Industrieroboterkomponenten mit 8,8 Prozent CAGR bis 2027 Marktstudie: Kollaborative und SCARA-Roboter treiben Wachstum

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Laut einer aktuellen Marktstudie von Interact Analysis erreichte der Weltmarkt für Industrieroboter-Schlüsselkomponenten im Jahr 2022 ein Volumen von 12,1 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 14,7 Prozent gegenüber 2021, getrieben von kollaborativen und SCARA-Robotern. Bis 2027 geht die Studie von 8,8 Prozent durchschnittlichem jährlichen Wachstum (CAGR) aus.

Laut der Marktstudie von Interact Analysis wächst die Produktion von kollaborativen Robotern und SCARA-Robotern am stärksten.(Bild:  Interact Analysis)
Laut der Marktstudie von Interact Analysis wächst die Produktion von kollaborativen Robotern und SCARA-Robotern am stärksten.
(Bild: Interact Analysis)

Zu den in der Marktstudie untersuchten Schlüsselkomponenten gehören in Industrierobotern verwendete Motoren, Servoantriebe, Präzisionsgetriebe, Encoder und Sensoren, Robotersteuerungen, Endeffektoren, Bildverarbeitungshardware und Programmier-Handgeräte sowie kollaborative Roboter.

Vor allem die Nachfrage nach kollaborierenden Robotern in industriellen Anwendungen ist in den letzten zwei Jahren rapide angestiegen, und diese Dynamik wird der Studie zufolge voraussichtlich auch im Prognosezeitraum bis 2027 anhalten. Die Benutzerfreundlichkeit kollaborativer Roboter und immer mehr Mensch-Maschine-Kollaborationsszenarien in der industriellen Produktion heizen das Wachstum weiter an. Darüber hinaus wächst der Markt für kollaborative Roboter mit hoher Traglast schneller und konkurriert mit den traditionellen Knickarmrobotern.

Nachfrage nach SCARA-Robotern wächst stark

Laut der Interact Analysis Marktstudie wird die Produktion von SCARA-Robotern voraussichtlich mit der zweithöchsten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) unter den fünf Robotertypen wachsen. Seit 2021 beeinträchtigt die schwache Halbleiter- und Unterhaltungselektronikbranche die Nachfrage nach SCARA-Robotern, aber die Nachfrage aus dem Sektor Neue Energien, wie die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien und Photovoltaik, glichen diese negativen Effekte aus. Ähnlich wie bei den kollaborativen Robotern geht der Trend auch bei den SCARA-Robotern zu größeren Traglasten, um die Effizienzanforderungen zum Beispiel bei der Batterieherstellung zu erfüllen.

Infolgedessen erwarten die Autoren der Studie, dass die Verkäufe von Komponenten für kollaborative Roboter und SCARA-Roboter mit einer 5-Jahres-CAGR von 25,1 bzw. 9,0 Prozent am schnellsten wachsen. Im Vergleich dazu soll der Komponentenmarkt für Delta-Roboter von den fünf Robotertypen am langsamsten wachsen, mit einer prognostizierten CAGR von 6,9 Prozent von 2022 bis 2027.

Märkte für Sensoren und Getriebe profitieren besonders

Von der steigenden Nachfrage nach kollaborativen Robotern und SCARA-Robotern werden der Studie zufolge die Märkte für Kraft- und Drehmomentsensoren und Dehnungswellengetriebe besonders profitieren. Im Jahr 2022 entfielen etwa 35 Prozent des Umsatzes mit Kraft- und Drehmomentsensoren auf Produkte, die mit kollaborativen Robotern sind, und dieser Anteil werde voraussichtlich auf 54 Prozent im Jahr 2027 steigen. Spannungswellen-Getriebe (Strainwave) kommen in mehr als 95 Prozent der Achsen von kollaborativen Robotern und SCARA-Robotern zum Einsatz. Da sich die beiden Robotertypen jedoch in Richtung größerer Nutzlasten bewegten, sei auch eine zunehmende Marktdurchdringung von Zykloidgetrieben zu beobachten. SCARA-Roboter mit Nutzlasten von mehr als 20 kg benötigten beispielsweise Zykloidgetriebe, um ein akzeptables Niveau an Steifigkeit und Lebensdauer zu erreichen.

