Manufacturing-X Manufacturing-X: Warum Unternehmen vom Daten teilen profitieren

Von Margit Kuther 3 min Lesedauer

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Der Austausch von Daten entlang der Wertschöpfungskette kann die Produktivität steigern, Lieferengpässe vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie steigern. Dennoch hat sich die Mehrheit der Unternehmen noch gar nicht mit Manufacturing-X befasst, so das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage.

Digitale Transformation: Unternehmen profitieren vom gegenseitigen Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette.(Bild:  Gerd Altmann /  Pixabay)
Digitale Transformation: Unternehmen profitieren vom gegenseitigen Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay)

Auf die Industrialisierung folgte die Automatisierung und als nächste Stufe die digitale Transformation der Industrie. Ein Schlüsselwort hier ist Manufacturing-X. Manufacturing-X wurde 2023 von der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Bundesregierung initiiert, um Unternehmen aus dem gesamten industriellen Sektor miteinander zu vernetzen und so ein unternehmensübergreifendes Datenökosystem zu schaffen. Dies soll nicht nur die Vorreiterrolle der deutschen Industrie sichern, sondern zugleich völlig neue, datenbasierende Geschäftsmodelle ermöglichen.

Geringes aktives Interesse der Unternehmen an Manufacturing-X

Eine Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten ergab folgendes: Den meisten deutschen Industrieunternehmen ist die Initiative zwar ein Begriff, nur eine Minderheit hat sich bisher aber aktiv mit ihr beschäftigt: Insgesamt 77 Prozent der deutschen Industrieunternehmen haben schon einmal von Manufacturing-X gehört oder gelesen. Bisher gibt jedoch nur 1 Prozent der Unternehmen an, sich bereits zu beteiligen, weitere 4 Prozent der Industrieunternehmen planen eine Beteiligung.

Sehr viel mehr wären dafür generell offen: 29 Prozent können sich eine Beteiligung vorstellen. Die meisten (58 Prozent) der Industrieunternehmen beteiligen sich bislang nicht, weil sie sich bisher zu wenig oder gar nicht damit beschäftigt haben. Nur 2 Prozent haben sich aktiv gegen eine Beteiligung entschieden. Derzeit laufen erste Förderprojekte. „Die große Offenheit der Unternehmen gegenüber einem stärkeren Datenaustausch zeigt, dass das Potenzial digitalisierter Wertschöpfungsketten in der Industrie erkannt wird. Die Unternehmen sollten sich intensiv mit dem komplexen Thema digitaler Datenräume auseinandersetzen, um deren Vorteile möglichst bald realisieren zu können. Langfristig kann der volle Nutzen eines digitalen Datenraums für die Industrie nur dann entfaltet werden, wenn alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten mitmachen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Unternehmen sehen die Vorzüge eines digitalen Datenaustausches

Konkret meinen 49 Prozent der Industrieunternehmen, dass der digitale Austausch von Daten entlang der Wertschöpfungskette die Produktivität der deutschen Industrie steigern wird. 41 Prozent der Unternehmen sagen, dies macht die deutsche Industrie widerstandsfähiger gegen Störungen wie zum Beispiel Lieferengpässe. Außerdem ist mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Industrieunternehmen überzeugt, dass digitale Wertschöpfungsketten einen zentralen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Industrie leisten werden.

„Bislang können Daten in einzelnen Unternehmen Abläufe transparent machen und zu einer effizienteren und nachhaltigeren Steuerung genutzt werden. Noch mehr kann aber gewonnen werden, wenn ein Datenaustausch zwischen Unternehmen ermöglicht wird und so Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette detailliert aufeinander abgestimmt werden“, so Rohleder. „Für einen solchen Austausch braucht es einheitliche Standards und eine sichere Plattform. Hier ist Manufacturing-X der Schlüssel.“

Unternehmen wollen keíne Daten teilen

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Bitkom-Studie vom Mai 2023: Wie der Beitrag „Unternehmen wollen Daten nutzen, aber nicht teilen“ zeigt, besteht das Interesse der Industrie an einem Datenaustausch, auch das verstärkte Bestreben, eigene Daten zu nutzen. Allerdings sind die Unternehmen sehr zurückhaltend wenn es darum geht, ihre Daten mit Dritten zu teilen.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt, darunter 160 Industrieunternehmen. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 1 bis KW 6 2024 statt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Haben Sie schon einmal von Manufacturing-X gelesen oder gehört?“ und „Kommt für Sie im Unternehmen eine Beteiligung an dieser Initiative in Betracht?“ sowie „Bitte sagen Sie mir, inwieweit die folgenden Aussagen zu Manufacturing-X Ihrer Meinung nach zutreffen“. (mk)

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