Head-up-Displays Miniprojektor sorgt für mehr Kontrast auf der Windschutzscheibe

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mehr Kontrast für Head-up-Displays: Pioneer will auf Basis von Grünlaser ein Head-up entwickeln, das reine und satte Farben liefert - auch bei direktem Sonnenlicht.

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Head-up mit Laser: Neues Konzept ist heller und farbenfroher
Head-up mit Laser: Neues Konzept ist heller und farbenfroher
(Foto: Microvision)

In der gehobenen Autoklasse finden Head-up-Displays zunehmend Verwendung: Wichtige Funktionen werden dem Fahrer auf das Display projiziert. Allerdings gab es beim Kontrast noch Verbesserungsbedarf. Für das noch ungelöste Problem der Kontrastschärfe bei Tageslicht bietet der japanische Elektronikspezialist Pioneer eine Lösung: Im Jahr 2012 kommt ein Produkt auf den Markt, bei dem RGB-Laser die bisher übliche LED-Technik ersetzen sollen. Mit diesem Schritt sollen die HUDs effizienter und massentauglicher werden.

Halbleiter-Laser in Rot, Grün und Blau

Die Head-ups der ersten Generation setzten auf LC-Displays, bei denen LED-Lampen Lichtstrahlen aussenden. Für jeden Bildschirmpixel wird kontrolliert, ob das Licht auch angekommen ist. Dieses System braucht viel Energie und liefert selbst bei Tageslicht nur wenig zufriedenstellende Helligkeit und Kontrastschärfe. Neuere Displays, bei denen Hunderte winzige Spiegel das Licht auf jeden Pixel werfen, sind energieeffizienter, versagen jedoch weiterhin bei der Helligkeit am Tag.

Der Pioneer-Ansatz für Head-ups beruht auf einer Microvision-Lasertechnik, die bisher in Mini-Projektoren Anwendung findet. Hauptbestandteile sind Halbleiter-Laser in Rot, Grün und Blau sowie ein einziger mikroskopischer Silikonspiegel, der sich auf zwei Achsen neigen kann. Der Laser wirft Licht in verschiedener Intensität auf den Spiegel, der die drei Farben zur gewünschten Pixelfarbe mischt. Jeweils nur ein Pixel wird somit einzeln in einem horizontalen und vertikalen Scan auf die Scheibe gemalt, wobei die hohe Geschwindigkeit ein statisches sichtbares Bild hinterlässt.

Grünlaser als Basis für Head-ups

Pioneer verspricht ein Head-up, das reine, satte Farben liefert, Strom spart und zudem kleiner ausfällt als bisherige Modelle, da nur ein einziger Spiegel erforderlich ist. In einigen Konzeptautos läuft die Technik schon, für die Serienproduktion ist der Preis für Grünlaser noch zu hoch. Da dessen Material schwierig herzustellen ist, ersetzte man ihn bisher durch Infrarotlicht mit komplizierter Grün-Umwandlung. Da im Vorjahr mehrere Hersteller reingrüne Laser präsentierten, steigt die Produktion und die Kosten sinken. Kosten Grünlaser alleine bisher 200 Dollar, soll künftig das gesamte Display soviel kosten.

Sein jüngstes Head-up-Display präsentiert Pioneer im Juni auf der Leipziger Auto Mobil International (AMI), informiert Gerd Wellhausen, Sprecher für Car Entertainment bei Pioneer Deutschland, auf Anfrage. "Das Interesse der Automobilindustrie ist groß, bisher vor allem für die Nachrüstung von Gebrauchtwagen. Verhandlungen mit Fahrzeugherstellern über eine OEM-Integration laufen jedoch bereits."

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