Niederdruck-Vergusstechnik Flexibler Verguss ersetzt Gehäuse

Redakteur: Kristin Rinortner

Eine spezielle Vergusstechnik, das Hotmelt-Moulding, schützt elektronische Leiterplatten vor Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Korrosion und Erschütterungen. Das nach dem ägyptischen Pharao...

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Neue Handys müssen immer mehr Funktionen bieten. Das kostengünstige Niederdruck-Vergussverfahren des Hamburger Unternehmens WERNER WIRTH schützt Komponenten wie Tastatur, Mikrofon und Lautsprecher sowie Displays und Kameraoptiken. Im Automobilbau streben Konstrukteure danach, die ständig steigenden Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz, Komfort und Anwenderfreundlichkeit zu erfüllen. Dies gelingt durch den Einsatz unterschiedlicher Sensoren. Die Steuerung wird immer dezentraler, die Schutzbedürftigkeit wächst kontinuierlich. Bei beengten Platzverhältnissen lassen sich teure Gehäuselösungen nur noch bedingt einsetzen. Bei Serienapplikationen mit hohem Preisdruck bietet sich das kompakte Niederdruck-Gussverfahren an.Sven Höppner, Geschäftsführer von WERNER WIRTH erläutert das Verfahren: „Das Tutanchamun-Prinzip besteht aus anwendungsspezifischem Formenbau, auflagenabhängigem Maschinenpark und den jeweiligen Anforderungen angepassten Vergusswerkstoffen. Hierdurch und durch unser Engineering sind wir in der Lage, ganze Komponenten zuverlässig zu schützen und diese Technologie unseren Kunden für ihre Serienfertigung zugängig zu machen.“Das Tutanchamun-Prinzip wird seit einigen Jahren von führenden Anbietern in der Industrieelektronik, Automobiltechnik, beim Herstellen von weißer und brauner Ware oder in der Kommunikationselektronik eingesetzt. Fehlfunktionen und gebrochene Platinen werden laut Hersteller unterbunden. Die umhüllende Schutzfunktion ist auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt. Damit lässt sich ein effektiver und kostengünstiger Vergussschutz im Vergleich zur bisherigen Gehäusetechnologie erzielen. Die hohen Taktzeiten grenzen das Niederdruck-Vergussverfahren von WIRTH von alternativen Potting-Lösungen ab.Dem Anforderungsprofil entsprechend können Erweichungspunkt, Einsatztemperatur (-60 bis 200 °C), Haftung auf dem Trägermaterial, Viskosität, Shore A-Härte, Reißdehnung und Brennverhalten variiert werden, sodass selbst extreme Anwendungen z.B. im Motorraum eines Kraftfahrzeugs erfolgreich umgesetzt werden.„Wir stehen bereits in der Projektphase mit einer umfassenden Beratungsleistung dem Anwender zur Verfügung“, erläutert Höppner. Musterteile werden festgelegt, Parameter für den Aufbau der Formen (Aufnahme, Entlüftung, Entformung, Einspritzzeit, Nachdruck- und Abkühlzeit) ermittelt, sodass bei der Auflagenherstellung ein reibungsloser Produktionsprozess von der ersten Minute an gewährleistet ist.Als Werkzeug für den Verguss kann leicht zu bearbeitendes Aluminium zur Formgebung eingesetzt werden, da der Druckbereich bei 2,5 bis 25 bar für die Vergussmaterialien liegt. Laut Höppner erzielt das Unternehmen durch den Einsatz von Aluminiumformen statt herkömmlicher Stahlformen eine Kostenreduzierung bis zu einem Faktor zehn.

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