Marktanteil von rund 25 Prozent Die Medizintechnik als Wachstumsmotor für Deutschland?

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Medizintechnikbranche wächst jährlich um acht Prozent und auch die Milliardeninvestitionen in Forschung und Entwicklung zeigen, dass sich die Branche als potenzieller Zukunftssektor für Deutschland aufstellt. Doch Bürokratie, steigende Kosten und Fachkräftemangel könnten den Boom bremsen.

Wachstum: Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent am europäischen MedTech-Umsatz und über 257.000 Beschäftigten entwickelt sich die Branche zu einem bedeutenden Innovationsmotor.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Wachstum: Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent am europäischen MedTech-Umsatz und über 257.000 Beschäftigten entwickelt sich die Branche zu einem bedeutenden Innovationsmotor.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

In einer Zeit, in der klassische Industrien wie die Automobilbranche unter Druck stehen, etabliert sich die Medizintechnik als zukunftsträchtiges Feld. Präzise Diagnostik, KI-gestützte Therapieverfahren und minimalinvasive Implantate prägen eine dynamische Entwicklungsphase – getrieben von der Innovationskraft „Made in Germany“.

Deutschland befindet sich mitten im wirtschaftlichen Strukturwandel. Die Automobilindustrie, jahrzehntelang das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, kämpft mit Rückgängen und verschärften Umweltauflagen. Parallel kämpft auch die Stahlindustrie mit hohen Energiekosten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Medizintechnik an Bedeutung. Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent am europäischen MedTech-Umsatz und über 257.000 Beschäftigten entwickelt sich die Branche zu einem bedeutenden Innovationsmotor.

Digitale Gesundheit, KI und personalisierte Implantate

„Wir haben das Potenzial in dieser Umbruchsphase, die Medizintechnik zu einer Leitindustrie Deutschlands zu machen – aber dafür müssen Bürokratien abgebaut, Investitionen erleichtert und Talente gefördert werden“, sagt Karl Stoklosa, CEO des Medizintechnik-Unternehmens Precisis.(Bild:  Precisis)
„Wir haben das Potenzial in dieser Umbruchsphase, die Medizintechnik zu einer Leitindustrie Deutschlands zu machen – aber dafür müssen Bürokratien abgebaut, Investitionen erleichtert und Talente gefördert werden“, sagt Karl Stoklosa, CEO des Medizintechnik-Unternehmens Precisis.
(Bild: Precisis)

Die Dynamik in der Medizintechnik ist geprägt von zukunftsweisenden Technologien. Insbesondere bei der digitalen Gesundheit, KI-gestützte Diagnostik und smarte Sensorik entstehen neue Therapieansätze. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung personalisierter, minimalinvasiver Neuroimplantate, das gezielt bei Epilepsie eingesetzt wird. Sensoren und KI-Algorithmen ermöglichen eine präzisere Therapieplanung und eröffnen neue Wege in der Früherkennung neurologischer Erkrankungen. Karl Stoklosa, CEO des Medizintechnikunternehmens Precisis. „Technologien wie personalisierte Neuroimplantate verbessern die Lebensqualität von Patienten, die bisher nur unzureichend therapiert werden konnten.“

Regionale Schwerpunkte der deutschen Medizintechnik finden sich vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Besonders Baden-Württemberg sticht hervor: Rund ein Drittel der führenden MedTech-Unternehmen ist hier ansässig. Der wachsende Personalbedarf spiegelt die positive Entwicklung wider: Laut BVMed-Herbstumfrage 2024 planen 32 Prozent der Unternehmen, ihre Belegschaft auszubauen.

Dennoch gibt es Hemmnisse. Der Fachkräftemangel, steigende Personalkosten und zunehmende bürokratische Hürden stellen erhebliche Herausforderungen dar. Laut Umfragen sehen 78 Prozent der Medizintechnikunternehmen die wachsende Bürokratie als größtes Problem, gefolgt von steigenden Personalkosten und regulatorischen Belastungen durch die EU-Medizinprodukteverordnung.

Anforderungen an Politik und Standortstrategie

Trotz des Wachstums stehen MedTech-Unternehmen vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel und steigenden Personalkosten. Bürokratische Hürden, insbesondere durch die EU-Medizinprodukteverordnung, verschärfen die Situation weiter. Die Branche fordert daher gezielte politische Maßnahmen zur Reduzierung dieser Belastungen und zur Förderung der Innovationskraft. Politische Entscheidungsträger sollten investitionsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen, um Talente und Investitionen im Land zu halten. (heh)

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