Medizintechnik

Metall-organisches Perowskit bringt die Röntgentechnik voran

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FAU-Kanzlerin in den Wissenschaftsrat berufen

Dr. Sybille Reichert, Kanzlerin der FAU, ist in den Österreichischen Wissenschaftsrat berufen worden. Ab dem 1. Januar 2016 wird sie dann zusammen mit den anderen Mitgliedern den für Wissenschaft und Forschung zuständigen Bundesminister in allen Fragen beraten, die das österreichische Universitäts- und Wissenschaftssystem betreffen. Mitglieder des Österreichischen Wissenschaftsrats müssen hohen Anforderungen gerecht werden: wissenschaftliches Renommee, politische Unabhängigkeit, langjährige Erfahrung in universitären, außeruniversitären und wissenschaftspolitischen Zusammenhängen sowie die glaubwürdige Bereitschaft, in den Arbeitsgruppen des Wissenschaftsrates aktiv mitzuwirken. Als „ausgewiesene Spezialistin im Bereich des europäischen Wissenschaftssystems“, so der Österreichische Wissenschaftsrat, erfüllt Reichert diese Kriterien: Sie arbeitete als Beraterin im Hochschulwesen, zunächst bei der EU-Kommission, später als unabhängige Beraterin für europäische Hochschulorganisationen, Ministerien, Wissenschaftsräte und Universitäten in europäischen Ländern. Von 2002 bis 2004 war Dr. Reichert als Leiterin Strategische Planung an der ETH Zürich tätig, der führenden TU Europas. Im europäischen Hochschulraum wurde Reichert bekannt für ihre international vergleichenden Analysen und Beratungsmandate zu Reformen und den Herausforderungen, die sich dadurch für die Organisationsentwicklung an Universitäten ergeben.

Überzeugende Ergebnisse mit Solarzellen-Halbleitern

Für ihre Versuche bestrahlten die Wissenschaftler eine Dünnschicht-Solarzelle, bestehend aus einem Halbleiter aus einem metall-organischen Perowskiten mit Röntgenwellen. Dieser Halbleiter hat unter anderem einen hohen Anteil Blei. Das Element absorbiert Röntgenstrahlung vergleichsweise gut, im Gegensatz zu leichteren Elementen oder biologischen Substanzen.

Die Forscher stellten fest, dass sich der Halbleiter prinzipiell sehr gut eignet, um die Strahlen zu detektieren. Jedoch fanden sie auch heraus, dass die Solarzellen selbst viel zu dünn sind, um als Detektoren zu dienen: Sie sind nur wenige Mikrometer dick, absorbieren dadurch zu wenig Röntgenstrahlung und erzeugen daher keine ausreichend scharfen und detailreichen Bilder.

Die Kollegen an der Universität Linz stellten daraufhin Detektoren her, bei denen die Halbleiterschicht etwa 300 mal so dick war wie in den Solarzellen. Die Materialien sprühten die Forscher mit einer Air-Brush-Technik auf.

Damit erreichten sie eine homogene Beschichtung mit ausreichenden elektrischen Eigenschaften, um Röntgenstrahlung zu detektieren. Was die Wissenschaftler besonders überraschte: Mit den Detektoren, die auf den Halbleitern aus den Solarzellen basierten, erzielten sie genauso gute Ergebnisse wie mit Detektoren aus Festkörper-Halbleitern, für deren Herstellung aufwendige Vakuum-Beschichtungsanlagen nötig sind.

Mit ihren Ergebnissen ist den Forschern ein wesentlicher Schritt in Richtung kostengünstiger Röntgendetektoren gelungen. Diese könnten in Zukunft möglicherweise auch auf flexible Kunststoffe wie Kapton oder PET aufgesprüht werden, was den Einsatzbereich in der Material- und in der medizinischen Analytik immens erweitern würde.

Die Air-Brush-Technik könnte sich vor allem für großflächige Detektor-Arrays eignen, wie sie beispielsweise in Röntgenkameras zum Einsatz kommen, die in der Medizintechnik (Koronarangioplastie) oder in der Materialprüfung Anwendung finden.

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