Robotik‑Peripherie Igus erweitert Roboterreichweite mit 7. Achse zum vierstelligen Preis

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Igus vereinfacht die Erweiterung des Arbeitsraums von Leichtbaurobotern: Eine 7. Achse lässt sich per Plug‑to‑program als zusätzliche Linearachse direkt in gängige Robotersteuerungen einbinden. Das Update deckt jetzt zahlreiche Serien bekannter Roboter-Hersteller ab.

Zusätzliche Linearachse: Igus bringt die Leichtbauroboter auf die Schiene.(Bild:  Igus)
Zusätzliche Linearachse: Igus bringt die Leichtbauroboter auf die Schiene.
(Bild: Igus)

Viele Betriebe wollen den Arbeitsraum ihrer Leichtbau-Gelenkarmroboter vergrößern, ringen oft mit der sauberen Anbindung der Linearachse an die Robotersteuerung. Igus adressiert genau diese Hürde: Die 7. Achse des Kölner Unternehmens vervierfacht den Arbeitsraum und lässt sich über ein Software‑Plugin direkt in die Steuerung einbinden. Nach Angaben von Igus sind bereits 500 Systeme weltweit im Einsatz.

Ein Praxisfall zeigt den Bedarf: In einem Feinmechanikbetrieb belädt ein Roboter eine CNC-Fräsmaschine. Um auch die zweite Maschine zu bedienen, soll er horizontal verfahren. Die Achse ist schnell beschafft, die Anbindung jedoch nicht. Ein Programmierer entwickelt über anderthalb Wochen eine Schnittstelle. „Wir haben von vielen Betrieben gehört, dass die aufwendige Anbindung einer 7. Achse derzeit ein Pain-Point ist, der Projekte unnötig kompliziert macht“, sagt Alexander Mühlens, Prokurist und Geschäftsbereichsleiter Low-Cost-Automation bei igus.

Plug‑to‑program: Einbindung in die Steuerung

Das neue Software‑Plugin bindet die Achse in kurzer Zeit an Steuerungen gängiger Hersteller wie Epson, Dobot, Igus und Omron an. Die 7. Achse ist nun auch mit Universal Robots UR20/UR30 und der Fanuc‑CRX‑Serie kompatibel. „Erste Anwender berichten, dass sie dank des Plug-to-program-Prinzips bis zu 10.000 Euro Entwicklungskosten gespart haben“, erklärt der Robotik-Experte.

Die Steuerung erkennt die Achse nach der Installation automatisch. Anwender programmieren und fahren sie direkt über das gewohnte Teach-Pendant des Roboters. Die Ansteuerung erfolgt wahlweise über digitale I/Os, über URCap oder über die igus Robot Control. Sicherheitsrelevante Komponenten wie Not-Aus-Relais sind bereits berücksichtigt, zusätzliche Engineering-Arbeit entfällt.

Schiene, Schlitten, Zahlen

Die Basis bildet eine bis zu 6.000 mm lange Linearschiene aus Aluminium. Ein Schlitten gleitet darüber auf vier Buchsen aus schmierfreiem Kunststoff. Zahnriemenantrieb mit bis zu 0,6 m/s; Positioniergenauigkeit ±0,3 mm. Adapterkits koppeln Roboter unterschiedlicher Hersteller auf dem Schlitten an, Energieketten schützen Energie- und Datenleitungen in der Bewegung. „Dieser Schutz ist empfehlenswert, da rund 35 Prozent der Roboterausfälle auf mangelhaftes Leitungsmanagement zurückzuführen sind“, betont Mühlens.

Die 7. Achse ist ab 2.313 Euro (netto) erhältlich, enthalten sind Schiene, Schlitten und Antrieb. Für die Schaltschrankintegration fallen zusätzlich 2.800 Euro an. Die Kombination aus Standardbaukasten und tribologisch optimierten Kunststoffen hält die Kosten niedrig. Die Nutzlast beträgt bis zu 55 kg, der Hubweg reicht je nach Auslegung bis 6.000 mm. Angaben zu Nutzlast und Geschwindigkeit gelten je nach Aufbau. Adapterkits für weitere Hersteller sind verfügbar, Details liefert der Konfigurator. (mc)

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