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Plasmatechnik ist auch für empfindliche Bauteile geeignet
Substrate können bei dieser Technik und bei der Verwendung feststehender Einzeldüsen mit mehreren hundert Metern pro Minute durch den Plasmastrahl bewegt werden. Das Plasmasystem erledigt drei Arbeitsschritte in einem einzigen, sekundenschnellen Vorgang: Es bewirkt die trockene, mikrofeine Reinigung der Oberfläche, deren statische Entladung und ihre Aktivierung. Die Folge sind eine homogene Benetzbarkeit der Materialoberfläche und eine langzeitstabile Haftung von Verklebungen oder Beschichtungen auch bei hoher Beanspruchung.
Die ortsselektive Plasmabehandlung bewirkt, dass unpolare Kunststoffe in einem definierten Bereich polar werden und damit ihre Oberflächenenergie ansteigt (Bild 4). Aluminium oder Glas haben von sich aus bereits polare Oberflächen, deren Energie jedoch durch Staubablagerungen oder anderen Kontaminationen in Hinblick auf gute Haftungseigenschaften nicht zur Wirkung kommen kann. Hier ist es der Feinstreinigungseffekt des Plasmas, der reinigend und abtragend wirkt und die bereits vorhandene hohe Oberflächenenergie wieder freilegt. Materialien können nach einer Reinigung und Aktivierung mit AD-Plasma sofort weiterverarbeitet werden.
Was Stehle neben der Effektivität und Umweltfreundlichkeit des Verfahrens beeindruckte, waren dessen angeblich hohe Prozesssicherheit, genaue Reproduzierbarkeit und monitorkontrollierte Überwachung. Nur ein Punkt bereitete ihm Kopfzerbrechen. "In einem Teil unserer Leuchtengehäuse, denen des Typs One LED, ist die Elektronik bereits verbaut", berichtet er. "Mir war klar, dass jedes Vorbehandlungsverfahren, das elektrisches Potenzial führt, Kurzschlüsse erzeugen kann, verbunden mit der Zerstörung elektronischer Bauteile." Die entscheidende Frage für ihn war, würde die elektrische Spannung im Plasmastrahl die empfindlichen LED-Baugruppen schädigen?
Peter Langhof, Plasmatreat Market Manager Electronics, bestätigte, dass die Bedenken grundsätzlich berechtigt seien, dass die Openair-Plasmatechnik jedoch eine Besonderheit aufweise: Durch die Entwicklung spezieller Düsen sei es in den letzten Jahren gelungen, die elektrische Spannung so abzuleiten, dass das auf die Materialoberfläche auftreffende Plasma praktisch potentialfrei sei. Aus diesem Grunde sei es nun möglich, auch hochsensible Baugruppen und andere empfindliche elektronische Bauteile vorzubehandeln. Stehle präsentierte seiner Firma das neue Vorbehandlungsverfahren mit Erfolg. Waldmann entschied sich zur sofortigen praktischen Umsetzung und orderte eine Plasmatreat Mietanlage, womit die Tests beginnen konnten.
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