Robotik und Condition Monitoring Neuer Igus-Sensor überwacht Zugkräfte an Industrierobotern

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Industrieroboter bewegen Leitungen und Schlauchpakete im Dauerbetrieb, und genau dort setzt Igus an: Der neue TR.P-Sensor überwacht Zugkräfte an triflex-Energieketten und hilft schon bei der Inbetriebnahme, kritische Bewegungen früh zu erkennen.

Igus TR.P: PR-Managerin Anja Görtz-Olscher demonstriert den Zugkraftsensor am Messestand.(Bild:  Manuel Christa)
Igus TR.P: PR-Managerin Anja Görtz-Olscher demonstriert den Zugkraftsensor am Messestand.
(Bild: Manuel Christa)

„600 Euro pro Sekunde kostet es, wenn ein Roboter im Automobilwerk nicht seiner Arbeit nachgehen kann“, behauptet Richard Habering, Geschäftsbereichsleiter smart plastics bei Igus. In vielen Karosserie- und Lackierlinien arbeiten Roboter im Dauerbetrieb. Sie schweißen, kleben und lackieren im Sekundentakt. Dreidimensionale Energieketten der Serie triflex führen dabei Leitungen und Schläuche, während flexible Chainflex-Leitungen Strom, Daten und Signale bereitstellen. Gerät das System aus dem Takt, kann es teuer werden.

Der TR.P-Sensor misst die Zugkräfte direkt am Roboterkopf über eine Wägezelle. Steigt die Belastung über definierte Grenzwerte, schaltet das i.Sense-TR.P-System über einen potenzialfreien Kontakt eine zuvor festgelegte Aktion. Das reicht von einer Warnmeldung an den Betreiber bis zum kontrollierten Stopp des Roboters, um Folgeschäden zu vermeiden.

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Erster Einsatzpunkt ist oft die Inbetriebnahme. In der Hochlaufphase testen Integratoren Programme und Bewegungspfade der Roboter. Schlechte Bahnplanung oder enge Radien können Schlauchpakete überdehnen oder einklemmen. Hier setzt TR.P an und dient als Messsystem für kritische Bewegungsmuster. „Mithilfe unseres i.Sense Moduls und der modular aufgebauten Sensorik am Mitnehmerarm der triflex können Anwender kritische Bewegungsmuster erkennen und Schäden wie Überbiegung, Überstreckung oder auch ein Einklemmen frühzeitig identifizieren und verhindern“, erklärt Richard Habering.

Zugkräfte messen, Brüche erkennen

Neben dem neuen Zugkraftsensor bietet Igus seit 2022 das System TR.B für die Brucherkennung an. Es sitzt ebenfalls an der triflex-Energiekette und überwacht ein in die Kette integriertes Seil. Verändert sich die Länge des Seils, erkennt das System einen gebrochenen Kettengliedstrang und sendet ein digitales Signal an die Anlagensteuerung.

Die Steuerung kann darauf reagieren und den Roboter anhalten oder in einen sicheren Zustand bringen. Optional lässt sich eine Signalleuchte installieren, die das Wartungspersonal direkt an der Zelle warnt. Damit verkürzt sich die Zeit bis zur Fehleranalyse, und ein lokaler Schaden an der Energiekette führt nicht zwangsläufig zu einem längeren Produktionsausfall.

TR.P und TR.B ergänzen sich dabei. Während TR.B auf den bereits eingetretenen Bruch reagiert, greift TR.P früher ein und meldet ungewöhnliche Lastzustände. Anlagenbetreiber können so erst Bewegungsprofile optimieren und später im Betrieb eine zusätzliche Überwachung nutzen.

Servicekonzept Superwise bindet Sensorik ins CRM ein

Mit Superwise baut Igus das Thema Condition Monitoring zu einem Servicepaket aus. Das Konzept verbindet die Zustandsdaten der i.Sense-Sensoren mit dem eigenen CRM-System. Kunden spielen dafür ihre Sensordaten in eine gesicherte Anbindung ein.

Das Serviceteam von Igus erhält dadurch Einblick in die Belastung der Energiekettensysteme. Zeigen die Sensoren Auffälligkeiten, kann das Team proaktiv Kontakt aufnehmen, Wartungs- oder Reinigungsmaßnahmen vorschlagen, Inspektionen koordinieren oder benötigte Komponenten direkt bereitstellen. Ziel ist es, Wartungsteams zu entlasten und ungeplante Stillstände zu reduzieren, ohne dass der Betreiber in eigene komplexe Analyseplattformen investieren muss. (mc)

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