Studie von Porsche Consulting

Patienten würden sich auch von Dr. Roboter operieren lassen

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Als weitere Gründe, die für einen Roboter sprechen, wurde die ununterbrochene Betreuung rund um die Uhr (29%) sowie mögliche Kostenvorteile gegenüber einem Pflegedienst (21%) genannt. 44 Prozent lehnen dagegen Pflegeroboter generell ab.

Aber welche Aufgaben könnt ein Care-O-Bot wirklich übernehmen? Professor Haddadin sieht die Roboter zumindest vorübergehend nur als Assistenten: „Für diese Disziplin ist ein neuer Fachbegriff entstanden: Geriatronik. Damit ist der Einsatz von Robotik, Mechatronik und Informationstechnik in der Lebensgestaltung und Versorgung älterer Menschen gemeint.“

Mit den Assistenztechnologien werde erreicht, dass Senioren möglichst lange ihre Selbstständigkeit erhalten und bestmöglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten und so mobil wie individuell möglich bleiben. Dafür würde man intuitiv zu bedienende, lernfähige und personalisierbare Assistenzsysteme benötigen.

Meine Daten sind Deine Daten

Eine digitalisierte medizinische Betreuung erfordert aber auch den Zugang zu allen erforderlichen Daten. Das scheint allerdings aus Patientensicht kaum ein Problem zu sein: 71 Prozent der Bürger in Deutschland würde der Speicherung der gesamten Krankenakte, zum Beispiel auf der Versichertenkarte, sofort zustimmen.

Diese große Gruppe hätte auch keine Einwände gegen die Weitergabe der Daten an andere Ärzte und an die eigene Krankenversicherung. Zwei von drei Befürwortern würden ihre Einwilligung an die verständliche Bedingung knüpfen, dass ihre Daten vertraulich behandelt werden.

„In einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren wird die Digitalisierung soweit fortgeschritten sein, dass Roboter im Gesundheitswesen und in der Pflege weitreichende Aufgaben übernehmen könnten“, sagt Dr. Roman Hipp, Partner bei Porsche Consulting und verantwortlich für den Bereich Health Care. Für Hipp tragen „fortschrittliche Entwicklungen in der Medizintechnik seit langem zur Verbesserung der Heilung und Pflege von Menschen bei“.

Die Akzeptanz sei auf der Patientenseite bereits erstaunlich gut ausgeprägt, so Hipp. Jetzt gehe es darum, dass Krankenhäuser und das Pflegewesen die organisatorischen Voraussetzungen für mehr Digitalisierung schaffen würden. Hipp: „Wenn Ärzte und Mitarbeiter in der Pflege bei Standardtätigkeiten entlastet werden, könnten Mangel und Notstände im Gesundheitswesen abgebaut werden.“

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