Europa sank, legte der Exportanteil insgesamt zu: 79 Prozent der Erlöse erzielte Pilz im Ausland, das sei ein Plus von 4,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen schaut vor allem auf Wachstumsregionen wie China, Indien und Südamerika.

Impulse aus der Bahntechnik und Wasserstoffwirtschaft

Ein Hoffnungsträger im Produktportfolio ist das digitale Bahnsteuerungssystem PSSrail. Es kommt nicht nur in Europa, sondern zunehmend auch in Indien zum Einsatz. Auch der wachsende Markt rund um Wasserstofftechnologien gewinnt an Bedeutung. Pilz liefert Automatisierungslösungen, die entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette für Sicherheit sorgen – vom Elektrolyseur bis zur Tankstelle.

In der Sensorik kündigt Pilz für 2025 neue Produkte an, mit denen sich Maschinenprozesse sicherer und gleichzeitig ressourcenschonender steuern lassen. Parallel prüft das Unternehmen, wie sich Künstliche Intelligenz sinnvoll für die Maschinensicherheit nutzen lässt. Der Einsatz solcher Technologien bleibt komplex, insbesondere im Spannungsfeld von Safety und Industrial Security.

Mehr Services, mehr Security

Ein weiterer Wachstumsbereich ist das Dienstleistungsgeschäft. Pilz baut sein Schulungs- und Beratungsangebot aus, besonders im Bereich der industriellen IT-Sicherheit. Neue gesetzliche Vorgaben auf EU-Ebene wie die Maschinenverordnung, der Cyber Resilience Act oder NIS 2 erhöhen den Handlungsdruck auf Unternehmen. Pilz unterstützt bei der Umsetzung.

Gleichzeitig entwickelt der Automatisierer neue Cloud-Dienste, die Unternehmen helfen sollen, ihre Anlagen normgerecht, sicher und wirtschaftlich zu betreiben. Hier sieht Pilz langfristig ein zusätzliches Standbein.

Zaghafter Ausblick mit Potenzial

Für 2025 deute sich zwar ein leichtes Umsatzplus an, doch die Basis bleibe niedrig. Die konjunkturelle Unsicherheit erschwert langfristige Prognosen. Hoffnung machen die internationalen Märkte.

„Wir sehen insbesondere in Asien und Americas gute Zukunftsperspektiven für unsere innovativen Lösungen, die für die Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt sorgen“, so Susanne Kunschert. (mc)

(ID:50430776)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung