LED-Optiken Der 7er BMW empfängt seinen Fahrer mit einem Lichtteppich
Mit speziell konstruierten Mikrooptiken haben Fraunhofer-Forscher für die Oberklasse von BMW einen Lichtteppich entwickelt, der an der Fahrzeugunterseite strahlenförmig eine Fläche von 4 m² ausleuchtet.
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Für seinen BMW der 7er Reihe spendiert der bayerische Autobauer einen Lichtteppich in Form eines strahlenförmigen Lichtmusters. Das System basiert auf speziellen Mikrooptiken des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF aus Jena.
„Dank der spezifisch konstruierten Mikrooptiken wird es möglich, das Licht von der Unterseite des Fahrzeugs aus strahlenförmig auf eine etwa vier Quadratmeter große Fläche beidseitig vor den Einstiegsbereich zu projizieren“, erklärt Dr. Andreas Bräuer, Abteilungsleiter für Mikrooptische Systeme am IOF. Ganz neu ist der leuchtende Wegweiser nicht: Auch andere Automobilhersteller arbeiten bereits an einer entsprechenden Lösung für Oberklasse-Fahrzeuge.
Allerdings wurde bisher die Leuchte entweder im Außenspiegel oder in der Tür montiert. Das Problem: Befindet sich die Leuchte in den Spiegel, bewegt sich das Lichtbild beim Öffnen der Tür weg von dem Bereich, den es eigentlich ausleuchten soll. Bei der Integration in die Türunterseite kann bei geschlossenen Türen kein Licht den Boden erreichen.
Mikrooptiken projizieren das Licht
BMW geht einen anderen Weg: Das Lichtmodul ist auf der Fahrerseite an der Schwelle zum Fahrzeugboden angebracht. Wie aber ist es dann möglich, das Licht um die Ecke auf den Einstieg zu lenken? „In unserer Mikrooptik projizieren Mikrolinsen das Licht gezielt auf die gewünschte Fläche“, erläutert Dr. Peter Schreiber vom IOF, der die Entwicklungsarbeiten zum Projekt betreut.
Ursprünglich ging es den Jenaer Wissenschaftlern darum, kleine und dennoch lichtstarke digitale Projektoren zu bauen, wie sie beispielsweise im Smartphone verbaut sind. Physikalisch ist das ein Widerspruch – denn je kleiner die Projektoren werden, desto weniger Licht wird ausgestrahlt.
Die Lösung der IOF-Experten: Sie bauen die Projektoren nicht nur sehr klein, sondern ordnen viele dieser Winzlinge in einem Array an, die einer wabenförmigen Struktur ähnlich ist. „Wir können die Lichtstärke anpassen, indem wir die Anzahl dieser Mikroprojektoren verändern. Egal ob wir dann 150, wie beim BMW-Lichtteppich, oder 3000 Projektoren verwenden: Das Array ist wenige Millimeter dick“, sagt Bräuer.
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