Automotive-Vernetzung

MOST150 macht Infotainment-Systeme noch leistungsfähiger

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Schnelles Hochfahren des Systems dank MOST-Netzwerkmanagement

Das Netzwerkmanagement des MOST-Busses ermöglicht ein schnelles Hochfahren des Systems. Es stellt darüber hinaus Mechanismen zur Verfügung, um mit verschiedenen Fehlerszenarien umzugehen, wie etwa ein intelligentes Stummschalten, wenn das System bemerkt, dass eine Audioquelle nicht mehr länger aktiv ist. Mit der MOST-Spezifikation 3.0 wurden zusätzliche Mechanismen zur Fehlerdetektion und zur Diagnose hinzugefügt, um die Stabilität des Systems zu verbessern. Dazu gehören die Detektion eines durch ein Gerät verursachten plötzlichen Signalabbruchs sowie eine erweiterte Ringbruchdiagnose.

Spontane Fehler eines bestimmten Geräten aufspüren

Mit der Detektion eines plötzlichen Signalabbruchs kann das System spontane Fehler eines bestimmten Gerätes aufspüren. Bisher konnte dies nur durch einen speziellen Testaufbau entdeckt werden und war in einem produktiven System nicht zu diagnostizieren. Die Mechanismen zum Verbindungs-Management sind die Basis für das Mehrplatzmanagement, das eine große Zahl von Quellen und Verbindungen, sowie die dazugehörenden dynamische Sequenzen, parallel bedienen kann. Dynamische Sequenzen ergeben sich beispielsweise, wenn Audioquellen auf Grund von Verkehrsnachrichten oder Fahranweisungen des Navigationssystems umgeschaltet werden.

Verbindungs-Management vewaltet Audioquellen für Unterhaltungund Audioquellen mit Informationsinhalten

In künftigen Systemen wird das Verbindungs-Management bis zu 20 Audioquellen für Unterhaltungsinhalte sowie bis zu 10 Audioquellen mit Informationsinhalten verwalten müssen. Die Quellen können auf bis zu vier Senken parallel abgespielt werden. Im Falle eines Quellenwechsels muss das Verbindungs-Management dynamisch und innerhalb eines bestimmten Zeitfensters mit der Änderung der Audioeinstellungen, der Konfliktbehandlung und Priorisierung sowie dem Mischen, Fading und Stummschalten von Audioquellen umgehen können.

Ethernet und IP-Daten über MOST150

Bild 2: Funktionalität des Audio-Routings in einem Mehrplatzsystem (Bild: Daimler)
Bild 2: Funktionalität des Audio-Routings in einem Mehrplatzsystem (Bild: Daimler)
Um die hohe Zahl an dedizierten Videoverbindungen zu verringern, die anderenfalls notwendig gewesen wären, werden die Videoquellen der Head-Unit als Streaming-Verbindung über den MOST150-Bus an die Rear-Seat-Unit übertragen. Sie nutzen die isochronen Streaming-Kanäle von MOST150, die zur Übertragung von Streamingdaten ohne feste Bitrate wie beispielsweise komprimiertes Video oder Audio entwickelt wurden. Ähnlich wie bei MOST25 kann bei MOST150 die Bandbreite für Streaming-Kanäle oder für Paketdaten zugeteilt werden.

MOST-Ethernet-Kanal und IP-basierte Protokolle

Eine wichtige neue Eigenschaft von MOST150 ist der MOST-Ethernet-Paket-Kanal (MEP), der einen zu Ethernet kompatiblen Kanal bereitstellt, welcher ideal zur Übermittlung von IP–Daten geeignet ist. Der MEP-Kanal unterstützt einen 48-Bit-Adressierungsmechanismus und verfügt über eine Paketgröße ähnlich der von Ethernet, womit die Beschränkungen des alten MAMAC-Mechanismus aufgehoben sind.

MEP-Kanal überträgt IP-Datenverkehr zwischen den Hauptsystemeinheiten

Wir nutzen den MEP-Kanal zur Übertragung des IP-Datenverkehrs zwischen den Hauptsystemeinheiten (Head-Unit und Rear-Seat-Units), um den Nutzern Zugriff auf Internetdienste und das Web zu ermöglichen. Der MEP-Kanal bietet einen einfachen und effizienten Weg, um IP-Daten zu übertragen.

Maximale Bandbreite ermöglicht Nettodatendurchsatz von 107 MBit/s

Bild 3: Nettodatendurchsatz auf dem MOST150-MEP-Kanal für unterschiedliche Einstellungen der Boundary (Bild: Ontorix)
Bild 3: Nettodatendurchsatz auf dem MOST150-MEP-Kanal für unterschiedliche Einstellungen der Boundary (Bild: Ontorix)
Bild 3 zeigt die Netto-Bandbreite, die bei Einsatz des MEP-Kanals in einem MOST150 Netzwerk mit unterschiedlicher Einstellung der Boundary (d.h. der Bandbreitenaufteilung zwischen Paket- und Streaming-Kanälen), erzielt werden kann. Mit der maximalen, für den Paketkanal zugeteilten Bandbreite erreichen wir in unseren Experimenten einen Nettodatendurchsatz von 107 MBit/s.

Standards aus der IT-Welt ermöglichen neue Funktionen

Neben der Übertragung von IP–Daten für den Internetzugriff, nutzen wir den MEP-Kanal auch, um größere Datensätze zu übertragen - zum Beispiel die Inhalte einer Musikdatenbank - oder um auf HTML-basierte Informationsinhalte zuzugreifen. Unsere Erfahrung zeigt, dass solche Funktionen durch den Einsatz von IP-basierten Standarddiensten und -protokollen, wie einem Web-Server und das Hypertext Transfer Protokoll (HTTP), einfach realisiert werden können.

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