Palettier-Roboter Low-Cost-Automation in XXL: Raumportalroboter kostet sechzig Prozent weniger

Von Kristin Rinortner

Der Einstieg in die Automatisierung kann auch für kleine und mittelständische Unternehmen ganz leicht von der Hand gehen: Mit dem drylin XXL-Portalroboter von igus. Der Roboter lässt sich einfach nach dem „Do it yourself“-Prinzip aufbauen und programmieren – ohne Hilfe eines Systemintegrators.

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Low-Cost-Robotik: Der schmier- und wartungsfreie drylin XXL-Raumportalroboter von igus hebt bis zu 10 Kilogramm und kostet bis zu 60 Prozent weniger als vergleichbare Lösungen.
Low-Cost-Robotik: Der schmier- und wartungsfreie drylin XXL-Raumportalroboter von igus hebt bis zu 10 Kilogramm und kostet bis zu 60 Prozent weniger als vergleichbare Lösungen.
(Bild: igus GmbH)

Mit dem „Do it yourself“-Bausatz (DIY) können Unternehmen schnell und unkompliziert einen Pick-and-Place Linearroboter für Aufgaben rund um Palettierung (bis 10 kg), Sortierung, Etikettierung und Qualitätsprüfung in Betrieb nehmen. „Palettier-Roboter, die in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern entstehen, kosten schnell zwischen 85.000 und 120.000 Euro. Das sprengt das Budget vieler kleiner Betriebe“, sagt Alexander Mühlens, Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation bei igus.

Man habe deshalb eine Lösung mit Hochleistungskunststoffen und Leichtbaumaterialien wie Aluminium entwickelt, die um ein Vielfaches günstiger ist. Der drylin XXL-Raumportalroboter kostet je nach Ausbaustufe zwischen 7.000 und 10.000 Euro.

DIY-Bausatz lässt sich ohne Vorkenntnisse schnell zusammensetzen

Das Raumportal erhält der Käufer als DIY-Bausatz. Bestandteile sind zwei Zahnriemenachsen und eine Zahnstangen-Auslegerachse mit Schrittmotoren und einem Aktionsraum von 2.000 mm x 2.000 mm x 1.500 mm. In der Maximallänge sind auch bis zu 6.000 mm x 6.000 mm x 1.500 mm möglich. Zusätzlich ist im Paket ein Schaltschrank, Leitungen und Energieketten sowie die kostenlose Steuerungssoftware igus Robot Control (iRC) enthalten.

Anwender können die Komponenten in wenigen Stunden zu einem betriebsfertigen Linearroboter zusammensetzen – ohne externe Hilfe, ohne Vorkenntnisse und ohne lange Einarbeitungszeit. Werden noch zusätzliche Komponenten wie Kamerasysteme oder Greifer benötigt, lassen sich diese auf dem Robotik-Marktplatz RBTX ordern.

Automatisierung entlastet Mitarbeiter

Zum Einsatz kommt der kartesische Roboter beispielsweise an Förderbändern, die Produkte von Spritzgussmaschinen abtransportieren. Hier nimmt der Roboter Artikel mit einem Maximalgewicht von 10 kg vom Band, transportiert sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 mm/s und positioniert sie mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,8 Millimeter auf einer Palette.

„Dank dieser Automatisierung können Betriebe ihre Mitarbeiter von körperlich anstrengenden und zeitaufwendigen Palettier-Aufgaben entlasten und Ressourcen für wichtigere Aufgaben gewinnen.“ Das System selbst verursacht dabei keinen Wartungsaufwand, so Mühlens. Die Linearachsen bestehen aus korrosionsfreiem Aluminium, die Schlitten bewegen sich über Gleitlager aus Hochleistungskunststoff, die dank integrierter Festschmierstoffe über viele Jahre einen reibungsarmen Trockenlauf ohne externe Schmiermittel ermöglichen – selbst in staubigen und schmutzigen Umgebungen.

Einfache Programmierung mit digitalem 3D-Zwilling

Auch die Programmierung von Bewegungsabläufen stelle kein Einstiegshindernis dar, so Mühlens. „Wir haben mit der iRC eine Software entwickelt, die optisch an häufig genutzte Office Software erinnert und eine intuitive Programmierung von Bewegungen ermöglicht.“

Die Software ist kostenlos und die Low-Code-Programmierung kann dann 1:1 am realen Roboter verwendet werden. Herzstück der Software ist ein digitaler Zwilling des Raumportals, über den sich Bewegungen mit wenigen Klicks festlegen lassen. Auch im Vorfeld, bevor der Roboter in Betrieb ist. So könnten Interessenten bereits vor dem Kauf anhand des 3D-Modells prüfen, ob gewünschte Bewegungen tatsächlich realisierbar sind.

Die Roboter lassen sich live oder über das Internet kostenfrei ausprobieren. Die Kölner unterstützen Firmen zudem bei der Inbetriebnahme und zeigen, was alles mit Low-Cost-Robotern möglich ist.

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