Stratosphere Airborne Wind Energy System Megawatt-Windkraft aus 2.000 Metern Höhe: Luftschiff speist Strom ins Netz

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Idee, mittels Turbinen Energie in größeren Höhen zu erzeugen und zur Erde zu übertragen, ist nicht neu. Was ein chinesisches Energieunternehmen jüngst auf rund 2.000 Meter steigen ließ, hebt das Konzept auf eine neue Größenordnung: Ein heliumgefüllter Aerostat trägt zwölf integrierte Windturbinen und erzeugte erstmals Strom im Megawattbereich.

Die S2000-Plattform von Linyi Yunchuan ist auf zwei Kilometer Höhe aufgestiegen und hat die gewonnene Energie ins Netz eingespeist.(Bild:  Linyi Yunchuan)
Die S2000-Plattform von Linyi Yunchuan ist auf zwei Kilometer Höhe aufgestiegen und hat die gewonnene Energie ins Netz eingespeist.
(Bild: Linyi Yunchuan)

Konzepte für Flugwindkraftwerke werden bereits seit einiger Zeit erprobt. Während in europäischen Projekten häufig kleinere Systeme auf Basis von Drachen oder Flügeln getestet werden, setzt man in China auf deutlich größere Plattformen. Das Unternehmen Linyi Yunchuan aus Peking entwickelt seit mehreren Jahren gemeinsam mit der Tsinghua-Universität und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften Aerostate der Reihe SAWES.

Die Abkürzung steht für Stratosphere Airborne Wind Energy System. Ein Aerostat ist ein Leichter-als-Luft-Flugkörper, der durch Auftrieb eines Gases in der Luft schwebt. Im Fall von Linyi Yunchuan wird Helium verwendet. Die Projekte des Unternehmens hatten bereits in der Vergangenheit Aufmerksamkeit erregt – auch bei uns auf der Webseite der ELEKTRONIKPRAXIS. Für das Jahr 2026 meldet das Unternehmen nun einen weiteren Meilenstein.

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Energie aus 2.000 Metern Höhe

Erstmals wurde ein luftschiffähnliches System zur Stromerzeugung im Megawattbereich getestet: die Plattform S2000. Bei einem Testflug in der Provinz Sichuan stieg der Aerostat in rund 30 Minuten auf rund 2.000 Meter Höhe. Während des Versuchs erzeugte das System rund 385 kWh elektrische Energie, die direkt in das lokale Stromnetz eingespeist wurden.

Die von dem Aerostaten in die Höhe getragene Windenergieanlage nutzt Winde, die in dieser Höhe meist stärker und gleichmäßiger als in Bodennähe wehen. Prinzipiell lassen sich dadurch höhere Energieerträge erzielen. Die erzeugte Energie wird über ein Kabel zur Bodenstation übertragen.

„Es ist, als würde man den Wind von allen Seiten einfangen und den Luftstrom innerhalb dieses Kanals so einschränken, dass möglichst viel Wind von den Rotoren aufgenommen wird. Wir haben zwölf Windturbinen in diesem Kanal installiert“, erklärt Weng Hanke, Chief Technology Officer bei Linyi Yunchuan, gegenüber Tide News (via Interesting Engineering).

Das System ist etwa 60 Meter lang und verfügt über zwölf integrierte Turbinen in einer Luftkanalstruktur. In der aktuellen Auslegung kann es Leistungen im Megawattbereich erreichen und soll künftig auch in schwer zugänglichen Regionen oder nahe urbaner Räume eingesetzt werden.

Dem Konzept stehen jedoch weiterhin Herausforderungen gegenüber, etwa bei Wartung, Sicherheit der langen Verbindungskabel oder beim Betrieb im Luftraum. Entwickler sehen solche Systeme daher vor allem als mögliche Ergänzung zu klassischen Windkraftanlagen. (sb)

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