Eberspächer Neues Sound-Design-System erzeugt mit Gegenschall jeden gewünschten Auspuffklang

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Das erste Elektrofahrzeug, das sich wie ein „richtiges“ Auto anhört, ein Diesel, der wie ein Benziner klingt oder ein Vierzylinder mit Achtzylindersound: Mit der jetzt serienreifen ActiveSound/ActiveSilence-Technologie von Eberspächer ist das alles machbar.

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Die Technologie des Esslinger Automobilzulieferers ermöglicht hochwirksame Schalldämpfung und verblüffend authentisches Sound-Design. Nach erfolgreicher Erprobung im Benziner und Diesel-Prototypen präsentiert Eberspächer das ActiveSound/ActiveSilence-System nun auf der IAA in Halle 8 auf Stand A 33 in einem Elektrofahrzeug: im Rinspeed Concept Car „iChange“ mit einem maßgeschneiderten SafetySound.

Dieser verhilft Elektro- oder Hybridfahrzeugen zu mehr Akzeptanz und trägt zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr bei. Damit können die an sich geräuschlosen E-Fahrzeuge „typische Autogeräusche“ von sich geben und so von Fußgängern und Fahrradfahrern eher als Gefahrenquelle wahrgenommen werden.

Damit der Diesel wie ein Benziner klingt

Die neue Technologie bietet viele weitere Einsatzmöglichkeiten. Mit ActiveSound kann der Automobilhersteller seinen Kunden ein völlig neues Fahrerlebnis bieten: zum Beispiel, dass ein Diesel wie ein Benziner klingt – oder dass der Fahrer beim Sound auf Knopfdruck zwischen superleise, betont sportlich oder elegant wechseln kann. Bei ActiveSilence liegt der Schwerpunkt auf der hochwirksamen Schalldämpfung um bis zu 20 dB. So kann ein Vierzylinder den gleichen „akustischen Komfort“ bieten, mit dem sonst eine Achtzylinder-Luxuslimousine aufwartet.

Gegenschall macht Lärm den Garaus

Technisch gesehen basiert ActiveSound/ActiveSilence auf dem Antischall-Prinzip. Von den unerwünschten Schallwellen wird über einen Lautsprecher ein gegengleiches Abbild erzeugt. Wenn sich diese gegenläufigen Wellen exakt überlagern, heben sie sich auf. Mit Hilfe der Antischall-Technik lassen sich die Abgasgeräusche des Verbrennungsmotors stark reduzieren – und bei Bedarf der Sound aktiv gestalten.

Extreme Umgebungsbedingungen erfordern robuste Komponenten

Dass man Schall mit Antischall bekämpfen kann, ist schon seit langer Zeit bekannt. Bisher fehlten dafür jedoch die fahrzeugtauglichen Komponenten. Schließlich herrschen in einer Abgasanlage extreme Umgebungsbedingungen: große Temperaturunterschiede von -30 bis 700°C, Feuchtigkeit, aggressives Kondensat, hoher Schalldruckpegel und starke Vibrationen.

Ein wesentlicher Meilenstein für das heute serienreife System ActiveSound/ActiveSilence war daher die Entwicklung von Lautsprechern, die solchen Anforderungen dauerhaft standhalten sowie eine Schalldämpferkonstruktion, die diesen Lautsprecher optimal schützt. Weitere wichtige Voraussetzung ist eine leistungsfähige elektronische Steuerung, die über geeignete Schnittstellen zum Motormanagement für das perfekte Timing und die richtige Stärke des Antischalls sorgt.

In kürzester Zeit vom Labor auf die Straße

Dank der neuartigen Konstruktionsweise ist es möglich, jetzt Schalldämpfer für eine ganze Baureihe binnen kurzer Zeit „vom Labor auf die Straße“ zu bringen. Da die Hardware für ganze Hersteller-Plattformen genutzt werden kann, muss lediglich die Software an die jeweilige Motorisierung angepasst werden.

Der Schalldämpfer wird kleiner und leichter

Ein weiterer Pluspunkt ist die kompakte Bauweise: Der neue Schalldämpfertyp hat ein bis zu 60% geringeres Volumen, benötigt entsprechend weniger Platz im Unterboden des Fahrzeugs und zumeist auch weniger Material. Zudem ist er ein Leichtgewicht und wiegt bis zu 40% weniger als übliche Systeme. Aber auch beim Abgasgegendruck kann der Neuling punkten: Möglich ist eine Reduzierung um bis zu 150 mbar. Das macht sich – besonders bei Spitzenleistungen – durch reduzierten Kraftstoffverbrauch und einen geringeren CO2-Ausstoß positiv bemerkbar.

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