Edge-Computing für die Fabrikhalle Omron-Controller bindet SPS verschiedener Hersteller ein und zieht Sensordaten über IO-Link

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Omron startet mit dem DX1 eine Edge-Steuerung, die Daten direkt an der Linie einsammelt, analysiert und visualisiert. Vorlagen und ein Flow-Editor verkürzen den Einstieg, die Kompatibilität mit vielen SPS vereinfacht die Nachrüstung und verhindert Stillstände.

Data Flow Controller DX1 von Omron: Die Edge-Steuerung positioniert sich als Bindeglied zwischen klassischer SPS-Automatisierung und vernetzten IT-Diensten.(Bild:  Omron)
Data Flow Controller DX1 von Omron: Die Edge-Steuerung positioniert sich als Bindeglied zwischen klassischer SPS-Automatisierung und vernetzten IT-Diensten.
(Bild: Omron)

Mit dem DX1 Data Flow Controller adressiert Omron die Lücke zwischen vorhandener Automatisierung und datengestützter Fertigung. Der Edge-Controller dockt an Sensoren, Steuerungen und weitere Quellen an, wertet Daten lokal aus und stellt sie in Dashboards bereit. Die Integration in die Sysmac-Plattform reduziert Reibung an der Schnittstelle zwischen IT und OT, sodass Teams schneller mit realen Prozessdaten arbeiten.

Im Fokus steht ein schneller Start ohne Programmieraufwand. Anwender verbinden Geräte per Ethernet, ziehen im Flow-Editor Funktionsblöcke auf die Oberfläche und verknüpfen sie zu Datenpfaden. Die Oberfläche zeigt, wie Daten eingehen, aufbereitet werden und in Visualisierungen oder in übergeordnete Systeme fließen. Das verkürzt Vorlaufzeiten und hält die Produktion am Laufen.

Schneller Einstieg ohne Code

Zum Lieferumfang gehört eine Middleware für Datenaufbereitung und Analyse (SpeeDBee Synapse). Damit lassen sich gängige Aufgaben wie Sammeln, Filtern, Aggregieren und Bereitstellen direkt auf dem Gerät abbilden. Für anspruchsvollere Szenarien öffnet der DX1 die Tür zu eigenen Funktionen in Python oder C, etwa für spezielle Berechnungen, proprietäre Protokolle oder die Anbindung an vorhandene Services.

Für unterschiedliche Rollen in der Fabrik bietet der DX1 von Haus aus Vorlagen und Ansichten. Produktionsverantwortliche greifen auf Kennzahlen und Zielvorgaben zu, operative Teams sehen den Status einzelner Linien, Anlagen oder Sensorgruppen. Die Darstellung erlaubt Drilldowns bis auf Maschinen- und Signalebene, um Abweichungen schneller zu finden und Maßnahmen abzuleiten.

Nachrüsten im laufenden Betrieb

Der Controller setzt auf breite SPS-Kompatibilität, damit bestehende Anlagen weiterlaufen. Unterstützt werden laut Hersteller unter anderem Serien von Mitsubishi Electric (Melsec), JTEKT (Toyopuc), Keyence (KV), Panasonic Industry (FP) sowie Omron (NJ/NX/CS/CJ/CP/NSJ). Die tatsächliche Konnektivität hängt vom eingesetzten Gerät ab und ist nicht für alle Modelle garantiert. Für Sensorik und Aktorik steht ein IO-Link-Master bereit, um Mess- und Erfassungsgeräte ohne Zusatzsoftware einzubinden.

Der Ansatz zielt auf eine stufenweise Digitalisierung: Daten erfassen, in Kontext bringen, sichtbar machen und gezielt weiterreichen – ohne die Steuerungsebene umzubauen. Unternehmen können so OEE-Kennzahlen konsistent berechnen, Zustände überwachen und Daten an MES-, Qualitäts- oder Instandhaltungssysteme weiterleiten. Weil die Verarbeitung am Rand der Anlage passiert, bleiben Latenzen kurz und Netzlast im Zaum.

Der DX1 positioniert sich als Bindeglied zwischen klassischer SPS-Automatisierung und vernetzten IT-Diensten. Er adressiert Fabriken, die Daten heute noch verstreut erfassen oder in Insellösungen verarbeiten. Wer Visualisierung, einfache Analytik und Datenaustausch an die Linie holen will, bekommt ein geschlossenes Paket aus Hardware, Middleware, Editor und Vorlagen, mit der Option, es bei Bedarf per Code zu erweitern. (mc)

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