Die neue Art der Einweg-Elektronik

Organische und gedruckte Elektronik – eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts

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Voraussetzung ist die ökonomische Massenproduktion

Kilometerlange gedruckte Schaltungen für RFID-Tags (Archiv: Vogel Business Media)

„Die Elektronik der Zukunft ist flexibel und biegsam. Elektronische Komponenten lassen sich bald zu geringen Kosten und Ressourcen schonend auf flexible Trägermaterialien drucken. Mit innovativen Verfahren und Materialien, an denen wir gerade arbeiten, schaffen wir neue Einsatzmöglichkeiten für die Drucktechnologie in der Organischen Elektronik. Dabei können wir nach dem Baukastenprinzip zahlreiche Module für die ökonomisch rentable Massenfertigung bereitstellen“, sagt BASF-Projektleiter Prof. Dr. Bernd Sachweh.

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften, wie zum Beispiel der gleichmäßigen Einstellung der Leitfähigkeit, erfüllen vor allem Nanopartikel die hohen Qualitätsanforderungen der Organischen Elektronik. Sie sind dafür in Flüssigkeiten gebunden und werden wie konventionelle Druckerfarben oder Tinten verarbeitet. Bezogen auf die Smart Labels hieße das: Sie werden für wenige Cent pro Stück gedruckt, kleben auf jedem Lebensmittel und sind auch in der Lage, andere integrierte, organische Komponenten wie Sensoren und Displays zu steuern.

Völlig neues Anwendungen für Elektronik jenseits Silizium

Im täglichen Leben würde das in Zukunft so aussehen: Die Verpackung von Tiefkühlkost zeigt Unterbrechungen der Kühlkette an. Der Joghurtbecher warnt, sobald das Verfallsdatum überschritten wird. Die organische und gedruckte Elektronik eröffnet so ein völlig neues Anwendungsspektrum unterhalb der bekannten Siliziumtechnik, da sie die kostengünstige Herstellung komplexer Bauelemente ermöglicht.

(Archiv: Vogel Business Media)

Eine wichtige Rolle für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur für die Produktion von organischer Elektronik spielt die Organic Electronics Association (OE-A). Diese Arbeitsgemeinschaft des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) wurde im Dezember 2004 gegründet und ist mittlerweile die führende internationale Interessenvertretung der organischen und gedruckten Elektronik. Mehr als 80 Firmen aus Europa, den USA und Asien arbeiten in der OEA zusammen und repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette dieser jungen Industrie.

Dazu gehört auch die auf Papier gedruckte Elektronik. Einer ihrer größten Vorteile: Sie lässt sich wie jedes andere Druckerzeugnis recyceln. Und nicht nur das: Organische Leuchtdioden (OLED) werden in Zukunft zur Beleuchtung von Räumen wie Tapeten aus Papier an die Wand geklebt. „In zehn Jahren dominieren nicht mehr konventionelle Leuchtmittel den Beleuchtungsmarkt“, glaubt Gildas Sorin, Vorstandsvorsitzender des Materialherstellers Novaled AG in Dresden.

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