Cyberkriminalität Phishing: LKA Niedersachsen warnt vor Betrug via Bankenpost mit QR-Code

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Die Mitarbeitenden des Landeskriminalamts Niedersachsen warnen vor Betrugsversuchen via Briefpost. Betrüger verschicken offenbar Bankpost mit einem QR-Code. Scannen Sie diesen QR-Code, dann führt er Sie nicht zu Ihrer echten Bank.

Vorsicht bei Phishern geht jeden etwas an, sowohl Unternhemen als auch Privatpersonen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Vorsicht bei Phishern geht jeden etwas an, sowohl Unternhemen als auch Privatpersonen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Phishing ist eine Betrugsmethode, die meist im Internet ausgeführt wird, allerdings auch außerhalb des digitalen Raums in abgewandelten Versionen auftreten kann. Vishing steht etwa für Voice Phishing und bezeichnet Phishing-Versuche übers Telefon. Damit sind unter anderem Robocalls gemeint, also automatisierte Anrufe wie die Identitätsdiebstahl-Masche, die 2022 groß die Runde machte, bei der eine Roboterstimme zum schnellen und gedankenlosen Handeln animieren wollte. Oder wenn Sie mit einer angeblichen Gelderstattung für einen vermeintlichen technischen Kundendienst gelockt werden, den Sie nie gebucht haben.

Smishing wiederum steht für Betrugsvorgänge via SMS. Dabei kann es beispielsweise vorkommen, dass Ihnen die Betrüger vorgaukeln, sie arbeiten für Ihr Geldinstitut. Eine weitere Methode des Phishings ist postalisches Phishing. So rückständig das erscheinen mag, ergibt die Methode dennoch Sinn, denn viele Menschen trauen modernen Kommunikationswegen möglicherweise weniger über den Weg, halten Briefpost allerdings für vertrauenswürdig und seriös.

Warnung vor Briefpost mit QR-Code von Commerzbank und Deutsche Bank

Diesen Umstand nutzen derzeit Phishing-Betrüger aus und deswegen warnt das Landeskriminalamt Niedersachsen seit dem 6. August 2024 vor gefälschter Briefpost von diversen Geldinstituten, die einen QR-Code enthält. Ein QR-Code ist ein zweidimensionaler Barcode, der Informationen wie URLs, Text oder andere Daten in einem quadratischen Muster aus schwarzen und weißen Feldern speichert und mit einer Kamera oder einem Scanner schnell gelesen werden kann.

Offenbar fallen immer weniger Menschen und Unternehmen auf Phishing-Versuche per E-Mail herein. „Die Täter wissen dies ebenfalls und ändern in Teilen die Strategie von Phishingmails. Diese werden nun seit einiger Zeit per Briefpost verschickt (Zur Zeit noch wenige bekanntgewordene Einzelfälle).

Der Bankkunde erhält plötzlich und unerwartet einen Brief mit korrekter postalischer Anschrift und dem Logo/der Anschrift der tatsächlich zugehörigen Bank“, so die Verantwortlichen des LKA Niedersachsen. Sie zeigen auf ihrer Webseite Polizei-Prävention zwei Beispiele für Briefe, die angeblich von der Commerzbank und der Deutschen Bank kommen. Bisher sind Fälle von diesen beiden Banken gemeldet worden.

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Phishing-Vorgang: So wollen die Betrüger an Ihre Daten gelangen

Die Geldinstitute beabsichtigen laut dieser Masche angeblich auf diesem Wege die Identität ihrer Kunden festzustellen, um den Anforderungen zur Verhinderung von Geldwäsche und „Know Your Customer“-Richtlinien der EU gerecht zu werden. Sie werden dazu aufgefordert, den im Brief abgebildeten QR-Code mit Ihrem Smartphone zu scannen. Achtung: Der im QR-Code hinterlegte Link führt Sie in diesem Fall NICHT zur Webseite Ihrer Bank, sondern zu einer von den Betrügern gefälschten Webseite. Über diese bringen Sie die Betrüger dazu, Ihre Zugangsdaten zu Ihren Konten preiszugeben - und das wollen Sie selbstverständlich verhindern, damit Sie nicht die Kontrolle verlieren.

Wie bei Links in E-Mails gilt auch bei QR-Codes: Hinterfragen Sie unbedingt die Ziel-URL! „Wer beim Scannen des QR-Codes genau hinschaut und aufmerksam ist, erkennt, dass der Link beispielsweise zu einer Webseite mit der Endung „.ru“ führt oder ein sogenannter Shortlink ist, dessen eigentliches Ziel so nicht erkennbar ist“, so das LKA Niedersachsen.

„Wichtig für solche QR-Codes ist, dass ein Nutzer ein sofortiges Öffnen des Links deaktiviert. Einige Smartphones können dies einstellen oder zeigen vorab lediglich eine kleine Vorschau des Ziels (inkl. Bild der Webseite). Zudem kann es sein, dass die Täter den Link so gestalten, dass auf dem Smartphone in der Adresszeile des Browsers zunächst nur eine plausibel klingende Webadresse steht. Erst weiter hinten im Link (außerhalb des angezeigten Bildschirmes) erkennt man möglicherweise die Fälschung. Dieses „weiter hinten“ schaut man sich aber möglicherweise nicht mehr an. Übrigens: Shortlinks zeigen zwar nicht das eigentliche Ziel, können aber über spezielle Seiten im Internet wieder aufgeschlüsselt werden, so dass der Nutzer das echte Ziel angezeigt bekommt.“

In Niedersachsen sind bisher nur wenige bekannte Fälle des beschriebenen QR-Code-Betrugs aufgetreten und bei ihnen ist kein Schaden entstanden, da die betroffenen Personen umsichtig reagiert und entweder ihre Bank kontaktiert oder den betrügerischen Link beim Scannen erkannt haben. Ob es unentdeckte Fälle oder Erfolge der Täter gibt, ist unbekannt, ebenso wie die Herkunft der Täter. (sb)

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