Stecker

Mechanik-Aspekte rund um CompactPCI Serial

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Segmentierung der Steckerleiste

Der Block P2-P3 kann dem Standard entsprechend mit zwei 8-reihigen Steckern bestückt werden, aber eben auch mit einem 6- und einem 10-reihigen Stecker. So ergeben sich für P2-P3 folgende drei Möglichkeiten: 6-10, 8-8, 10-6. Den Block P4-P5 kann man mit 8-6 oder 6-8 bestücken. Insgesamt ergeben sich so sechs verschiedene Steckeranordnungen für kundenspezifische I/O-Boards. Die korrespondierende Backplane muss mit den zum I/O-Board passenden Buchsen bestückt sein, verwendet aber das Standard-Layout.

Diese Möglichkeit der Kodierung existiert zusätzlich zu den Alternativen, die die IEEE 1101 vorsieht. Die Stecker werden bereits bei der Herstellung der Baugruppen und der Backplane entsprechend bestückt, so dass der Anwender nichts falsch machen kann.

CompactPCI Serial definiert, ebenso wie das parallele CompactPCI, zwei Standard-Baugruppengrößen: Einfach- und Doppel-Europakarten. Das kleinere Einfach-Europaformat (100 x 160 mm, 3 HE) ist speziell für kompakte und mobile Anwendungen geeignet. In den Bereichen Server, Telekommunikation und Messtechnik können aber größere Kartenformate (233 x 160 mm, 6 HE) von Vorteil sein, da die elektronischen Bauteile mehr Platz benötigen und auch mehr Leistung aufnehmen.

Zwei Kartenformate: 3 HE und 6 HE

Elektrisch und mechanisch sind die beiden Formate kompatibel. Das heißt, man kann ohne Einschränkungen 3-HE-Karten auch in 6-HE-Systeme einbauen. Die Steckertypen und auch die Belegung sind identisch. Für 6-HE-Boards wurde lediglich ein optionaler Stecker (P0) hinzugefügt, um die Stromversorgung zu verstärken und zusätzliche Ethernetkanäle als Infrastruktur-Bus im Serverbereich bereitzustellen.

Allerdings steckt man bei CompactPCI Serial die 3-HE-Karten nicht unten ein, wie bei CompactPCI, sondern oben, wie schon beim älteren VMEbus-Standard. Das hat zwei Gründe. Einerseits ist es für 6-HE-Boards erforderlich, die Stromversorgung zu verstärken. 3-HE-Boards werden über den Steckverbinder P1 versorgt. Für 6 HE muss dieser Stecker erweitert werden.

Aus EMV-Gründen und um den Datentransfer auf den seriellen Interconnects nicht zu beeinflussen, sind die Stromversorgungsanschlüsse möglichst weit von den kritischen Signalpfaden entfernt. Es liegt deshalb nahe, den ergänzenden Stecker P0 direkt neben, also unter P1 zu platzieren. Damit wächst das Board nach unten.

Ein Punkt ist, dass P0 die einzige elektrische Erweiterung von 6-HE- zu 3-HE-Karten ist. Alle Features von CompactPCI Serial wie acht PCI-Express-Links, acht Mal Full-Mesh-Ethernet, acht SATA- und acht USB-Schnittstellen stehen in 3-HE-Systemen genauso zur Verfügung wie in 6-HE-Systemen.

Der zweite Grund für die Anordnung von oben nach unten ist der einfache Aufbau von Hybridbaugruppen. CompactPCI Serial beschreibt auch solche Karten. Im oberen Bereich einer 6-HE-Baugruppe befinden sich die neuen AirMax-Steckverbinder, im unteren Bereich auf den Standardpositionen sind die herkömmlichen 2-mm-Stecker von CompactPCI untergebracht.

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