CeBIT-Eröffnung Merkel: „Daten sind die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts“

Redakteur: Franz Graser

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutsche Wirtschaft zum Handeln in Sachen Digitalisierung aufgefordert: „Wer heute gute Maschinen herstellt, aber nicht ausreichend den Zugang zum Kunden bekommt, der wird morgen nicht mehr der Hauptteil der Wertschöpfung sein", sagte Merkel in einer Videobotschaft.

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In den Tagen vor der CeBIT-Eröffnung hat Bundeskanzlerin Merkel unter anderem den Maschinenbauer Festo und das Medizintechnik-Unternehmen Aesculap besucht. In beiden Firmen, so Merkel, sei man sich der Bedeutung der Digitalisierung wohl bewusst.
In den Tagen vor der CeBIT-Eröffnung hat Bundeskanzlerin Merkel unter anderem den Maschinenbauer Festo und das Medizintechnik-Unternehmen Aesculap besucht. In beiden Firmen, so Merkel, sei man sich der Bedeutung der Digitalisierung wohl bewusst.
(Bild: Bundesregierung/Bergmann)

Das Thema Big Data stehe zu Recht auf der Tagesordnung der Computermesse CeBIT, „denn das sind die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts: die Daten. Und in der Tat tut sich Deutschland an manchen Stellen noch schwerer als andere Länder, diese Daten auszuwerten.“

Gleichzeitig rief die Kanzlerin die Wirtschaft auf, die Datensicherheit im Blick zu haben. „Wir müssen alle für Datensicherheit sorgen; die Regierung muss das tun, aber die Unternehmen selbst müssen auch wachsam sein. Deshalb brauchen wir hier auch das Thema Datensicherheit in der Wirtschaft in ganz besonderer Weise.“

Dies sei aber auch ein internationales Thema: „Es reicht nicht, nur in Deutschland zu arbeiten. Wir werden als Regierung zwar unsere Cyberstrategie überarbeiten, aber wir müssen auch europäisch vernetzt sein. Deshalb gibt es bei Europol ein Cyber-Bekämpfungs-Zentrum – und auch bei Interpol ein solches Zentrum in Singapur.“

Merkel sprach von einem Wettlauf zwischen den großen Internetunternehmen und den „World Champions in der Herstellung bestimmter konkreter Produkte, in der Medizintechnik, im Maschinenbau oder in anderen Industriebereichen.“ Die Kanzlerin widersprach Kritikern, die behaupten, die deutsche Wirtschaft sei hier im Verglich zu ihren Wettbewerbern zu spät.„Ich sehe es nicht so pessimistisch. Ich würde nicht sagen, dass wir zu spät gekommen sind. Aber die Zeit drängt.“

Die Kanzlerin wird am kommenden Dienstag die CeBIT in Hannover besuchen und sich bei einem rund zweistündigen Rundgang zusammen mit dem Schweizer Bundespräsidenten Johann Schneider-Ammann ein Bild vom Stand der Digitalisierung machen.

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