Gestensteuerung Mehr als Touch – jede Oberfläche lässt sich zur Gestensteuerung nutzen
Es klingt noch etwas wie in einem Science-Fiction-Film: Der Türgriff erkennt an der Berührung, ob sich die Tür öffnen soll oder nicht. Selbst Flüssigkeiten erkennt Touché. Doch die Forscher von Disney Research wollen mehr, als nur kapazitive Touchscreens verbessern.
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Es ist ein bekanntes Bild: wir streichen, wischen oder schieben auf unseren Smartphones, um uns durch die Menüs zu navigieren. Das Touchdisplay hat die Bedienung vereinfacht. Aber immer noch an ein Gerät gebunden: dem Smartphone. Wissenschaftler der Disney Research in Pittsburgh, Pennsylvania haben Touché entwickelt, das eine vielzahl von Touchgesten auf Alltagsgegenständen erkennen kann. So sollen Möbel, Türklinken oder gar der eigene Körper zum Touch-Control werden.
Grundlage sind kapazitive Sensoren: Ein elektrisches Signal in einem Objekt ändert sich, wenn es von eiem leitenden Material berührt wird. Das kann beispielsweise ein menschlicher Finger sein. Die kapazitiven Sensoreen in einem Smartphone verwenden nur eine einzige Frequenz. Anders Touché, das mit verschiedenen Frequenzen arbeitet. Dadurch arbeitet die Technik auch bedeutend feiner.
System erkennt Berührungen an der Tür, auf dem Tisch oder auf Flüssigkeiten
Das System erkennt dank dem Einsatz mehrerer Frequenzen am Beispiel eines Türknaufs einen einzelnen Finger, mehrere Finger oder die komplette Hand. Die Forscher benötigen dazu nur einen Sensor, der am Objekt angebracht ist und einen Rechner, der die Signale analysiert. Hinzu kommt ein programmierbarer Wave-Generator, Lithium-Ionen-Akku und ein Bluetooth-Modul zum Funken der Daten an den Rechner.
Auch verschiedene Berührungen auf einen Tisch kann das System erkennen: Hand, der ganze Arm oder Ellenbogen. Und auf dem Sofa kann das Touché-System erkennen, ob jemand sitzt oder liegt. Dementsprechend kann das Licht im Zimmer angepasst werden und selbst der Fernseher lässt sich allein durch die Bewegung auf dem Sofa steuern.
Die Haut wird zur Touch-Oberfläche
Um beispielsweise einen MP3-Player zu steuern, muss das Gerät nicht mehr über die Touch-Oberfläche bedient werden. Es erkennt, ob der Benutzer seine Handflächen und Fingerkuppen zusammenlegt, sich den Unterarm berührt oder die Ohren zuhält. Sämtliche Gesten lassen sich auswerten und das Gerät kann Musik ohne Touchscreen wiedergeben.
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