Für Bahnbetreiber ist es unabdingbar, die Pantographen und Oberleitungen zu überwachen. Das Monitoring erfolgt auch heute noch über Sonderfahrzeuge. Effizienter wäre die Kontrolle durch operative Fahrzeuge.
Sichere Verbindung bei voller Fahrt: Der Pantograph fungiert als Stromabnehmer und ist ein essenzieller Bestandteil der elektrifizierten Eisenbahninfrastruktur.
(Bild: Richard Oed)
Box-PCs stellen heute sowohl in der Industrie-Automation, in der Medizintechnik als auch in allen Transportation-Märkten wie Automotive oder Bahn wichtige Funktionen der IT-Infrastruktur. Sie bestechen durch kleine Einbaumaße, ein breites Herstellerangebot und günstige Kosten in der Anschaffung. Zusätzlich kann durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und der Anbindung an die Cloud ihre Funktionalität um ihre bisher recht eingeschränkten, weil meist für einen bestimmten Anwendungsfall ausgerichteten, Möglichkeiten immens ausgeweitet werden.
Wo bisher lokale Rechner ihren statischen Dienst taten, können heute aufgrund von fernverwaltetem Edge Computing Wartungs-, Steuerungs- und Auswerteaufgaben remote erfolgen. Durch verteilte Rechenleistung zwischen Edge und Cloud wird neben echter Hardware zusätzlich auch noch Personal gespart, das für Instandhaltung und Datengewinnung weit weniger Einsätze vor Ort benötigt.
Ein konkretes Anwendungsbeispiel für den Einsatz eines solch ganzheitlich gedachten und Cloud-basierten BoxPC-Ansatzes ist die Überwachung von Oberleitung und Stromabnehmer im Bahnverkehr.
Cloud-basierte Pantographen-Überwachung
Der Pantograph stellt die Verbindung zur Oberleitung in elektrisch getriebenen Zügen her. Er fungiert also als Stromabnehmer und ist damit ein essenzieller Bestandteil der elektrifizierten Eisenbahninfrastruktur.
Für Bahn- wie auch Bahn-Infrastruktur-Betreiber ist es unabdingbar, die Pantographen und Oberleitungen ständig und flächendeckend zu überwachen, um Beschädigungen an Stromabnehmer und Oberleitung frühzeitig zu erkennen. Somit wird der reibungslose und effiziente Betrieb der Fahrzeuge gewährleistet. Im Schadens- oder Störungsfall helfen die Überwachungsdaten außerdem bei der Beweisführung und Ursachenfindung.
Zur Detektion von Schwachstellen wird mit Hilfe optischer Sensoren der Status des Pantographen, der Oberleitung und des Kontakts dazwischen erfasst und bewertet. Auch die Beeinträchtigung des Lichtraums (wachsen Bäume an die Leitungen, etc.) kann über entsprechende Algorithmen erfolgen.
Sonderfahrzeuge und lokale Daten-Speicherung
Dieses Monitoring erfolgt auch heute noch oft über spezielle Sonderfahrzeuge, die das Schienennetz in fest geplanten Abständen abfahren. Das hat den Nachteil, dass zum einen nur die Oberleitungen, aber nicht die Pantographen an den Fahrzeugen überprüft werden. Zum anderen wird ein großer administrativer Aufwand für die Planung dieser Maßnahmen benötigt, der operative Betrieb gestört und der zeitliche Abstand zwischen dem Auftreten des Fehlers und seiner Erkennung riskant weit auseinandergezogen.
Eine Verbesserung dieser Vorgehensweise wird inzwischen schon praktiziert. Dabei fährt ein Sensorsystem auf dem operativen Fahrzeug permanent mit und übernimmt die Diagnose von Pantographen und Oberleitung. Die Daten werden auf einem Onboard-Video-Rekorder gespeichert.
Aber auch dieses Modell hat seine Nachteile: Es erfordert teils teure Video-Rekorder-Systeme, um die ungefilterten und unsortierten Datenmengen speichern zu können. Zur Auswertung müssen diese Daten dann physisch über Datenträger vom Zug entnommen und offline ausgewertet werden. Beides verursacht wieder einen großen Zeitversatz bei der Fehleraufdeckung und verlangt auch Personal, das vor Ort verfügbar sein muss.
ModuCop: Der Edge Computer von Ci4Rail basiert auf dem neuen ModBlox7-Standard. Er verarbeitet live die Kameradaten und bewertet anhand von vorher definierten Algorithmen die Kriterien.
(Bild: Ci4Rail)
Ein neuer Weg des System-Monitorings
Mit einem Konzept, das Sensoren, Edge Computer und orchestrierbare Anwendungen in Edge und Cloud miteinander verbindet, können kostspielige Rekorder gespart, eine smarte lokale Vorverarbeitung der Daten vorgenommen und geeignete Maßnahmen remote und in Echtzeit eingeleitet werden.
Die Datenverarbeitungskette könnte dann folgendermaßen aussehen:
Der Edge Computer (z.B. ModuCop von Ci4Rail) verarbeitet live die Kameradaten und bewertet anhand von vorher definierten Algorithmen die Kriterien.
Solange keine Besonderheiten erkannt werden, verwirft das System die Daten. Wird eine Störung erkannt, wird nur ein kurzer Ausschnitt vorher und nachher aufgezeichnet und automatisch ein Alarm (mit exakter Lokalisierung) abgesetzt. Die Video-Snippets können Over-The-Air in die Leitstelle übertragen werden und stehen dort für eine Bewertung zur Verfügung.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Dadurch entstehen weitere Vorteile: Status-Informationen und Video-Einsicht ist nahezu live, also in Echtzeit möglich. Nicht relevante Daten werden nicht gespeichert, womit teure Rekorder-Systeme entfallen und die Datenübertragung zwischen Fahrzeug und Cloud massiv reduziert wird. Schäden können durch den Abgleich mit GPS-Daten aus angebundenen Systemen präzise lokalisiert und dokumentiert werden. Aufgrund der permanenten Bewertung können Algorithmen verbessert und jederzeit remote in Cloud und Edge aktualisiert werden.
Zudem wäre diese Funktion nur eine von vielen, die im gleichen Eco-System verwaltet werden kann. Weitere Sub-Systeme, z.B. Überwachung der Klimaanlage, Bremsen, Türen, etc., können nahezu unbegrenzt mit eingebunden werden.
Übertragbar ist dieses Prinzip auf alle Anwendungen, z.B. auch in der Industrie-Automation, in denen Datenauswertung und Funktionen nur über eine lokale Zwischenspeicherung erfolgen können. Der sich derzeit in der Vorbereitung befindende ModBlox7-Standard wird mit seiner Vielzahl an modularen BoxPCs eine perfekte Basis für solche Anwendungen bieten. (jw)
* Mathias Beer ist Chief Product Officer bei der Ci4Rail GmbH in Nürnberg.