Weltverkehrsforum Merkel fordert stärkere Entkopplung des Verkehrs vom Energieverbrauch mithilfe neuer Technologien

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Beim ersten Weltverkehrsforum ITF (International Transport Forum) behandelten Verkehrsminister aus 51 Ländern mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft das Thema „Transport and Energy — the Challenge of Climate Change“. Die Veranstaltung ist aus der europäischen Verkehrsministerkonferenz hervorgegangen und soll künftig jährlich in Leipzig stattfinden.

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Gemeinsam mit der finnischen Verkehrsministerin Anu Vehviläinen und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee stellte der Generalsekretär des Weltverkehrsforums Jack Short die Schlussfolgerungen der dreitägigen Konferenz vor: Verkehr und Transport sollen in Zukunft weniger vom Öl abhängig sein, Energie soll effizienter genutzt und der Ausstoß von CO2 deutlich reduziert werden. Zu den geforderten Maßnahmen gehören u.a. die Förderung von neuen Technologien und Kraftstoffen, der stärkere Einsatz von Informationstechnologien, ein integriertes Mobilitätsmanagement sowie ein Bündel nichttechnologischer Maßnahmen.

Neue Antriebstechnologien sind heute „in“

Ins gleiche Horn stieß auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede auf dem Weltverkehrsforum: „Wir müssen die Entkopplung von Transportleistung und Energieverbrauch im Verkehrsbereich schaffen, fordert Merkel, „deshalb gilt es, die Energieeffizienz zu erhöhen.“ Merkel lobte dabei die bisher erreichten Fortschritte: „Inzwischen sind neue Antriebstechnologien entwickelt worden. Was früher bei der japanischen Motorenentwicklung mit leichter Abfälligkeit angesehen wurde, ist plötzlich „in“. Der Run auf die beste Batterie ist sozusagen zu einer Frage der Ehre geworden. Das gefällt mir sehr gut. Ich denke, durch Brennstoffzellen, Solarantrieb und vieles andere mehr werden wir noch unglaubliche Revolutionen im Verkehrsbereich erleben.“

Innovationen bei kleinen Autos kommen oft von den großen

„In der Diskussion um Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf 120 g/km sind wir Deutschen durchaus in einer strittigen Diskussion mit der Europäischen Kommission, weil wir ein Land sind, in dem sehr viele Autos aller Größenklassen produziert werden“, so Merkel weiter. „Ich bin sehr dankbar, dass die deutsche Automobilindustrie und darunter auch die Hersteller größerer Autos einen größeren Beitrag dazu leisten wollen. Wenn man aber die Hersteller größerer Autos in die Knie zwingt, wäre dies genau das Falsche, weil Innovationen bei kleinen Autos häufig aus der Entwicklung der großen Autos resultieren und damit erschwinglich blieben. Das heißt, wir müssen eine vernünftige Balance hinbekommen.“

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