Leiterplatten Netzlistenvergleich bei Leiterplattenhersteller senkt Fehlerrisiko

Redakteur: Claudia Mallok

Mit einem Netzlistenvergleich zwischen Auftraggeber und Leiterplattenhersteller lässt sich der CAD/CAM-Datenübertragung absichern und somit das Fehlerrisiko minimieren, verdeutlicht Lutz Schier bei HEGER Leiterplatten-Schnellservice in Norderstedt. Der Leiterplattenhersteller prüft bei jedem Auftragseingang nicht nur das Vorhandensein einer Netzliste, sondern gleicht diese mit den hauseigenen Systemen ab.

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Zweifelsohne ist der Netzlistenvergleich die Schlüsselverifikation bei der Übergabe vom Leiterplattendesign in die Fertigung. Netzlisten beschreiben die elektrischen Charakteristika einer Leiterplatte, die der Entwurfsingenieur beim Erstellen des Stromlaufplans berücksichtigt. Nachfolgende Änderungen im Layout und das Hinzufügen von Varianten oder Reuse-Blöcken lassen sich in solcherlei Nachweislisten ebenfalls berücksichtigen.

Heutige EDA-Tools sind in der Lage, beim Abgleichprozess die Fehler grafisch darzustellen: Wenn ein Unterschied zwischen der eingehenden und der vorhandenen Netzliste erkannt wird, erlaubt es eine Toolbar, die Fehler direkt heranzuzoomen. Dies verkürzt die Verifikationszeit deutlich.

Fehlerrisiken und mögliche Zusatzkosten vermeiden

Demnach lässt sich ein Netzlistenvergleich relativ leicht bewerkstelligen und man kann dabei sicher sein, dass der nachfolgende Fertigungsprozess einerseits und der CAM-Input samt ggf. manuellen Zusatzdefinitionen andererseits fehlerfrei sind. Das ist umso wichtiger, je komplexer die zu fertigenden Leiterplatten sind.

(Archiv: Vogel Business Media)

Jedoch: „Bei den Leiterplattenherstellern ist der Check mittels Netzlisten immer noch nicht üblich“, erklärt Lutz Schnier, verantwortlich für die Arbeitsvorbereitung bei HEGER GMBH Leiterplatten-Schnellservice. Die Fachmann mahnt: „Solcherlei Absicherung des CAD-CAM-Datentransfers ist jedoch dringend erforderlich, da die Fehlerrisiken beträchtlich sind und sich daraus erhebliche Zusatzkosten ergeben – häufig genug zu Lasten des Kunden!“

Nicht sofort erkennbare Fehlerquellen können beispielsweise im Postprocessing beim CAD-System liegen, das fehlerhaft bzw. falsch konfiguriert oder schlicht falsch bedient worden sein kann. Auch ist es möglich, dass das Input-Processing beim CAM-System fehlerhaft ist.

Mit Fertigungsdaten auch Netzliste an den Leiterplattenhersteller schicken

Überdies kann die Interpretation des Blendentellers bei „Standard Gerber“ mit entsprechenden Risiken behaftet sein, da es sich meist um eine manuelle Tätigkeit handelt. Genauso fehlerhaft kann die Zuordnung des Lagenaufbaus und die Aufteilung der Bohrungen in durchkontaktiert bzw. nicht-durchkontaktiert sein, da auch diese Informationen auf einer manuellen Eingabe basieren.

Um teure Folgekosten und kostbare Zeit zu sparen, gilt es Hindernisse zu überwinden: So wäre es sicherlich sinnvoll, wenn der Entwickler darauf achtete, zusammen mit den erforderlichen Daten (z.B. Gerber oder ODB++, etc.) auch eine Netzliste an den Leiterplattenhersteller zu versenden.

Im Gegenzug dazu muss natürlich auch der Leiterplattenproduzent diese Netzlisten richtig einlesen können. Eine enge Partnerschaft mit einem regen Informationsaustausch zwischen Kunde und PCB-Hersteller ist demnach erforderlich.

Der Hersteller von Spezialleiterplatten im Schnellservice, HEGER GMBH Leiterplatten-Schnellservice, prüft bei jedem Auftragseingang nicht nur das Vorhandensein einer Netzliste, sondern gleicht diese mit den hauseigenen Systemen ab. Bei Unstimmigkeiten wird schnell die Fehlerquelle eruiert, so dass Ausschuss vermieden und die Termintreue gewährleistet werden kann – und der Kunde bares Geld und Nerven spart.

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