Flexible Schaltungsträger MKS steigt in die Chip-on-Flex-Technik ein

Redakteur: Franz Graser

Das taiwanische Unternehmen MKS ist Spezialist für flexible Leiterplatten. Da die zur Verfügung stehenden Bauräume für die Baugruppen immer kleiner werden, beschreitet der Hersteller nun den Weg der Chip-on-Flex-Technik (COF) – mit gutem Erfolg.

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Missa Tsai, Leiterin der Vertiebsabteilung beim taiwanischen Leiterplattenspezialisten MKS.
Missa Tsai, Leiterin der Vertiebsabteilung beim taiwanischen Leiterplattenspezialisten MKS.
(Bild: Franz Graser)

Bei der Chip-on-Flex-Technik wird ein Mikrochip direkt auf dem flexiblen Schaltungsträger montiert. Dies spart Platz und Gewicht. Der Technik wird vielversprechender Markt vorhergesagt.

Deswegen ist auch MKS in dieses Verfahren eingestiegen. „Wir haben sehr gute Fortschritte bei COF-Boards gemacht“, sagt Missa Tsai, die Vertriebsleiterin des Unternehmens. Um dies zu erreichen, wurden der Maschinenpark und die Geräte für die Qualitätskontrolle des Leiterplattenherstellers erneuert. Dies erlaubt es außerdem, feinere Leiterbahnenstrukturen als bisher auf den Schaltungsträgern unterzubringen.

MKS wurde im Jahr 1982 gegründet. Die Firma stellte zunächst Membrantasten her, wie man sie von Handys der Prä-Touchscreen-Ära, Faxgeräten oder auch von Tintenstrahldruckern her kennt. Dann trat ein japanischer Hersteller von Druckköpfen an MKS heran und beauftragte die Taiwaner mit der Fertigung von Leiterplatten. Die Japaner versorgten MKS mit dem nötigen Kapital. Damit war es möglich, einen Leiterplattenhersteller zu kaufen und sich so die nötigen Techniken anzueignen.

Flexible Leiterplatten bieten den Designern zwar viele Freiheitsgrade. Das Material ist aber teurer als bei konventionellen Schaltungsträgern, Daher ist es auch teuer, wenn Ausschuss produziert wird. Deshalb und weil viele Elektronikdesigner den richtigen Umgang mit flexiblen Leiterplatten lernen wollen, bietet MKS auch einen Beratungsservice an.

„Die meisten Kunden kommen mit ihren Ideen auf uns zu und zeigen uns, was sie vorhaben“, sagt Vertriebschefin Missa Tsai. „Wir zeigen ihnen dann, wie man starre und flexible Teile kombinieren und miteinander verbinden kann – zum Beispiel wenn man ein Motherboard mit einem flexiblen Keypad verbinden möchte.“

Dies ist auch für Firmen aus dem deutschsprachigen Raum möglich, sagt Missa Tsai. Einerseits unterhält MKS Distributoren in Europa, die ohne Zeitverschiebung und sprachliche Barrieren Unterstützung leisten können. „Aber wenn sie in direkten Kontakt mit uns treten möchten, haben wir Entwicklungsingenieure, die Englsich sprechen. Das ist also kein Problem“, so Vertriebschefin Tsai.

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