TU Berlin und IHP-Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik Photonische Schaltkreise mit schneller Elektronik zur Übertragung digitaler Informationen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die TU Berlin und das IHP-Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik Frankfurt an der Oder haben gemeinsam das „Joint Lab Silicon Photonics“ gegründet. Ziel ist es, die Halbleiterforschung weiter auszubauen sowie schnelle und energiesparende Mikrochips zu entwickeln.

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Die Technische Universität Berlin und das IHP aus Frankfurt an der Oder haben das „Joint Lab Silicon Photonics“ gegründet, ein gemeinsames Forschungslabor für Schaltkreise in Mikrochips, den so genannten photonischen ICs, gegründet. Am 18. Juni 2010 wurde das „Joint Lab“ feierlich eröffnet.

Die Exzellenz der TU Berlin in der Photonik und die Spitzenforschung im Bereich der Halbleitertechnologie des IHP mit seiner BiCMOS-Pilotlinie mit 200 mm werden damit gebündelt, um neue Technologien für schnelle und energiesparende Mikrochips zu entwickeln.

Mit dieser Kooperation wurde ein Innovations- und Kompetenzzentrum in Deutschland gegründet und der gemeinsame Forschungsstandort Berlin/Brandenburg nachhaltig gestärkt. Mit-Initiator des Projekts Prof. Dr. Klaus Petermann vom Fachgebiet Hochfrequenztechnik der TU Berlin erklärt: „Die Fakultät Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin hat schon lange vor der Joint-Lab-Gründung intensiv mit dem IHP auf dem Gebiet der Siliziumphotonik zusammen gearbeitet.

Im Dezember 2009 haben wir eine langfristige Kooperationsvereinbarung unterschrieben, die den Weg zum gemeinsamen Forschungslabor geebnet hat.“

Schnelle photonische Schaltkreise

Die Verbindung von photonischem mit technologischem Knowhow der TU Berlin und des IHP Frankfurt (Oder) ermöglicht die Entwicklung einer neuen Art von Schaltkreisen in Mikrochips, den photonischen ICs, welche die beiden Partner allein derzeit nicht realisieren könnten. „Derartige ICs werden bislang nur an zwei bis drei Orten weltweit hergestellt. Dabei haben wir, was die Geschwindigkeit der Elektronik betrifft, die Nase vorn“, erklärt Mit-Begründer des „Joint Labs“ Prof. Dr. Bernd Tillack vom IHP.

Gemeinsame Forschungsprojekte und Anwendungsorientierte Forschung

Die Siliziumphotonik ist ein sich rasant entwickelndes Forschungsgebiet innerhalb der Optoelektronik, in dem Technologien für die optische Übertragung und Verarbeitung von Informationen auf dem Mikrochip entwickelt werden. Damit können die physikalischen Grenzen der Mikroelektronik ausgedehnt und schnellere Chips bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch ermöglicht werden.

Das Joint Lab Silicon Photonics verfolgt die Strategie, gemeinsam Forschungsprojekte der Partner IHP und TU Berlin einzuwerben und als Plattform für anwendungsorientierte Forschung zu agieren, die die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie verstärkt sucht. Die Einrichtung wird eng mit Firmen der Region und im europäischen Rahmen mit Spitzeninstitutionen auf dem Gebiet der Siliziumphotonik zusammenarbeiten.

Die Forscherinnen und Forscher haben für das „Joint Lab“ bisher 2,5 Mio. € eingeworben. Finanziert werden die Projekte von der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgesellschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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