Machine-to-Machine-Kommunikation M2M ist mehr als nur eine Verbindung ins Netz
Was Entwickler von M2M-Applikationen beachten müssen und wie sie den Aufwand reduzieren können.
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Machine-to-Machine-Kommunikation ist ein Wachstumsmarkt. So sagt eine Studie von IDC dem M2M-Markt in Europa bis 2015 ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 12 Prozent voraus; bis 2020 sollen zudem rund 50 Milliarden Maschinen und Geräte vernetzt sein. Diese Zahlen dürften kaum verwundern, sind die Anwendungsmöglichkeiten für M2M doch schier grenzenlos, z.B. der Fernzugriff auf komplexe Anlagen und Maschinen, Streaming von Videos für Digital Signage und Infotainment bzw. Surveillance, Überwachung von Patienten und Pflegebedürftigen u.v.m.
M2M-Entwicklung erfordert Detailkenntnis
Aber wie die große Vielfalt an möglichen Applikationen bereits vermuten lässt, ist die Entwicklung von M2M Applikationen eine durchaus komplexe Angelegenheit. Nur dadurch, dass man sein System an die Cloud angeschlossen hat, verfügt man noch lange nicht über ein marktreifes System. Und selbst diese Konnektivität herzustellen ist schon alles andere als trivial. Es gibt zahlreiche technische und regulatorische Details zu beachten – und das an jedem einzelnen Punkt der M2M-Kette – vom Sensor, zum Gateway bis hin zur Cloud-App

Das Problem dabei: Viele Anbieter konzentrieren sich nur auf gewisse Teilbereiche der M2M-Kette, beispielweise auf 3G-to-LAN Gateways und verfügen oftmals nicht über ausreichende Kenntnisse, etwa über Antennentechnik oder Kommunikationsprotokolle – von den vorgeschriebenen Zertifizierungen ganz zu schweigen. Dies gilt erst Recht für Anbieter, die auf dedizierte Lösungen für vertikale Märkte spezialisiert sind. Diese wollen auch zunehmend M2M-Funktionalität in ihre Produkte integrieren wollen, haben ihre Expertise aber in einem ganz anderen Bereich.
Jeder Markt hat eigene Anforderungen
Dieses Problem verschärft sich noch, wenn die Produkte nicht nur in einem Land eingesetzt werden sollen, sondern global. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum im M2M-Segment, dass eine M2M-Lösung, die in einem Markt funktioniert, ohne weiteres auch in anderen Ländern läuft. Für Länder wie Deutschland und UK mag dies vielleicht noch weitgehend zutreffen. Immerhin werden hier dieselben Frequenzen und Technologien genutzt.
Doch in weiteren Wachstumsmärkten wie Indien, China oder auch Japan, ist dies definitiv nicht der Fall. Hier müssen jeweils ganz eigene Gegebenheiten berücksichtigt werden. Außerdem muss mit regionalen Netzbetreibern kooperiert und deren Anforderungen eingehalten werden. Eine hochkomplexe Aufgabe also, die nichts für Unternehmen ist, die sich nicht damit auskennen.
Wie kompliziert es in der Praxis werden kann, verdeutlicht folgendes Beispiel: Ein Zugunternehmen will seinen Passagieren einen Vorteil bieten und deshalb die Züge mit Hotspots ausstatten, damit Kunden unterwegs bequem im Web surfen können.
Für ein einzelnes Land mag die Lösung noch einigermaßen schnell gefunden werden. Doch was, wenn ein Zug nicht nur grenz- sondern auch netztechnologieüberschreitend fährt, etwa zwischen Russland und China: Welche Wireless Technologie wird dann für die Uplink-Verbindung eingesetzt? Und wie wird diese dann während der Fahrt nahtlos gewechselt?
Müssen M2M-Entwickler zu Telecom-Experten werden?
Es scheint also, Entwickler von dezentralen Geräten, Maschinen und Anlagen müssten auch zu Telekommunikationsexperten werden, um ihre M2M-Applikation auf den Markt bringen zu können. Wenn man sich die Entwicklungsanforderungen ansieht, scheint dieser Eindruck auch zuzutreffen: Firewall-Funktionen müssen implementiert und VPN-Verbindungen aufgebaut werden, Standards der Netzbetreiber eingehalten und Daten müssen nicht nur über applikationsspezifische sondern auch netzwerkspezifische Protokolle ausgetauscht werden.
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