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So profitiert die deutsche Automobilindustrie seit 1995 von dem Entwicklungsprogramm Motor Industry Development Program (MIDP), das 2012 ausläuft und durch das Förderprogramm Automotive Production Development Programme (APDP) abgelöst wird. Dieses gewährt deutliche Produktionsanreize für Hersteller und Zulieferer. Im Gegensatz zum Vorgängerprogramm beziehen sich die Anreize auf eine Produktionsausdehnung und nicht mehr auf Exporte. In den Unternehmen wurde die Ankündigung des neuen Programms aufgrund der nun deutlich höheren Planungssicherheit für Neuinvestitionen positiv aufgenommen. Zudem ist der weitere Ausbau des Sektors geplant. Dies dürfte auch für Zulieferer gute Nachrichten bedeuten, da weiterhin mit Aufträgen aus Südafrika zu rechnen ist. Außerdem ist es für die Automobilfirmen aufgrund des derzeitig sehr starken Randkurses zum Euro vergleichsweise billig, zu importieren.
Energiewirtschaft in Nigeria und Trans-Sahara-Pipeline
Nigeria ist der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in Afrika südlich der Sahara. Durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sank der Wert der Importe Deutschlands aus Nigeria im Jahr 2009 um 34% auf fast 1,2 Mrd. €. Hauptsächlich verantwortlich für diese starke Reduzierung war der Verfall des Ölpreises, welches mit einem Anteil von über 90% das wichtigste Einfuhrgut darstellt. 2010 stieg der Import nigerianischer Waren wieder sprunghaft an und belief sich zum Jahresende auf 2 Mrd. € (ein Plus von 69%). Die deutschen Exporte nach Nigeria blieben 2010 im Vergleich zum Vorjahr mit 1,08 Mrd. € stabil. Bei den wichtigsten deutschen Ausfuhrgütern handelt es sich um Maschinen, Kfz und Kfz-Teile, chemische und elektrotechnische Produkte.
Der Erdölsektor dominiert die Wirtschaft Nigerias seit 1970. Das Land ist der größte Erdölproduzent Subsahara-Afrikas und steht unter den Ölförderländern weltweit an zwölfter Stelle. Die Gaswirtschaft ist außerdem dabei, sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig zu entwickeln. Geschäftsmöglichkeiten können sich hier vor allem hinsichtlich Technologie und Infrastrukturaufbau, aber auch für Produkte und Dienstleistungen ergeben. Aktuell gibt es Pläne für eine Trans-Sahara-Pipeline über Niger nach Algerien um den europäischen Markt zu versorgen. Die Kosten für den Bau werden auf 7 bis 10 Mrd. US-$ geschätzt. Sowohl Russland/Gazprom, als auch die EU haben Interesse an einer Beteiligung an dem Projekt geäußert. Weitere anstehende Großprojekte bieten entsprechende Zuliefererchancen.
Erneuerbare Energien werden zunehmend als Alternative zu herkömmlichen Energiequellen betrachtet, die nigerianische Regierung plant bis 2015 fünf Prozent des Energiebedarfs durch Erneuerbare Energien zu decken. Die von deutschen Firmen in diesem Bereich angebotenen Erzeugnisse und Dienstleistungen gelten als qualitativ hochwertig und zuverlässig. Geschäftspotenzial besteht grundsätzlich auch für Solartechnik, Windenergie und Kraftstoffgewinnung.
Stetiger Ausbau der Infrastruktur in Ägypten
In Ägypten herrschen durch Steuerreduzierungen, klare Investitionsregelungen sowie eine westlich orientierte Bankenlandschaft gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Land verfügt über einen großen Binnenmarkt und ein hohes wirtschaftliches Wachstumspotenzial. Laut der befragten Experten stellt es zudem ein Sprungbrett in die Maghrebregion und die Region Nah-Mittel-Ost dar. Weitere Potenziale erschließen sich durch die Modernisierung der Infrastruktur, die in vollem Gange ist, durch die Nähe zu Europa und durch qualifizierte Arbeitskräfte. Die Banken verfügen außerdem über eine solide Kapitalbasis.
Ägyptens Markt für Medizintechnik bietet Wachstumsperspektiven aufgrund einer Modernisierung des Gesundheitswesens und der Expansion des privaten Gesundheitssektors. Weitere Wachstumssektoren sind die Rohstoffindustrie, die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), die Bauindustrie und der Groß- und Einzelhandel. Als Hindernisse für unternehmerisches Engagement wurden die Kosten und Zuverlässigkeit der Energie- und Wasserversorgung, Zollregularien, Marktkenntnisse bzw. Marktzugangsinformationen, politische Risiken, Bürokratie, Kriminalität und Korruption, Bedingungen für den Land- und Eigentumserwerb genannt. Aktuell hat das Land über 40 Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von 16 Mrd. US-$ ausgeschrieben. Großprojekte sind beim Flughafenausbau, beim Schienenverkehr und im Tourismus geplant. So sollen zwei Eisenbahntrassen, zwölf Häfen und eine Autobahn gebaut werden. Das wichtigste Projekt ist der Hafenausbau bei East Port Said. Bis 2030 sollen dort 22 Terminals errichtet werden.
Der IKT-Sektor war 2008/2009 mit einer Wachstumsrate von 15% einer der am schnellsten wachsenden Sektoren und seine Infrastruktur gehört zu den am besten entwickelten im Nahen Osten. Private Investitionen haben 2009 einen starken Rückgang verzeichnet, dieser wurde aber durch öffentliche Investitionen in Infrastruktur im Rahmen der Konjunkturpakete der Regierung kompensiert. 2014 sollen die jährlichen Ausgaben für IT bei 2,1 Mrd. US-$ liegen. Auch in Zukunft werden die Dezentralisierung des Telekom-Sektors und die Reform des Postsystems unter der IKT-Strategie der Regierung weiter vorangetrieben und der IT-Sektor bietet lukrative Geschäftsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen, die ihre Aktivitäten in Nordafrika ausweiten möchten.
Der Telekommunikationssektor in Namibia sorgt für Wachstum
Namibia und Deutschland pflegen auf Grund der gemeinsamen Geschichte eine besondere Beziehung. Von 1884 bis 1915 war Namibia deutsche Kolonie. Der Wert des deutsch-namibischen Handelsvolumens ist auch im Krisenjahr 2009 zweistellig gewachsen. So belief es sich auf 210 Mio. €. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge und Nahrungsmittel. Aus Namibia werden nach Deutschland vor allem Fleischwaren, Rohkupfer und Kupferlegierungen sowie Nichteisenmetalle wie beispielsweise Zinn und Zink eingeführt.
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