Im Jahr 2022 verzeichnete die Studie in allen wichtigen Regionen Preiserhöhungen bei Schlüsselkomponenten für Industrieroboter, die auf Unterbrechungen der Lieferkette, Engpässe bei Chips, gestiegene Rohstoffpreise und Inflation zurückzuführen seien. Die Preise für vergleichbare Komponenten stiegen um fünf bis sieben Prozent, aber der durchschnittliche Gesamtverkaufspreisanstieg sei teilweise durch den Markteintritt neuer Anbieter mit niedrigeren Preisen sowie durch den Skaleneffekt mit höheren Stückzahlen aufgrund gestiegener Roboterproduktion aufgezehrt worden.

Preise für Schlüsselkomponenten sinken wieder

Bild 1: Die Autoren der Studie rechnen damit, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für Industrieroboterkomponenten sinken werden – in der Grafik entsprechen 100 Prozent dem durchschnittlichen Niveau der Verkaufspreise von 2021.(Bild:  Interact Analysis)
Bild 1: Die Autoren der Studie rechnen damit, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für Industrieroboterkomponenten sinken werden – in der Grafik entsprechen 100 Prozent dem durchschnittlichen Niveau der Verkaufspreise von 2021.
(Bild: Interact Analysis)

Da der Inflationsdruck allmählich nachlässt, erwarten die Autoren, dass sich der wettbewerbsbedingte Preisverfall ab 2023 beschleunigen wird. Im Durchschnitt werden die Verkaufspreise von Industrieroboter-Schlüsselkomponenten ab 2024 voraussichtlich um etwa ein Prozent pro Jahr sinken (Bild 1). Von allen Komponententypen wird der Durchschnittspreis von Getrieben der Studie nach voraussichtlich am schnellsten sinken, was auf den intensiven Wettbewerb und die zunehmenden Lieferzahlen von Spannungswellengetrieben zurückzuführen sei, die dem größten Preisdruck ausgesetzt sind. (cg)

Integrierte Nicht-Standard-Roboter bieten gute Wachstumschancen

Bei ihren Untersuchungen stießen die Marktforscher von Interact Analysis auf ein zunehmendes Interesse von Komponentenlieferanten am Markt für nicht standardisierte Roboter, welche Maschinenbauer (OEMs) herstellen und in Maschinen integrieren.

Für diesen aufstrebenden Markt sehen die Zulieferer großes Potenzial und neue Geschäftsmöglichkeiten. Denn erstens seien die Maschinen-OEMs bei der Auswahl der Komponenten flexibler als die traditionellen Roboterlieferanten, so handele es sich bei Servosystemen für integrierte Roboter oft um allgemeine Produkte von Anbietern der Industrieautomation und nicht um kundenspezifische, roboterspezifische Motoren und Antriebe. Zweitens sei die Lieferkette für integrierte Roboter „offener“ und wettbewerbsfähiger als die für Standardroboter. Dort, auf dem Markt für herkömmliche Roboterkomponenten, werde mehr als die Hälfte der verwendeten Motoren und Antriebe von den Roboterherstellern selbst geliefert (Interact Analysis nennt dies einen „gebundenen“ Markt), so dass es für die Komponentenlieferanten sehr schwierig sei, trotz des insgesamt großen Marktes Marktanteile zu gewinnen.

Außerdem kristallisiere sich die Nachfrage nach integrierten Robotern gerade erst heraus und werde voraussichtlich schnell wachsen. Für die OEMs böten diese Roboter viele Vorteile, wie z. B. flexible Kinematik, maschinenintegrierte, zentrale Steuerung und einfachere Bedienung. Derzeit würden die meisten nicht-standardisierten Roboter in Verpackungsmaschinen integriert, bei momentan allerdings noch minimaler Durchdringungsrate. Zunehmend nähmen jedoch Maschinenbauer in verschiedenen weiteren Branchen die Vorteile selbstgebauter Roboter wahr, das Wachstumspotenzial dieses Marktes sei also enorm.

Die Industrieroboter und -komponenten in der vorliegenden Studie beziehen sich den Angaben der Marktforscher zufolge alle auf den Markt für Standardroboter, da die integrierten Roboter derzeit noch einen so geringen Anteil am gesamten Industrierobotermarkt hätten. Interact Analysis werde die Entwicklung dieses Marktes jedoch weiterhin aufmerksam verfolgen, da sein Anteil am traditionellen Markt im Laufe der Zeit voraussichtlich wachsen werde.

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