trend:research-Studie Marktvolumen für Smart Grids in Europa steigt bis 2030 auf über 250 Mrd. Euro

Redakteur: Holger Heller

Intelligente Stromnetze (Smart Grids) sind der Schlüssel zur europaweit wachsenden Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien sowie zur politisch gewollten Reduktion der Treibhausgasemissionen.

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Über 70% der aktuell befragten Marktexperten in Europa sind der Meinung, dass die Einführung von Smart Grids zur besseren Integration dezentraler Energieerzeugung bzw. zur Kontrolle der Netze mittel- bis langfristig unvermeidlich sind.

In dem bislang noch anbietergetriebenen Markt positionieren sich Technologiehersteller bereits aktiv, während Anlagen- und Netzbetreiber aufgrund (Re-)Finanzierungsfragen, fehlenden technologischen Standards und unklarer politischer Rahmenbedingungen noch in einer „Warteposition“ verharren.

In einer Prognose von trend:research wird das Marktvolumen für die wesentlichen Smart-Grids-Teilmärkte in den betrachteten Ländern bis zum Jahr 2030 von aktuell 99 kumuliert auf rund 263 Mrd. € ansteigen. Wesentlichen Anteil am Marktvolumen haben die Teilmärkte Netzausbau der Transport- und Verteilnetze und ITK (Informations- und Kommunikationstechnologien) mit einem Zuwachs von 115 bzw. 48 Mrd. € Euro bis 2030.

Nordeuropa nimmt Vorreiterrolle ein

In der Länderbetrachtung wird deutlich, dass vor allem die nordeuropäischen Länder eine Vorreiterrolle in der Realisierung von Smart-Grid-Konzepten einnehmen werden. Der landesspezifische Entwicklungsstand von Smart Grids entspricht nach Ansicht der meisten befragten Anlagen- und Netzbetreibern jeweils dem europäischen Durchschnitt, Fortschritte werden von den Marktakteuren insgesamt erst langsam erkannt.

Der allgemeine Entwicklungsstand von Smart-Grid-Technologien wird in vor allem in Österreich, der Schweiz, Norwegen und Schweden und Deutschland überwiegend als durchschnittlich betrachtet. Rund ein Drittel der deutschen Befragten sieht Deutschland bei intelligenten Netzen in einer Führungsrolle, 9% bewerten den Entwicklungsstand immerhin als fortschrittlich.

Ebenfalls 9% sind der Ansicht, der Entwicklungsstand befinde sich in Deutschland noch am Anfang, was auch auf die bisher zögerliche Implementierung des Smart Meterings und die unklare Zielsetzung seitens des Bundes zurückzuführen sei. Eine fortschrittliche Entwicklung des Smart Grid wird nach Einschätzung der Hälfte der dort tätigen Befragten auch in Schweden erkannt.

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